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Saisonstart in Erfurt

'Wir sind Bayern, wir sind Favorit'

Sieben Testspiele und 41 Vorbereitungstage mit meist je zwei Trainingseinheiten sind absolviert - jetzt wird es ernst. Am Sonntag (ab 20.15 Uhr im FCB-Liveticker) beginnt für die Bayern die neue Saison. „Die Vorfreude ist da“, berichtete Jürgen Klinsmann vor seinem ersten Pflichtspiel mit dem Rekordmeister. Aber der neue FCB-Chefcoach weiß auch: „Jetzt werden wir an Resultaten gemessen.“ Die erste Hürde im DFB-Pokal heißt Rot-Weiß Erfurt - eine scheinbar machbare Aufgabe, wenn da nicht Burghausen wäre.

„Wir wollen vermeiden, dass es so ein Krimi wird wie in Burghausen“, erinnerte Klinsmann an den Pokalauftakt vor einem Jahr. Beim Drittligisten aus Oberbayern hatte sich der FCB erst im Elfmeterschießen durchgesetzt, beinahe wäre der Pokaltraum schon in der ersten Runde geplatzt. „Wir sind alle gewarnt“, betonte Philipp Lahm, „wir wissen, was auf dem Spiel steht.“

Professionelle Vorbereitung

Entsprechend ernsthaft bereiten sich die Bayern auf die Aufgabe in der thüringischen Landeshauptstadt vor. „Wir gehen das professionell an und sind gut informiert“, meinte Klinsmann, der die Erfurter von Michael Henke vor Ort beobachten ließ. Mit DVDs wurde die Mannschaft auf den Drittligisten eingestimmt. „Die haben drei, vier gute Einzelspieler“, berichtete Miroslav Klose.

Nach den Erkenntnissen im Vorfeld fährt der FC Bayern jetzt „voller Respekt und Hochachtung“ (Klinsmann) nach Erfurt. Doch eines ist klar: „Wir sind der FC Bayern, wir sind Favorit - und so werden wir auch auftreten“, wie Hamit Altintop betonte. Lahm sagte: „Ich gehe davon aus, dass nach 90 Minuten der Kas gebissen ist.“

Schneller und riskanter spielen

Der Rekordpokalsieger weiß aber auch, dass er wie in Burghausen mit Gegenwehr zu rechnen hat. „Einfach wird’s nicht. Die Erfurter wissen schon, wie man eine Mannschaft wie den FC Bayern schlagen kann“, mahnte Franz Beckenbauer. Erfurts Trainer Karsten Baumann war bei der 0:1-Niederlage der Münchner gegen Inter Mailand in der Allianz Arena - es ist damit zu rechnen, dass er seine Mannschaft am Sonntag ähnlich defensiv einstellt wie die Mailänder.

Um dieses Defensivbollwerk zu knacken, fordert Klinsmann vor seinem Team „noch schnelleres Passspiel. Wir müssen auch versuchen, uns Eins-gegen-Eins durchzusetzen und über außen durchzukommen.“ Klose erhofft sich zudem „mehr Risikobälle in die Spitze“ als zuletzt gegen Mailand. Nach wie vor könne aber auch in Erfurt noch nicht alles klappen - darauf weisen die die Bayern immer wieder hin. „Man kann nicht erwarten, dass am Sonntag schon alles funktioniert. Das wäre auch nicht normal“, meinte Lahm.

FCB ohne Acht

Zu schwierig war die Vorbereitung, in der sich die Münchner laut Klinsmann noch bis Ende August, Anfang September befinden. Abgesehen vom späten Trainingsstart zahlreicher EM-Rückkehrer, die sich zum Teil erst seit drei Wochen in der Vorbereitung befinden, hat der FCB zum Saisonstart auch noch viele Ausfälle zu verkraften.

Acht Profis stehen Klinsmann in Erfurt nicht zur Verfügung: Luca Toni, Franck Ribéry, Martin Demichelis, Willy Sagnol, Hans Jörg Butt und Tim Borowski fehlen verletzt, José Ernesto Sosa und Breno sind bei den Olympischen Spielen im Einsatz. In Erfurt füllt Klinsmann seinen Kader daher mit Deniz Yilmaz, Thomas Müller und Holger Badstuber aus der zweiten Mannschaft auf.

Erfurts Keeper gerüstet

Beim Gegner stärkt dies die Hoffnung, vielleicht für eine Sensation sorgen zu können. „Wir werden Vollgas geben gegen die Bayern“, versprach Trainer Karsten Baumann, der aber auch weiß: „Man kann die Bayern schlagen - das geht aber nur, wenn wir einen guten Tag haben und sie einen schlechten.“

Rot-Weiß-Torwart Dirk Orlishausen will nichts dem Zufall überlassen. Co-Trainer Heiko Nowak informierte ihn über die Strafstoß-Vorlieben der Bayern. Einen Spickzettel wie einst Nationalkeeper Jens Lehmann braucht er aber nicht. „Das merke ich mir. Wir wollen es besser machen als Burghausen im vergangenen Jahr.“

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