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Nach Scudetto-Hattrick

Inter ist heiß auf die Champions League

Lange, sehr lange hatte man beim FC Bayern auf diesem Moment warten müssen. Exakt 25 Jahre und 11 Tage vergingen zwischen dem 12. Mai 1976 und dem 1:0-Sieg gegen St. Etienne im Endspiel um den Landesmeister-Cup und dem 23. Mai 2001. Im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion gewannen die Münchner damals nach dramatischem Verlauf gegen den FC Valencia im Elfmeterschießen das Champions-League-Finale.

Aber was sind schon 25 Jahren, werden sich da die Verantwortlichen bei Inter Mailand sagen. Seit über 43(!) Jahren warten die „Nerazzurri“ nun schon auf eine Wiederholung des Erfolgs aus der Saison 1964/65, als Benfica Lissabon im Endspiel besiegt wurde. Präsident damals war Angelo Moratti. Mit seinem Namen wird gleichzeitig die erfolgreichste Epoche in der nun 100-jährigen Geschichte Inters verbunden.

Massimo Moratti will es Vater Angelo gleichtun

Heute führt dessen Sohn Massimo den Verein an. Seit 13 Jahren schon versucht der Öl-Tycoon mit großen finanziellen Anstrengungen, den Klub wieder an die europäische Spitze zu führen, heuerte zahlreiche Top-Trainer an wie Marcello Lippi oder Hector Cuper und verpflichtete unzählige Spieler. Doch selbst „Il Phenomeno“ Ronaldo brachte nicht den erwünschten Erfolg zu Inter, das international seit Jahren klar im Schatten des Lokalrivalen AC Mailand steht.

Um die lange Durststrecke zu beenden, nahm Moratti in diesem Sommer mit José Mourinho die derzeit wohl schillerndste Trainer-Figur in Europa unter Vertrag und entließ dafür Erfolgscoach Roberto Mancini, der zuvor drei Mal in Folge den „Scudetto“ mit Inter gewann. „Ich wollte die Nummer eins haben, und Mourinho ist meiner Ansicht nach der Beste", sagte Moratti über den Portugiesen, der zuvor vergeblich versuchte hatte, dem FC Chelsea London einen Sieg in der „Königsklasse“ zu bescheren und im September 2007 beim aktuellen Klub von Michael Ballack beurlaubt worden war.

Inter, der Klub der Deutschen

Doch Mourinho weiß durchaus, wie man die Champions League gewinnen kann. 2004 besiegte er mit dem FC Porto im Finale den AS Monaco, ein Jahr zuvor hatte er mit demselben Klub den UEFA-Cup geholt. Mit Mourinho kamen der defensive Mittelfeldspieler Sulley Ali Muntari vom FC Portsmouth und Flügeldribbler Mancini vom AS Rom zu Inter. Um Franck Lampard, Mourinhos Weggefährten beim FC Chelsea, bemühten sich Mourinho und Präsident Moratti bislang vergeblich.

Während im aktuellen Kader nur noch fünf Italiener stehen, dafür aber fünf Brasilianer und sogar sechs Argentinier, war Inter früher der Klub der Deutschen. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat in den 80er Jahren da gespielt (und wird heute noch in Mailands Straßen um Autogramme gebeten). Ihm folgten die Ex-Bayern-Spieler Lothar Matthäus und Andy Brehme sowie der heutige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer. Und auch Jürgen Klinsmann hat schon das Trikot der „Nerazzurri“ getragen und gewann in seinen drei Jahren in Mailand 1991 den UEFA-Cup.

Adriano kämpft um Anschluss

Heute heißen die Stars beim 16-maligen italienischen Meister Topstürmer Zlatan Ibrahimovic, Patrick Vieira, Javier Zanetti, Esteban Cambiasso, Weltmeister Marco Materazzi und Adriano. Letztgenannter versucht in diesem Sommer nach langer Verletzungspause und gesundheitlichen Problemen, wieder Anschluss an den 28 Mann starken Kader zu gewinnen.

Knapp vier Wochen hat der brasilianische Stürmer dazu noch Zeit. Am 31. August startet Inter bei Sampdoria Genua in die neue Saison der Serie A. Und auch den 27. Mai werden sich Moratti und Mourinho schon ganz fett im Terminkalender angekreuzt haben. Dann findet in Rom das Endspiel der Champions League statt.

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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