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Lahm macht die 50 voll

'Das schafft man nicht so nebenbei'

Lothar Matthäus kam auf 36, Jürgen Klinsmann auf 12, Jürgen Kohler auf 32 - wenn Philipp Lahm am Mittwoch in Finnland für die deutsche Nationalmannschaft aufläuft, bestreitet er sein 50. Länderspiel. Im Alter von 24 Jahren und knapp zehn Monaten hat er damit öfter das DFB-Trikot getragen als die drei aktuellen Rekordnationalspieler. Und es könnten sogar noch mehr sein, hätte der FCB-Profi das Länderspieljahr 2005 wegen Verletzungen nicht komplett verpasst. „Natürlich freue ich mich auf mein 50. Länderspiel“, sagte Lahm vor seiner Jubiläumspartie, „das schafft man ja nicht so nebenbei. Am schönsten wäre es natürlich, wenn wir dieses Spiel gewinnen.“

Doch das wird nicht so einfach werden wie am vergangenen Samstag beim 6:0 in Liechtenstein. „Finnland ist eine andere Hausmarke“, weiß Lahm, der bei den letzten Duellen mit dem 1000-Seen-Land noch nicht zur deutschen Nationalmannschaft gehörte. In der Qualifikation für die WM 2002 tat sich die DFB-Auswahl gegen Finnland zweimal schwer (2:2/0:0) und musste durch die Punktverluste in die Playoff-Spiele gegen die Ukraine.

Erster Test für die Abwehr

Damit dies nicht noch einmal passiert, brach das DFB-Team bereits am Mittwoch, einen Tag früher als ursprünglich gebucht, Richtung Finnland auf. Frühzeitig soll alle Konzentration auf die Partie gerichtet werden. „Die sind gespickt mit Spielern von der Insel. Da herrscht eine hitzige Atmosphäre. Da werden wir sehen, wie wir bestehen können“, sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Anders als zum Auftakt der WM-Qualifikation in Liechtenstein steht in Finnland auch die Defensive vor einer ersten Bewährungsprobe. „In diesem Spiel wird sicherlich auch unsere Abwehr mehr geprüft“, meinte Lahm, der die Finnen als unangenehmen Gegner einschätzt. „Diese Mannschaft ist gut in der Defensive und taktisch stark.“

Trotzdem ist Lahm siegessicher. „Wir haben den Anspruch, auch in Finnland zu gewinnen“, betonte er. In Helsinki gelte es, die nötige Konzentration und Aggressivität an den Tag zu legen. Ihre Treffsicherheit hat die deutsche Offensive in Liechtenstein bewiesen. „Wenn wir unsere Pässe vorne rein spielen, bekommen wir gegen jeden Gegner unsere Chancen. Wir haben schon gezeigt, dass wir auch defensive Mannschaften dominieren können. Wir müssen aber noch mehr Bälle für unsere Stürmer in den Strafraum bringen“, sagte Lahm.

Lob von Klinsmann

Wie beim FC Bayern wird der Münchner auch in der Nationalmannschaft wieder als Linksverteidiger auflaufen. Sein Zusammenspiel auf der linken Seite mit den offensiv ausgerichteten Piotr Trochowski und Lukas Podolski hat zuletzt gut geklappt. „Lahm und Trochowski bildeten schon im Testländerspiel gegen Belgien ein gutes Paar“, sagte Löw. Das Liechtenstein-Spiel hat diesen Eindruck bestätigt.

„Philipp hat eine enorm hohe Spiel-Intelligenz. Er behält auch unter Druck die Übersicht und macht im Moment alles richtig“, findet auch Jürgen Klinsmann nur lobende Worte über Lahm. Der 24-Jährige präsentiert sich gleich zum Saisonstart in Topform. Lahms Niveau sei im Moment für andere „nur sehr schwierig zu erreichen“, meinte Klinsmann. Das gilt sowohl für den FC Bayern als auch für die deutsche Nationalmannschaft. In allen seinen bisherigen 49 Länderspielen stand Lahm in der Startformation, am Mittwoch macht er die 50 voll.

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