präsentiert von
Menü
'Traurig, aber nicht böse'

FCB macht beim Auftaktremis Fortschritte

Der angepeilte Sieg zum Bundesliga-Auftakt blieb aus, ganz unzufrieden war man beim FC Bayern nach einem „unterhaltsamen Fußballspiel mit packenden Szenen und hohem Tempo“ (Uli Hoeneß) beim 2:2 (2:1)-Unentschieden gegen den Hamburger SV aber nicht. „Ich bin zwar traurig, aber nicht böse. Wir haben ein gutes Spiel gesehen“, zog Hoeneß ein positives Fazit nach dem Saisoneröffnungsspiel gegen starke Hanseaten.

„Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir mit einem Dreier in die Saison gestartet wären“, sagte auch Jürgen Klinsmann nach seinem Bundesligadebüt auf der Trainerbank. und gestand, „ein klein wenig enttäuscht“ zu sein, „weil wir gewinnen wollten. Wir waren auch auf einem guten Weg dazu“, doch alles in allem sei das Remis „ein gerechtes Ergebnis“, konstatierte Klinsmann.

Dabei erwischte der Titelverteidiger einen Auftakt nach Maß. Während die aggressiv und offensiv zu Werke gehenden Hamburger ihre ersten Chancen ungenutzt ließen, überzeugte der Rekordmeister einmal mehr mit Effektivität und Kaltschnäuzigkeit. Bastian Schweinsteiger (12. Minute) und Lukas Podolski (16.) mit einem verwandelten Foulelfmeter ließen die FCB-Anhänger unter den 69.000 Zuschauern auf den ersten Bayern-Sieg über den HSV in der Allianz Arena hoffen.

„Wir haben ein gutes Spiel gesehen, in dem wir sehr stark begonnen und verdient 2:0 geführt haben“, analysierte Hoeneß. Danach habe man aber „das Spiel aus der Hand gegeben.“ Die Hamburger ließen sich trotz des Doppelschlags nicht von ihrer Linie abbringen und kamen in der 25. Minute zum Anschlusstreffer durch Paolo Guerrero. Im zweiten Durchgang traf mit Piotr Trochowski (57./Foulelfmeter) ein weiterer Ex-Münchner zum Ausgleich.

„Mit der ersten halben Stunde bin ich zufrieden, da hatten wir das Spiel im Griff. Danach waren wir in manchen Situationen nicht eng genug am Mann“, machte Kapitän Mark van Bommel die entscheidenden Fehler aus. Auch Philipp Lahm bemängelte in einigen Situationen das richtige Abwehrverhalten. „Wir müssen kompakter und organisierter stehen. Wir waren auch nicht aggressiv genug, haben zwei Meter vor dem Ball abgestoppt und die Hamburger konnten sich den Ball hin- und herschieben. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Klinsmann indes sah im Vergleich zum mühsamen 4:3-Erfolg in Erfurt fünf Tage zuvor „bei vielen einzelnen Spielern Fortschritte, auch in der Abstimmung der einzelnen Mannschaftsteile.“ Einige Spieler wie Bastian Schweinsteiger oder Miroslav Klose steckten „noch halb in der Vorbereitung. Viele der Europameisterschaftsnachzügler sind noch gar nicht auf dem Leistungsstand, auf dem sie sein müssen.“ Insgesamt spüre die Mannschaft aber, dass „immer mehr Frische und Bewegung reinkommt.“

Hinzu kommt, dass gegen den HSV erneut acht Profis gefehlt haben, immerhin gehört Neuzugang Tim Borowski nach überstandener Knieverletzung erstmals dem Kader an. Doch der Nationalspieler konnte nach seiner Einwechslung auch noch keine entscheidenden Akzente setzen, was angesichts von nur 45 Minuten Spielpraxis in der Vorbereitung kaum verwundert. „Man hat eben doch gespürt, dass einige unserer besten Spieler fehlen“, stellte Hoeneß fest. „Auf Dauer können wir Luca Toni, Franck Ribéry und Martin Demichelis einfach nicht ersetzen.“

Weitere Inhalte