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'Es hat Spaß gemacht'

Bayern begeistern beim ersten Sieg

Auf dem Platz spielte sich die Mannschaft in einen Rausch, auf der Bank klatschten sich Uli Hoeneß und Jürgen Klinsmann freudestrahlend ab, durchs Stadion schwappte die Welle („Oh, wie ist das schön…“) und am Ende beendete Miroslav Klose sogar noch seine Torflaute - beim 4:1 (1:0) gegen Hertha BSC Berlin erlebte der FC Bayern einen perfekten Sonntagabend. „Wir haben ein wunderbares Fußballspiel mit wunderbaren Kombinationen gesehen“, war Uli Hoeneß „sehr, sehr zufrieden. Die Zuschauer waren total aus dem Häuschen.“

Die Stimmung in der Allianz Arena war nach dem ersten Sieg im dritten Saisonspiel tatsächlich prächtig. „Man hat auch an der Reaktion der Fans gemerkt, dass das Spiel heute schön war“, sagte Philipp Lahm, der den ersten Dreier der neuen Saison als „extrem wichtig“ bezeichnete. „Damit nach den beiden Auftaktunentschieden Ruhe einkehrt.“

Es war aber nicht allein der erste Saisonsieg, der die Atmosphäre in der Allianz Arena beflügelte, es war vor allem die Spielweise der Mannschaft. „Es hat Spaß gemacht“, sagte Jürgen Klinsmann, der „natürlich froh“ war über seinen ersten Bundesligasieg als Trainer. „Vor allem aber sind wir sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie die Mannschaft in das Spiel gegangen ist“, betonte der FCB-Chefcoach.

So deutlich wie bislang noch nie war die Handschrift des neuen Trainers in einem Pflichtspiel des FC Bayern zu sehen. „Wir haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten schnell die Initiative ergreifen, den Gegner unter Druck setzen, den Ball laufen lassen und mit wenigen Kontakten spielen. Das ist uns sehr gut gelungen. Auch das Spiel ohne Ball hat uns sehr gut gefallen“, sagte Klinsmann, „ein Lob an die Mannschaft. Alle haben heute auf sehr hohem Niveau gespielt.“

57 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 11:1 Ecken, 14:3 Flanken, 19:9 Schüsse - die Statistik zeugte von der Überlegenheit des FCB und auch im Ergebnis wurde der starke Auftritt der Bayern deutlich. Luca Toni (12.) eröffnete in der ersten Halbzeit den Torreigen, nach der Pause schraubten Philipp Lahm (54.) sowie Bastian Schweinsteiger (56.) und Miroslav Klose (70.) mit zwei verwandelten Foulelfmetern das Ergebnis in die Höhe. Für Klose war es der erste Ligatreffer seit einem halben Jahr. Das Gegentor kurz vor Schluss durch Marko Pantelic (84.) war nur noch Nebensache.

Als „eher zu tief“ ordnete Hoeneß das Endergebnis ein. „Wir hätte noch zwei, drei Tore mehr Differenz erspielen können.“ Bei der Hertha war man froh, mit nur vier Gegentoren im Gepäck die Heimreise antreten zu können. Trainer Lucien Favre verspürte während der 90 Minuten in der Allianz Arena teilweise „Panik“, Manager Dieter Hoeneß „Angst“. Kapitän Arne Friedrich sagte: „So ein unterlegenes Spiel habe ich selten gesehen - außer vielleicht beim 1:4 im letzten Jahr - auch gegen die Bayern.“

„So langsam kommen wir ins Rollen“, stellte Klinsmann zufrieden fest. Nach der Genesung von Martin Demichelis (Klinsmann: „Micho hält den Laden zusammen.“) ließ er seine Mannschaft erstmal mit der Dreierkette auflaufen. „Heute haben wir mit einem 3-5-2-System gespielt, um gerade im Mittelfeld einen Mann mehr zu haben“, erklärte der Trainer. Die Folge war ein aggressives Pressing, mit dem die Bayern die Hertha von der ersten Minute an unter Druck setzten und die Tore erzwangen.

Spieler und Mannschaft kommen somit immer näher an den Punkt, wo Klinsmann sie haben will. „Die Mannschaft wird langsam fit, die verletzten Spieler kommen zurück, die EM-Spieler kommen langsam in Form“, erklärte Hoeneß, wie sich die Mannschaft im Vergleich zum Spiel in Dortmund eine Woche zuvor so deutlich steigern konnte. Und diese Entwicklung soll sich fortsetzen. Tim Borowski betonte: „Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht, sind aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt.“

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