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'Wut im Bauch'

Demichelis brennt auf seinen Einsatz

Nach dem Gesetz der Serie müsste am kommenden Wochenende beim FC Bayern die Null stehen. Nach drei Gegentoren im ersten Pflichtspiel in Erfurt, zwei gegen Dortmund und einem im dritten Spiel gegen Dortmund sollte im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin erstmals in dieser Saison kein Gegentreffer hingenommen werden. Als großer Hoffnungsträger für dieses Unterfangen gilt Martin Demichelis, der nach überstandener Verletzung zu seinem Saison-Debüt kommen dürfte.

„Mit der Rückkehr von Martin Demichelis wird die Abwehr absolut profitieren“, hatte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge Anfang der Woche seine Zuversicht geäußert, „dass wir jetzt auch die Stabilität reinkriegen, die wir brauchen.“ Es sei „kein Zufall“ gewesen, dass der FCB in der vergangenen Spielzeit mit 21 Gegentoren in 34 Ligaspielen einen neuen Rekord aufgestellt hat.

Lob von Breitner

Auch Paul Breitner, externer Berater des FC Bayern und lange Jahre Rummenigges kongenialer Partner auf dem Rasen, äußerte sich voll des Lobes über den Innenverteidiger, der nach einer Bänderverletzung aus dem Spiel gegen Inter Mailand drei Wochen pausieren musste. „Micho hat letzte Saison gezeigt, dass er sicher zu den fünf besten Innenverteidigern weltweit zählt. Man merkt natürlich, wenn diese Klasse nicht da ist.“

Die bisherigen Gegentreffer aber allein am Fehlen Demichelis‘ festzumachen, ist sicherlich nicht der richtige Ansatz, das weiß auch der Argentinier selbst. „Dass die Mannschaft jetzt einige Gegentore bekommen hat, ist natürlich nicht gut, aber manchmal läuft es halt nicht so, wie man es sich wünscht.“ Am Abwehrduo Lucio und Daniel van Buyten ließ Demichelis aber keine Zweifel aufkommen: „Beide sind super Spieler.“

Viel Wut im Bauch

Dennoch kann es sein, dass einer von beiden am Sonntag seinen Platz räume muss, denn Demichelis brennt darauf, wieder zu spielen. „Ich habe viel Wut im Bauch wegen meiner Verletzung“, sagte der argentinische Nationalspieler, der von Trainer Jürgen Klinsmann vor Saisonbeginn sogar zum stellvertretenden Mannschaftskapitän bestimmt wurde. „Ich bin fit, die Verletzung ist ausgestanden, ich fühle mich gut und kann spielen.“

Am liebsten hätte er schon in Dortmund gespielt, gestand „Micho“, doch das Risiko sei noch „zu groß“ gewesen. „ich war noch nicht hundertprozentig fit. Natürlich will ich immer spielen, aber ich kann nicht nur an mich denken sondern auch an die Mannschaft. In Dortmund hätte ich nicht hundert Prozent Leistung bringen können.“

Dreierkette möglich

Möglich ist aber auch, dass Klinsmann gegen den Hauptstadtklub mit einer Dreierkette spielen lässt, so wie er es in der Vorbereitung mehrfach praktiziert hat. „Wir haben noch nicht über das System gesprochen“, so Demichelis, aber „wir können auch alle drei spielen. Das Spiel mit der Dreierkette gefällt mir gut, da fühle ich mich wohl.“

Gerade gegen Gegner, die sich in der Allianz Arena hinten einigeln, sei dies ein probates Mittel. „Dann können wir hinten zu dritt verteidigen und mehr Druck aus dem Mittelfeld ausüben.“ Demichelis weiß aber auch, dass nach den beiden Unentschieden zum Ligastart vor allem eines im Vordergrund steht: „Wir müssen unbedingt gewinnen. Hoffentlich spielen wir gut, dann sind die Fans glücklich und wir haben die drei Punkte.“

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