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‘Ein wichtiges Tor‘

Borowski auf einem guten Weg

Tim Borowski konnte nichts anderes tun als warten. Auch Jürgen Klinsmann und seiner Mannschaft blieb gar nichts anderes übrig. Alle hatten sie schon ihre Plätze im neuen Mannschaftsbus eingenommen, nur der des ehemaligen Bremers war noch frei. Der saß noch immer im Dopingraum des Signal-Iduna-Parks weil er einfach nicht konnte. Erst knapp anderthalb Stunden nach dem Schlusspfiff wurden Borowski und seine Mannschaftskollegen erlöst und traten zusammen die Heimreise nach München an.

Dieses bei Sportlern nicht seltene „Phänomen des Nichtkönnens" nach dem Wettkampf - Oliver Kahn kann ein Lied davon singen - war aber das einzige, was bei Borowski an diesem Nachmittag nicht ganz so lief wie gewünscht. In der Halbzeitpause des Spiels bei Borussia Dortmund eingewechselt, bescherte er dem Rekordmeister mit seinem ersten Treffer im Bayern-Trikot einen letztendlich verdienten Punktgewinn.

„Das erste Tor für den neuen Verein ist immer ein besonderer Moment“, sagte Borowski am Sonntagmorgen im Gespräch mit fcbayern.de. „Es war ja auch nicht irgendein Tor, sondern das zum Ausgleich.“ Nicht nur aus Sicht des 33-maligen Nationalspielers war es „ein wichtiges Tor. Es war ja klar, was losgewesen wäre, hätten wir das Spiel in Dortmund verloren. Von daher habe ich mich schon sehr gefreut.“

Gleich in seinem ersten längeren Einsatz hat Borowski gezeigt, warum er für den FC Bayern die erhoffte Verstärkung werden kann - und das nicht nur wegen seines Tores. Gemeinsam mit Nebenmann Bastian Schweinsteiger war nach seiner Einwechslung zur Pause Initiator vieler guter Angriffe. „Wir haben in der zweiten Halbzeit viel Gas gegeben und konnten und das zeigen, was wir im Training geübt haben. Wir waren sehr laufstark und haben uns einige Chancen herausgespielt. In Unterzahl war das schon eine Energieleistung der ganzen Mannschaft.“

Auch Klopp lobt Borowski

Borowski zeigte Präsenz auf dem Spielfeld. „Der Junge hat eine richtig gute zweite Halbzeit gespielt“, lobte selbst BVB-Coach Jürgen Klopp. Dabei kann der Neu-Bayer noch gar nicht in bester körperlicher Verfassung sein. Aufgrund einer Bänderdehnung im Knie hat er fast die komplette Vorbereitung nicht mit der Mannschaft trainieren können. „Ich hatte mein Aufbautraining und demzufolge wenig Spielpraxis. Gegen Hamburg die halbe Stunde und gegen Dortmund die Halbzeit haben mit gut getan. Darauf lässt sich aufbauen.“

Das gleiche lässt sich über die Leistung der ganzen Mannschaft sagen. „So langsam kommen wir Schritt für Schritt dahin, wo wir hinwollen“, meinte Borwoski, der nach der EM seinen Urlaub komplett in München verbrachte, um sich schneller in der neuen Umgebung zurecht zu finden und sich jetzt schon „pudelwohl“ in seiner neuen Heimat fühlt. „Wir alle, gerade die EM-Fahrer, sind noch nicht bei 100 Prozent, aber kurz davor“, ist sich der 28-jährige Mittelfeldspieler sicher.

Vielelleicht sehen die Bayern-Fans ja schon im nächsten Spiel 100 Prozent von Borowski und seinen Mitspielern. „Man kann mit dem Punkt in Dortmund zufrieden sein, aber jetzt müssen wir am Wochenende gegen Hertha den ersten Sieg einfahren“, fordert „Boro“ und hofft, dann vielleicht von Anfang an auf dem Platz zu stehen. „Die Verantwortung liegt bei den Trainern, aber ich werde in dieser Woche alles dafür tun, dass es so kommt.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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