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Ribérys Rückkehr

'Ich konnte es kaum erwarten'

Um sein Töchterchen glücklich zu machen, musste sich Franck Ribéry am Mittwoch ganz besonders ins Zeug legen. Da reichte es nicht, dass der Papa nach dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte, da waren schon Größeres notwendig, konkret „Berni“, das FCB-Maskottchen. Also organisierte Ribéry in den Katakomben der Allianz Arena ein Treffen mit dem Bayern-Bären. Die Tochter strahlte, der Papa lachte. Es war die Krönung eines gelungenen Ribéry-Abends.

Vergessen waren in diesem Moment die drei Monate Verletzungspause nach einem Syndesmosebandriss im linken Sprunggelenk, vergessen war die Zeit auf Krücken und das wochenlange, harte Rehatraining, vergessen war die Oberschenkelverhärtung, die sein Comeback am vergangenen Wochenende verhinderte. „Es war ein bizarres Gefühl, so lange pausieren zu müssen. Das war eine harte Zeit“, erzählte der 25-Jährige und fügte mit Bestimmtheit hinzu: „Das ist Vergangenheit.“

Denn am Mittwochabend meldete sich Ribéry zurück. 99 Tage nach seiner Verletzung kam der Franzose erstmals wieder zum Einsatz, beim DFB-Pokalspiel gegen Nürnberg wurde er in der 65. Minute eingewechselt - die 65.000 Zuschauer in der Allianz Arena tobten, viele erhoben sich sogar von ihren Plätzen. „So etwas habe ich noch nie erlebt, das war schon extrem“, meinte Philipp Lahm zum Applaus für den Rückkehrer.

Schon in der Halbzeit hatten die Fans gejubelt, als Ribéry zum Aufwärmen auf den Rasen lief. „Es war abgesprochen, dass ich 30 Minuten spiele“, berichtete Ribéry später. Als er jedoch in der 60. Minute immer noch an der Tor-Aus-Linie auf seine Einwechslung wartete, wurde er unruhig. Von Warmlaufen konnte man längst nicht mehr sprechen. Ribéry stand nur noch da, dehnt mal das linke, mal das rechte Bein und schaute unablässig Richtung Trainerbank. „Ich konnte es kaum erwarten, eingewechselt zu werden“, erzählte er.

In der 62. Minute - die Fans hatten gerade begonnen, „Ribéry“ zu skandieren - erlöste Jürgen Klinsmann seine Nummer sieben und winkte. Ribéry spurtete zur Trainerbank, streifte sich sein Trikot über und stand drei Minuten später auf dem Platz. „Erleichterung“ und „Glück“ habe er im Moment seiner Einwechslung verspürt, erzählte der Rückkehrer. „Es hat mir großen Spaß gemacht, wieder auf dem Platz zu stehen.“

Doch nicht nur Ribéry war froh, auch für den FC Bayern war das Comeback des Franzosen „ein wichtiger Moment, den wir herbeigesehnt haben“, wie Klinsmann sagte. „Franck gibt uns viel Kreativität, Spontanität und Spielfreude.“ Uli Hoeneß freute sich ebenfalls „wahnsinnig, dass Franck heute wieder aufgetaucht ist. Man hat gesehen, wie die Leute nach ihm gelechzt haben. Franck ist ein Weltklassespieler. Keine Mannschaft der Welt kann sich seinem Charme und seinem Fußballspiel entziehen.“

Auf dem Platz ließ Ribéry seine Fähigkeiten nach drei Monaten Pause in Details aufblitzen. „Wie er das Spiel schnell macht, das ist schon allererste Sahne“, fand Hoeneß und: „Was er teilweise einfach aus dem Fußgelenk spielt, ist schon extraklasse.“ Ein bisschen Zeit muss man Deutschlands Fußballer des Jahres aber noch gönnen. „Die Bindung zum Spiel hat natürlich noch gefehlt, das ist normal“, sagte Hoeneß.

„Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Mir fehlt noch der Rhythmus“, weiß auch Ribéry, der jetzt „von Spiel zu Spiel“ (Klinsmann) zu seiner Bestform geführt werden soll. „Wenn er wieder fit ist, dann wird er uns viel Freude machen“, ist sich Hoeneß sicher. Zuerst einmal war es aber am wichtigsten, dass Ribéry überhaupt wieder auf dem Platz stand. „Ich bin sehr zufrieden, dass die Saison endlich für mich beginnen kann“, sagte er. Und auch seine Tochter kann sich freuen. Weiteren Treffen mit „Berni“ steht nichts mehr im Wege.

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