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'Das war zu wenig'

Bayern ärgern sich über sich selbst

Platz neun, zwei Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen - nach sechs Spieltagen sieht die Bundesligatabelle nicht so aus, wie sich der FC Bayern das vorgestellt hat. „Ich habe festgestellt, dass jetzt eine ganze Menge Mannschaften vor uns sind. Der Anblick der Tabelle nervt mich“, fand Uli Hoeneß am Samstag nach der zweiten Saisonniederlage in Hannover deutliche Worte. „Wir sollten sehr bemüht sein, diesen Zustand nicht allzu lange währen zu lassen.“

0:1 (0:1) musste sich der Rekordmeister in Hannover geschlagen geben - und das trotz 59 Prozent Ballbesitz, 51 Prozent gewonnenen Zweikämpfen, 14:9 Torschüsse und 14:3 Flanken. „Es war eine total unnötige Niederlage, die weh tut“, sagte Jürgen Klinsmann, der sich „vehement“ ärgerte. Ein Freistoßtor von Szabolcs Huszti (23. Minute) - es war überhaupt der erste Torschuss der Gastgeber - entschied die Partie zugunsten der Niedersachsen.

„Das 0:1 war eigentlich kein Problem, weil wir bis zu diesem Zeitpunkt das Spiel diktiert haben“, meinte Klinsmann. Problematisch war jedoch, wie die Bayern auf das Gegentor reagierten. „Wir haben komplett den Rhythmus verloren. Um das Spiel umzudrehen, hat uns vieles gefehlt: Kreativität, Spielwitz und das Spiel ohne Ball“, analysierte der FCB-Cheftrainer. „Das ist natürlich zu wenig, um den Gegner zu Fehlern zu zwingen und sich Torchancen herauszuspielen.“

Optisch war der FCB gerade in der zweiten Halbzeit deutlich überlegen, das Tor der Hannoveraner geriet aber kaum in Gefahr. „Wir haben den Ball in den eigenen Reihen gehalten, aber ihn dann nicht mit ein, zwei Kontakten nach vorne gespielt“, bemängelte Andreas Ottl. Um die massive Defensive der Gastgeber knacken zu können, habe die nötige Konzentration gefehlt, meinte Philipp Lahm. „Schon im Spielaufbau haben wir viel zu viele Fehler gemacht.“

„Unsere Mannschaft hat heute nicht ihr wahres Gesicht gezeigt“, betonte Franck Ribéry, der in Hannover nach überstandener Verletzung weitere 45 Minuten Spielpraxis sammelte. Die Bayern wissen aber auch, dass die Zeit drängt. Hoeneß forderte „bald eine kleine Serie“ zu starten. „Das müssen wir auch, um die Bundesliga aus unserer Sicht nicht uninteressant zu machen.“

Schon am Dienstag hat der Rekordmeisters in der Champions League die Chance, sich anders zu präsentieren. Olympique Lyon, der noch ungeschlagene Tabellenführer der französischen Ligue 1, gastiert in der Allianz Arena. „Da haben wir die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen“, meinte Lahm. Miroslav Klose betonte: „Jetzt muss eine Reaktion kommen.“

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