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Hertha-Coach Favre

'Dann könnte es mit einem Sieg klappen'

Seit letzter Saison ist Lucien Favre Trainer bei Hertha BSC. In dieser Zeit hat er gemeinsam mit der Führung des Hauptstadtklubs den Kader der „Alten Dame“ komplett umgekrempelt. Sein Ziel in Berlin ist klar formuliert: „Ich möchte am Ende meines Vertrages im Mai 2010 eine Mannschaft zur Verfügung haben, die sich mit Bayern, Schalke oder Bremen messen und um den Titel mitspielen kann“, sagte Favre im Interview mit fcbayern.de. Am Sonntag möchte er als erster Schweizer Trainer überhaupt einen Sieg gegen den FCB einfahren - und er weiß auch schon, wie dies klappen könnte.

Das Interview mit Lucien Favre:

fcbayern.de: Herr Favre, die Statistik sagt: Noch nie hat ein Schweizer Trainer in der Bundesliga gegen den FC Bayern einen Sieg gefeiert. Warum sind Sie am Sonntag der Erste?
I>Lucien Favre: „Diese Statistik kannte ich gar nicht. Ich finde, dass es an der Zeit ist, dies zu ändern. Meine Mannschaft muss konzentriert und aus einer sicheren Abwehr heraus spielen. Wenn sie sich Torchancen erarbeitet und diese auch nutzt, könnte es vielleicht mit einem Sieg klappen. Wichtig ist, dass unsere Spieler mutig sind und selbstbewusst auftreten.“

fcbayern.de: Der FC Bayern hat noch nicht gewonnen in der neuen Saison. Wie schätzen Sie den Gegner am Sonntag ein?
Favre: „Die Bayern haben in ihren ersten zwei Spielen nicht schlecht gespielt, auch wenn noch kein Sieg dabei herausgesprungen ist. Die Mannschaft konnte bislang noch nicht in Bestbesetzung antreten. Mit Toni und Demichelis kehren zwei wichtige Spieler zurück.“

fcbayern: Mit Jürgen Klinsmann hat zur neuen Saison ein neuer Trainer beim FC Bayern die Arbeit aufgenommen. Wenn Sie an Ihren Start vor einem Jahr bei Hertha BSC zurückdenken: Wie schwer ist es für einen Trainer, seine Ideen bei einem neuen Klub umzusetzen?
Favre: „Im Gegensatz zu mir kennt Jürgen Klinsmann die Bundesliga. Ich musste erstmal erkennen, welch hohen Stellenwert der Fußball in Deutschland besitzt. Die Stadien sind viel größer, die Medien haben unheimlich viel Einfluss und es gibt viel mehr Fußball-Fans. Die Bedeutung des Fußballs ist in Deutschland viel größer als in der Schweiz. Mittlerweile habe ich mich an alles gewöhnt und ich kenne das Umfeld und die Mitarbeiter viel besser. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß und ich habe ein tolles Team hinter der Mannschaft.“

fcbayern.de: Sie sind mit dem Ziel bei Hertha BSC angetreten, mittelfristig eine Mannschaft aufzubauen, die um Titel mitspielen kann. Wie weit sind Sie damit inzwischen gekommen?
Favre: „Richtig, diese Ziel habe ich am Anfang formuliert und dazu stehe ich auch. Ich möchte am Ende meines Vertrages im Mai 2010 eine Mannschaft zur Verfügung haben, die sich mit Bayern, Schalke oder Bremen messen und um den Titel mitspielen kann. Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind und sich die Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison bereits deutlich weiter entwickelt hat.“

fcbayern.de: Inwiefern stellen Sie bei Ihrer Mannschaft im Vergleich zur letzten Saison eine Verbesserung fest?
Favre: „Die Qualität der Mannschaft hat sich erhöht und wir verfügen auf nahezu allen Positionen über Alternativen. Durch die gestiegene Konkurrenz müssen die Spieler mehr Leistung bringen, um zu spielen. Daneben gibt es Fortschritte im taktischen Bereich. Wir sind in der Lage, mehrere Systeme zu spielen. Ansatzweise habe ich das in der Vorsaison bei meiner Mannschaft schon erkennen können.“

fcbayern: Die neue Saison hat für Ihre Mannschaft vielversprechend begonnen. Ein Sieg und ein Remis stehen nach zwei Spieltagen zu Buche. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart? Und was würde eine mögliche Niederlage in München bedeuten?
Favre: „Wir sind mit dem Saisonstart sehr zufrieden. Wir stehen in der zweiten Runde des DFB-Pokals, haben uns für den Uefa Cup qualifiziert und aus den ersten beiden Punktspielen vier Zähler geholt. Leider haben wir unser Heimspiel gegen Bielefeld trotz drückender Überlegenheit nicht gewonnen. Mit einer Niederlage in München muss man immer rechnen, aber jedes Spiel muss erstmal gespielt werden und wir wollen es den Münchnern so schwer wie möglich machen. Aber ehrlich gesagt, beschäftige ich mich vor einem Spiel nicht mit einer möglichen Niederlage und der damit verbundenen Bedeutung.“

fcbayern: Vielen Dank für Ihre Mühen, Herr Favre. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Saison 2008/09!