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Zé Roberto im Interview

'Der Druck liegt bei uns'

Viel zu tun für Zé Roberto am Donnerstag an der Säbener Straße. Drei Tage vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen Rot-Weiß Erfurt standen zwei Trainingseinheiten, eine Mannschaftssitzung und die Einkleidung von FCB-Partner Hugo Boss auf der Tagesordnung. Zwischen der Anprobe der neuen Sakkos, Hosen und Hemden fand der Brasilianer zudem noch Zeit zum Interview mit fcbayern.de. Vor seiner letzten Saison in München sprach Zé Roberto über die Neuerungen beim Rekordmeister, die Ziele für die bevorstehende Spielzeit und natürlich über das neue Outfit des Rekordmeisters.

Das Interview mit Zé Roberto

fcbayern.de: Zé, Du kommst gerade von der Einkleidung für die neue Saison, zufrieden mit dem neuen Outfit?
Zé Roberto: „Oh ja, es gefällt mir alles sehr gut, Hugo Boss macht ja immer schöne Bekleidung. Und es ist mal etwas Neues, eine neue Farbe. Wir hatten in den letzten Jahren immer weiße oder hellblaue Hemden, jetzt ist es ganz dunkelblau im gleichen Ton wie der Anzug, das gefällt mir sehr gut.“

fcbayern.de: Für Dich war es die letzte Einkleidung dieser Art beim FC Bayern. Hat man das im Hinterkopf?
Zé Roberto: „Nein, gar nicht. Ich spiele ja schon seit einigen Jahren beim FC Bayern und fühle mich hier in München zuhause. Gedanken, dass man dieses oder jenes vielleicht zum letzten Mal erlebt, macht man sich da nicht. Ich genieße jeden Tag hier und gehe mit dieser Einstellung auch zur Arbeit. An Abschied denke ich dabei noch gar nicht.“

fcbayern.de: Trotzdem: Gibt es etwas, das Du vielleicht anders machst bzw. wahrnimmst als in den letzten Jahren?
Zé Roberto: „Anders ist nur die Trainingsarbeit. Sie ist sehr intensiv und wird trotzdem überwiegend mit dem Ball ausgeführt, was mir persönlich sehr, sehr gut gefällt. Seit ich kleiner Junge war, habe ich am liebsten mit dem Ball gespielt, das ist für mich sehr wichtig. Es ist schon lange her, dass ich eine ähnlich Art der Saisonvorbereitung mitgemacht habe. Bei der brasilianischen Nationalmannschaft war es so ähnlich.“

fcbayern.de: Wie beurteilst Du die weiteren Änderungen in dieser Saison?
Zé Roberto: „Ich finde das alles sehr gut, auch wenn man sich an die eine oder andere Sache erst gewöhnen muss. Nehmen wir nur mal die neuen Trainer: Wir können die Trainingsarbeit jetzt viel besser und gezielter steuern. Bei zwei Einheiten am Tag ist eine auf die Technik, die andere auf die Athletik ausgerichtet. Das ist wichtig, um bis zum Saisonstart in beiden Bereichen gut drauf zu sein.“

fcbayern.de: Mit Marcelo Martins steht auch erstmals ein Brasilianer im Trainerteam. Welche Rolle spielt das für Dich?
Zé Roberto: „Das ist schon wichtig, gerade für die ausländischen Spieler wie Breno oder José Sosa, die noch nicht ganz sicher mit der Sprache sind. Man hat immer mal eine Frage, und da ist es immer von Vorteil, wenn man in seiner Muttersprache eine Antwort bekommt. Außerdem kennt er die Mentalität der Südamerikaner, das ist auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Darüber hinaus ist er aber auch ein guter Typ.“

fcbayern.de: Was hat sich mit der Vergrößerung des Trainerstabs für die Spieler verändert?
Zé Roberto: „Man hat jetzt für jeden Bereich zwei, drei Trainer. Das führt dazu, dass man individueller arbeiten kann, jeder Trainer kann besser auf den einzelnen Spieler eingehen, ihn bei bestimmten Übungen korrigieren und damit individuell verbessern.“

fcbayern.de: Du bist gerade 34 Jahre alte geworden und hast eine lange Profi-Erfahrung. Kann man sich da denn noch entscheidend verbessern?
Zé Roberto: „Oh ja, absolut. Und sei es nur bei vermeintlichen Kleinigkeiten. Ein Beispiel: Wenn du bei einer Übung ein falsches Bewegungsmuster hast, kann diese Übung eher schaden als helfen. So haben wir am richtigen Laufen gearbeitet oder an der richtigen Bewegungsausführung von Stabilisationsübungen. Das ist sehr, sehr wichtig, um die Verletzungsanfälligkeit zu verringern.“

fcbayern.de: Wie schon erwähnt, stehst Du vor Deiner letzten Saison beim FC Bayern. Was erwartest Du von dieser Spielzeit?
Zé Roberto: „Natürlich Erfolge. Dass wir mit unserer Mentalität, immer gewinnen zu wollen, auch in diesem Jahr Titel holen. Für mich wird es eine andere Saison als letztes Jahr, denn wir spielen wieder in der Champions League. Und das ist der Titel, den ich am meisten anstrebe, neben der Meisterschaft und dem Pokal natürlich. Das wäre nicht schlecht.“

fcbayern.de: Wird es Deine letzte Chance, in der Champions League anzugreifen?
Zé Roberto: „Gut möglich, ja. Man weiß zwar nie, was sein wird und wo ich in den nächsten Jahren spielen werde, aber kann schon sein, dass es das letzte Mal wird, dass ich in den Genuss der Champions League komme.“

fcbayern.de: Zum Saisonstart geht es im Pokal zum Drittligisten Rot-Weiß Erfurt. Trotzdem keine leichte Aufgabe, oder?
Zé Roberto: „Ja, das stimmt. Man muss ja nur an das letzte Jahr denke, als wir in Burghausen fast ausgeschieden wären. Diese Spiele zu Saisonbeginn sind immer sehr schwierig, sehr kompliziert. Wir sind noch nicht im Rhythmus, dazu sind viele Spieler noch in unterschiedlicher Verfassung. Anders bei Erfurt, die schon zwei Ligaspiele bestritten haben. Hinzu kommt, dass die unterklassigen Mannschaften ohne Druck aufspielen können, sie haben nichts zu verlieren und wollen gegen uns die Sensation schaffen. Das wird in Erfurt nicht anders sein als in Burghausen. Der Druck liegt bei uns, aber wir wissen, was uns erwartet und wir werden gut vorbereitet sein.“

fcbayern.de: Und was können wir von Zé Roberto in seiner letzten Bayern-Saison erwarten?
Zé Roberto: „Die letzte Spielzeit war aus meiner Sicht schon sehr gut. Vielleicht kann ich diese Leistungen wiederholen oder sogar noch verbessern.“

fcbayern.de: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Saison.

Das Interview führte: Carsten Zimmermann

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