präsentiert von
Menü
Nach toller Geste

Glücklicher Klose beendet 'Seuche'

Drei Tore des phasenweise glänzend aufspielenden FC Bayern hatten die 69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena gegen Hertha BSC schon bejubeln können, doch den emotionalsten Moment dieses wunderbaren Nachmittages erlebten sie in der 70. Minute.

Nach einem Foul im Strafraum an Zé Roberto entschied Schiedsrichter Kempter folgerichtig auf Strafstoß. Miroslav Klose nahm den Ball auf und gab ihn weiter an Bastian Schweinsteiger, der kurz zuvor bereits den ersten Elfer sicher zum 3:0 verwandelt hatte. Luca Toni kam hinzu, nach einer kurzen Unterredung gab Schweinsteiger aber unter dem donnernden Applaus der Zuschauer das Spielgerät zurück an Klose. Der lief an und verwandelte sicher zum 4:0.

Sicherlich hat Klose in seinem Leben schon entscheidendere Treffer erzielt. Für ihn persönlich war es dennoch sicherlich einer der wichtigsten überhaupt. Es war nämlich sein erster in der Bundesliga seit genau einem halben Jahr. Am 1. März hatte der Nationalstürmer beim 1:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 den Siegtreffer erzielt. „Das Spiel war ein gutes Zeichen für mich und ich bin glücklich, dass ich mal wieder getroffen habe“, sagte ein sichtlich erleichterter Klose nach dem Spiel.

Wenige Minuten vor seinem Elfmetertreffer war er noch der Verzweiflung nahe gewesen. Nach einem perfekten Zuspiel von Schweinsteiger hatte Klose an der Fünfmeterlinie den Fuß hingehalten, doch statt ins Tor ging der Ball lediglich an den Innenpfosten. „Eigentlich mache ich in dieser Szene alles richtig. Ich treffe den Ball zwar nicht ganz, aber wenn man so die Seuche hat, geht selbst so einer nicht rein“, gab er später Einblick über sein Seelenleben in diesem Moment. Mit einem Hieb und einem Tritt gegen das Torgestänge hatte Klose seinem Frust freien Lauf gelassen.

Am Ende hatte aber auch er noch allen Grund zur Freude - dank einer Gemeinschaftsaktion seiner Teamkollegen. „Eigentlich war ich für den Elfmeter nicht vorgesehen“, sagte Klose, „aber es ist schon ein großes Zeichen, wenn mir die beiden den Ball übergeben - und dazu noch die hervorragende Reaktion des Publikums.“ Keine Sekunde habe er in diesem Moment gezögert, den Strafstoß auszuführen. „So eine Chance darf mach sich nicht entgehen lassen.“

Schweini und Co. helfen Klose

„Es spricht für die gute Stimmung in der Mannschaft, dass man den Elfmeter gerade dem gibt, der ihn am dringendsten braucht“, freute sich Hoeneß über die spontane Geste. „Ich wollte, dass er den Elfmeter schießt, weil ich mir dachte, dass es ihm gut tun würde“, berichtete Schweinsteiger später. Trainer Jürgen Klinsmann meinte: „Es hat die Jungs besonders gefreut, dass Miro Klose einen reingedrückt hat.“

Während in den Medien der Druck auf den glücklosen Klose zuletzt ständig anwuchs (Klinsmann: „Miro wird seit Wochen kritisiert, doch wir wissen alle in Deutschland, dass er unser bester Stürmer seit Jahren ist“), konnte sich der 30-Jährige der Rückendeckung des FCB stets sicher sein. „Nicht nur der Trainer, sondern die ganze Mannschaft und der Manager haben immer zu mir gehalten und die passende Worte gefunden“, sagte Klose. Sein Rezept gegen die Torlosigkeit war einfach. „Ich habe noch mehr gearbeitet als sonst und mir das so letztendlich verdient.“

Weitere Inhalte