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Rummenigge:

'Zusammenarbeit mit Jürgen ist perfekt'

Dreieinhalb Wochen Vorbereitung sind vorüber, am Mittwoch zog Karl-Heinz Rummenigge eine positive Bilanz zum Start der „Ära Klinsmann“ beim FC Bayern. „Wir im Vorstand finden alle, dass Jürgen bislang einen sehr guten Job macht. Die Zusammenarbeit mit ihm ist perfekt und sehr harmonisch“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FCB in einem Pressegespräch. Doch Klinsmann war nur eines der Themen, zu denen Rummenigge Stellung bezog. fcbayern.de hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Karl-Heinz Rummenigge über…

…die ersten Wochen mit Jürgen Klinsmann: „Wir im Vorstand finden alle, dass Jürgen bislang einen sehr guten Job macht. Die Zusammenarbeit mit ihm ist perfekt und sehr harmonisch. Uli Hoeneß und ich essen regelmäßig im Leistungszentrum zu Mittag und haben so die direkte Kommunikation mit Jürgen und mit der Mannschaft. Darüber hinaus treffen wir uns mindestens einmal in der Woche in meinem Büro, um alle offenen Punkte zu diskutieren und zu entscheiden. Wir wissen aber auch: Entscheidend ist, was in den nächsten Wochen auf dem Platz stattfindet.“

…den „neuen“ FC Bayern: „Die neue Kultur, die Jürgen Klinsmann mit zum FC Bayern gebracht hat, wollten wir ganz bewusst einführen. Es war sogar ein Wunsch von uns, sonst hätten wir es nicht gemacht. Die Idee zum Leistungszentrum kam von Jürgen. Er ist im Frühjahr auf uns zugekommen mit dem Wunsch, ein paar Dinge zu verändern. Dieses Investment hat sich sehr gelohnt.“

…die Kapitänsfrage: „Jürgen schaut sich jetzt die einzelnen Spieler sehr genau an, um dann vor dem Bundesligaauftakt eine Entscheidung zu fällen. Der neue Kapitän muss auf und außerhalb des Platzes über gewisse Qualitäten verfügen. Wichtig ist auch, dass er des Deutschen einigermaßen mächtig ist, weil er kommunizieren muss. Das ist sicherlich keine einfache Aufgabe für Jürgen, ich bin aber überzeugt, dass er den richtigen Mann findet.“

…die Diskussion, ob drei Stürmer dem FCB in der neuen Saison reichen: „Wir sind der Meinung: Ja. Wir haben mit Thomas Müller noch einen jungen Burschen aus unserem Nachwuchsbereich hinzubekommen, der sich in den Vorbereitungsspielen zu unserer Überraschung sehr positiv präsentiert hat. Wenn Not am Mann ist, kann er bei den Profis aushelfen, ansonsten bekommt er bei der zweiten Mannschaft Spielpraxis. Wir trauen ihm zu, dass er seinen Weg bei uns macht. Wir verfolgen ja eine Zwei-Wege-Strategie: Erstens den eigenen Nachwuchs zu fördern und zweitens den einen oder anderen Superstar zu holen.“

…die Transferpläne des FC Bayern: „Es ist nichts mehr geplant für diesen Sommer. Wir hatten damit geliebäugelt, Alexander Hleb nach München zu holen - aber nur unter der Bedingung, dass uns ein Spieler verlassen hätte. Das ist nicht der Fall, entsprechend haben wir die Akte Hleb geschlossen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass Mario Gomez noch zu haben sein wird. Wir wissen aber, dass er eine Klausel im Vertrag hat, die uns die Möglichkeit gibt, ihn vielleicht in der Zukunft zu verpflichten.“

…die Problematik der Olympia-Abstellungen: „Ich habe deswegen schon im März extra bei der FIFA ein Gespräch mit Präsident Joseph Blatter und Generalsekretär Jérôme Valcke geführt. Damals war die klare Aussage: Das olympische Turnier ist nicht im offiziellen Terminkalender der FIFA festgehalten, dementsprechend gibt es keine Abstellungsverpflichtung. Daher verstehe ich Bremen und Schalke, dass sie ihre Spieler nicht abstellen wollen. Ich befürworte es, dass jetzt der internationale Sportgerichtshof CAS für eine Ad-hoc-Entscheidung angerufen wurde. Alle lechzen nach dieser juristischen Klarheit, die aus unserer Sicht bereits herrscht, aber von der FIFA offensichtlich nicht klar ausgesprochen wurde. Wir beim FC Bayern haben die Dinge schon frühzeitig entschärft. Wir haben unsere Spieler Lucio und Demichelis gebeten, Kontakt zu ihren Nationaltrainern aufzunehmen, um ihnen mitzuteilen, dass wir grundsätzlich nicht bereit sind, sie freizustellen. Wir haben aber auch selbst mit dem brasilianischen und argentinischen Verband Kontakt aufgenommen und einen Deal gemacht: Wir haben gesagt, Lucio und Demichelis stellen wir nicht ab, wir sind aber bereit, Breno und Sosa abzustellen. Diesen Deal haben die Verbände akzeptiert.“

…die Zentralvermarktung der Bundesliga: „Die Frage nach der Zukunft der Zentralvermarktung wurde vom Kartellamt auf den Plan gerufen. Die Publikation, die das Kartellamt kundgetan hat, lässt nichts Gutes vermuten. Wir hoffen, dass das Kartellamt seine harte Linie aufweicht und der Liga eine Überlebenschance in der Zentralvermarktung gibt. Wir vom FC Bayern haben immer gesagt, dass wir zur zentralen Vermarktung stehen, wenn gewährleistet ist, dass wir in der zentralen Vermarktung fair behandelt werden. Ich sehe keine Anzeichen bei der DFL, dass das nicht auch in der Zukunft der Fall sein wird. Deshalb haben wir nicht vor, aus der Zentralvermarktung auszusteigen. Die Frage, die wir vom FC Bayern der DFL mal gestellt haben, ist aber auch: Quo vadis Bundesliga? Reicht es der DFL, dass die Bundesliga eine sehr gute, regionale Meisterschaft ist? Oder will sie gewährleisten, dass die Klubs auch international eine Chance haben? Diese Diskussion steht in der DFL noch aus. Ich hoffe, dass sie irgendwann mal geführt wird. Es ist nämlich eine wichtige Aufgabe der DFL, nicht nur zu schauen, dass die Zweite Liga überlebensfähig ist, sondern auch dass die Spitzenklubs der Bundesliga in der Champions League wettbewerbsfähig sind. Durch die TV-Einnahmen, die es in Italien, Spanien und zum Teil in England gibt, ist das im Moment nicht gewährleistet.“

…ausländische Investoren in der Bundesliga: „Das Problem ist: In England ist es erlaubt, in Italien ist es erlaubt - und ich finde, wenn das ein Bundesligist machen möchte, weil er sich durch diese Investoren Vorteile verspricht, sollte man ihm diese Tür nicht zumachen, sondern sich der Diskussion stellen, unter welchen Voraussetzungen man das gestatten kann. Eine finale Entscheidung der DFL steht noch aus. Ich hoffe, dass die DFL bis Weihnachten klar Stellung bezieht. Der FC Bayern hat nicht die Intention, so etwas zu machen. Es steht sogar in den Statuten des Vereins, dass 50 Prozent plus eins der Anteile an der AG beim e.V. verbleiben müssen.“

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