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Die Moral stimmt

FCB sieht sich im Aufwind

Als nach 90 kurzweiligen Minuten im ausverkauften Dortmunder Signal-Iduna-Park der Schlusspfiff kam, musste man nur in das Gesicht der beiden Trainer schauen, um zu wissen, was sie vom Endergebnis hielten. Während Jürgen Klinsmann sogar ein leichtes Lächeln über sein Gesicht huschte, sah Jürgen Klopp alles andere als glücklich und zufrieden aus.

1:1 trennten sich Klopps Dortmunder und Klinsmanns Bayern an diesem Nachmittag, doch im Gegensatz zur Punkteteilung am ersten Spieltag gegen den Hamburger SV konnte man auf Seiten des FCB mit diesem Resultat diesmal viel besser leben. „Man kann hochzufrieden sein, wenn man hier mit zehn Mann und nach Rückstand noch 1:1 spielt“, hielt Bayern-Manager Uli Hoeneß fest: „Ich bin mit der Moral der Mannschaft sehr zufrieden.“

„Wir haben einen Punkt gewonnen“, sagte auch Nationalverteidiger Philipp Lahm. Coach Klinsmann hielt fest: „Aufgrund der Situation, die sich durch das Gegentor und den Platzverweis ergeben hat, war es nicht einfach für uns. Daher ist es wirklich bemerkenswert, wie meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit gespielt hat, wie sie den Ausgleich erzwingen wollte.“

Fast 70 Minuten lang hatte seine Mannschaft nach der Gelb-Roten-Karte für Kapitän Mark van Bommel (23., wiederholtes Foulspiel) in Unterzahl gespielt und zur Pause durch das frühe Tor von Jakub Blaszczykowski (8.) in Rückstand gelegen. Dann stellte Klinsmann um, brachte Tim Borowski für den glücklosen Miroslav Klose und leitete damit die Wende. Eben jener Borowski war es nämlich, der in der 74. Minute mit seinem ersten Tor für den FCB den Ausgleich erzielte und auch ansonsten viele gute Aktionen hatte. „Der Junge hat eine richtig gute zweite Halbzeit gespielt“, lobte auch BVB-Trainer Klopp.

FCB-Übergewicht in der Statistik

„Das Unentschieden war gerecht“, betonte Lahm. Kaum einer dürfte dies nach einem Blick auf die Statistik bezweifeln. 14:6 Ecken, 55 Prozent Ballbesitz und 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe verdeutlichen nur zu gut das Übergewicht, dass sich der FCB trotz Unterzahl phasenweise erspielte. „Von der kämpferischen Einstellung her war es sehr gut“, sagte Schweinsteiger, der nach knapp einer Stunde mit einer Rettungstat auf der Linie gegen Kringe die Vorentscheidung im Spiel verhinderte.

So konnten sich die Bayern nach dem Spiel über einen Punktgewinn freuen. Das zweite Remis im zweiten Spiel bedeutet den schlechtesten Saisonstart seit neun Jahren. Für Hoeneß aber überhaupt kein Grund zur Panik. „Wir wussten, dass der Start auf Grund all der Schwierigkeiten mit der Vorbereitung holprig wird“, so der Manager. „Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, aber wir werden besser“, erklärte Schweinsteiger. Am kommenden Spieltag gegen Hertha - so waren sich alle Bayern einig - wird es den ersten Sieg geben.

Übrigens: Nach dem schwachen Start vor neun Jahren mit nur einem Punkt nach zwei Spieltagen (2:2 gegen HSV, 0:2 in Leverkusen) stand für den FCB am Ende der Saison der Double-Gewinn und der Einzug ins Halbfinale der Champions League. Uli Hoeneß sagte: „Wenn wir jetzt schon oben wären, wäre die Bundesliga doch schon wieder langweilig."