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FCB kommt in Form

'Ein Schritt nach vorne' in Japan

Ein Händedruck, eine Umarmung, dann war der Abend für Jürgen Klinsmann kaum mehr zu toppen. Gerade hatte der FCB-Chefcoach durch ein 4:2 (3:0) gegen die Urawa Red Diamonds seinen ersten inoffiziellen Titel mit dem deutschen Rekordmeister gewonnen, den „Saitama City Cup 2008“ - dann stand Guido Buchwald vor ihm auf dem Rasen des Saitama-Stadions. Die beiden Weltmeister von 1990 begrüßten sich herzlich, seit Jahren sind sie befreundet. Später saßen sie beim Abendessen im FCB-Mannschaftshotel noch lange zusammen, vielleicht sagte Buchwald Klinsmann dann auch das, was er kurz nach dem Schlusspfiff bereits gegenüber fcbayern.de gemeint hatte: „Für ein Freundschaftsspiel war das toll.“

Schnelles Direktspiel, Doppelpässe, Spielfreude - im vorletzten Testspiel vor der neuen Saison wurde besonders während der ersten Halbzeit Klinsmanns Handschrift beim FC Bayern deutlich. „Gewisse Dinge im Spiel nach vorne“ führte auch Buchwald direkt auf Klinsmanns Arbeit zurück. Die Mannschaft habe „sehr schön kombiniert“, meinte der ehemalige Trainer der Urawa Red Diamonds. Und auch Karl-Heinz Rummenigge war rundum zufrieden: „Das war sicherlich das beste Spiel, das wir bisher in der Vorbereitung bestritten haben.“

Sieg nie in Gefahr

Nach zwei müden Auftritten zuletzt in Köln und Dortmund agierten die Münchner gegen den amtierenden asiatischen Champions-League-Gewinner, der bereits mitten in der Saison steckt, deutlich spritziger und zeigten, dass ihre Formkurve zehn Tage vor dem ersten Pflichtspiel nach oben zeigt. „Die erste Halbzeit konnte sich wirklich sehen lassen“, sagte Klinsmann, „da waren gute Spielzüge dabei, wir waren taktisch sehr kompakt und gut aufeinander abgestimmt. Das war ein Schritt nach vorne.“

Miroslav Klose (16.), Bastian Schweinsteiger (21.) und Lukas Podolski (43.) schossen eine mehr als verdiente 3:0-Pausenführung für den Rekordmeister heraus. „Durch unser schnelles Spiel haben wir Urawa in der ersten Halbzeit kaum eine Möglichkeit gegeben, ins Spiel zu kommen“, sagte Klinsmann. Erst in der zweiten Halbzeit wurde Urawa, bedingt auch durch zahlreiche Wechsel beim FCB, stärker und kam zu zwei Ehrentreffern durch Tsukasa Umesaki (57.) sowie Yuki Abe (80.). Dank des vierten FCB-Tores durch Podolski (63.) geriet der Sieg der Bayern aber nie in Gefahr.

Der Ball arbeitet

„Die Mannschaft hat erfrischenden Fußball gespielt“, hat Uli Hoeneß die Partie gegen den Partnerklub des FCB genossen. Die Mannschaft setzte auf dem Platz das um, was Klinsmann seit Vorbereitungsbeginn trainieren lässt. „Wir haben im Training immer wieder versucht, den Ball laufen, dem Ball die Arbeit machen zu lassen. Das geht jetzt immer mehr in die Denkweise der Spieler über“, freute sich der Trainer über erste Resultate seiner Arbeit.

Auch taktisch scheint die Mannschaft mit Klinsmanns Idee der Flexibilität immer besser zurechtzukommen. Agierte das Mittelfeld zuletzt in Köln noch mit einer Doppel-Sechs, lief es in Saitama in einer Raute auf - die Umstellung funktionierte reibungslos. „Wir können 4-4-2 entweder mit einer flachen Vier oder mit einer Raute im Mittelfeld spielen. Und wir können 3-5-2 spielen“, erklärte der Trainer.

Noch viel zu tun

Noch war die Partie gegen Urawa aber nicht mehr als ein Fingerzeig in die richtige Richtung. „Bis Ende August, Anfang September“ befindet sich die Mannschaft laut Klinsmann in der Vorbereitung. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ Standardsituationen und „gewisse Bewegungsmuster“ zum Beispiel habe man „gar noch nicht angefangen, einzustudieren.“ In Saitama, im „Land der aufgehenden Sonne“, hat der „neue“ FC Bayern aber zumindest schon ein bisschen durchgeschimmert.

Für fcbayern.de in Tokio: Nikolaus Heindl

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