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'Nur ein Freundschaftsspiel'

Bayern richten Blick schon auf Erfurt

Plötzlich setzte Jürgen Klinsmann zum Sprint an. Im höchsten Tempo rannte der Bayern-Coach von der einen Seite des Trainingsplatzes zu der anderen und machte da weiter, wo er gerade aufgehört hatte. Geduldig und stets mit einem Lächeln im Gesicht bemühte sich der 44-Jährige, wirklich jedem Autogramm-Wunsch nachzukommen. Die Fans am Zaun dankten es ihm mit lauten „Klinsi, Klinsi-Rufen“.

Knapp 3.500 Zuschauer werden es wohl gewesen sein, die am Mittwochmorgen zum öffentlichen Training an die Säbener Straße gekommen sind. 64.000 waren es am Vorabend gegen Inter Mailand im Spiel um den Franz-Beckenbauer-Cup. Die hatten einen 0:1-Niederlage gegen den italienischen Meister gesehen, die auf Seiten der Bayern schon kurz nach dem Schlusspfiff mehr oder weniger abgehakt war.

Alles durchgeplant fürs Pokalspiel

„Vom Resultat her hätten wir gerne gewonnen. Von der Art und Weise wie das Spiel lief und unter der Berücksichtigung unseres aktuellen Leistungsstands war es absolut in Ordnung“, lautete Klinsmanns Kommentar in der Pressekonferenz. „Spielerisch war es ein gutes Fußballspiel, es haben halt nur die Tore gefehlt“, hatte Manager Uli Hoeneß gesagt. Auch Philipp Lahm wollte dem Ergebnis keine allzu große Bedeutung beimessen: „Auch wenn es gegen Inter Mailand war: Das Spiel war trotzdem nur ein Freundschaftsspiel.“

Beim FC Bayern ist der Fokus längst schon voll auf das DFB-Pokal-Spiel am Sonntag bei Rot-Weiß Erfurt gerichtet. „Es ist alles schon durchgeplant in Richtung Erfurt“, sagte Klinsmann. „Wir gehen gut gerüstet in diese Partie“, ist sich Lahm sicher. „Erfurt ist nicht Inter Mailand!“, betonte Hoeneß, der sich nicht als einziger gewundert haben dürfte, wie streng defensiv ausgerichtet der italienische Meister an diesem Abend aufgetreten war. „Wir haben gegen eine sehr ausgefuchste Mannschaft gespielt, mit einem sehr cleveren Trainer, der hier mit zehn Abwehrspielern und einem Stürmer gespielt hat“, sagte Hoeneß.

Inter ein guter Test

Für Klinsmann hat das Spiel gegen Inter dennoch einige wichtige Erkenntnisse gebracht, wie er am Tag danach im Interview mit FCB.tv erklärte: „Es wird oft in der Saison vorkommen, dass Mannschaften gegen uns so verteidigen wie es Inter gemacht hat. Es war interessant zu sehen, wie unsere Spieler damit umgehen. Von daher war es ein guter Test.“

Mit dem Spielaufbau seiner Mannschaft war Klinsmann gegen Inter dennoch weitestgehend zufrieden, nur habe in der Offensive die letzte Durchschlagskraft gefehlt. „Wir haben wie beim Handball von links nach rechts gespielt, aber wir kamen nicht vorne rein“, sagte Toni Kroos, der mit zwei Torschüssen von der Strafraumgrenze für die gefährlichsten Aktionen im zweiten Abschnitt gesorgt hatte. Die beste Chance in Halbzeit eins hatte Hamit Altintop - ebenfalls per Distanzschuss.

Topform wohl erst im September

Noch schnelleres Passspiel und noch mehr Positionswechsel könnten geeignete Mittel sein, um extrem defensiv ausgerichteten Mannschaften beizukommen. „Aber um das umzusetzen fehlt uns noch die Kraft. Wir haben momentan noch nicht die Voraussetzungen, einen Gegner wie Inter Mailand unter Druck zu setzen“, sagte Klinsmann und mahnte auch angesichts der vielen EM-Teilnehmer und der momentan langen Verletztenliste um Geduld: „Wir müssen einfach damit umgehen, dass die Nachzügler nach wie vor Rückstand haben. Und sie werden auch noch einige Wochen brauchen, bis sie voll im Saft stehen.“

„Es war uns klar, dass es wohl ein holpriger Start wird“, bemerkte Hoeneß. Erst gegen Ende August oder Anfang September erwartet Klinsmann den optimalen Leistungsstand der Mannschaft. „Es wird von Spiel zu Spiel besser werden“, ist Klinsmann überzeugt. Auch seine Spieler glauben fest daran. „Wenn wir das umsetzten, was der Trainer fordert, wird es sehr schwer sein, uns zu schlagen“, sagte Michael Rensing und betonte: „Man sollte nur Mannschaft und Trainer Zeit geben.“

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