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Guter Einstand

Oddo macht Lust auf mehr

Die Tage vor seinem Wechsel nach München hat Massimo Oddo viel am Telefon verbracht. Da war zum einem Fabio Grosso, ein Mitspieler aus der Nationalmannschaft, der ihn unbedingt zu Olympique Lyon locken wollte. „Das Interesse von Lyon war sehr stark“, berichtete Oddo am Mittwoch. Eigentlich war seine Unterschrift unter einen Vertrag beim französischen Serienmeister nur noch reine Formsache.

Doch da war zum anderen ja noch Luca Toni. Der Bayern-Torjäger rief ihn ebenfalls mehrfach an, um vom Interesse des deutschen Rekordmeisters zu berichten und seinem Freund einen Umzug nach München schmackhaft zu machen. Als dann auch noch Karl-Heinz Rummenigge und Jürgen Klinsmann durch klingelten, wusste Oddo sofort, was zu tun war. Ende letzter Woche unterschrieb er einen Ein-Jahresvertrag beim FC Bayern.

Klinsmann lobt Oddo

„Bayern ist ein Verein mit großer Historie. Er zählt für mich zu den fünf, sechs besten Klubs der Welt“, verriet Oddo, warum er sich für Tonis FCB und gegen Grossos Olympique entschied. „Außerdem finde ich es attraktiver, in der Bundesliga zu spielen.“ Die Vorzüge deutscher Stadien hat der 32-Jährige bei der WM vor zwei Jahren bestens kennen gelernt.

Am Dienstagabend lief er dann erstmals im Bayern-Trikot in der Allianz Arena auf - und zeigte beim Abschiedsspiel von Oliver Kahn ein ums andere Mal seine Qualitäten. „Er hat ein sauberes Spiel, ist technisch begabt und dadurch kommt eine klare Linie rein. Sein Passspiel ist prima, seine Übersicht hat man bei den Diagonal-Bällen gesehen“, lobte Klinsmann am Tag danach seinen Neuzugang vom AC Milan und betonte: „Wegen all diesen Komponenten haben wir ihn auch geholt.“

„Ich denke, ich hatte einen ganz guten Einstand“, meinte Oddo, der mit einem fast schon genialen Pass das Ausgleichstor von Miroslav Klose einleitete. Das Spiel über die Flügel und dann die Flanke zu bringen - so wie mehrfach erfolgreich vorgemacht bei seiner Premiere - bezeichnete er als typisch für sein Spiel. „.Es ist eine Stärke von mir, so in die Offensive zu gehen. Aber zunächst einmal bin ich ein Abwehrspieler.“

Bei Milan und in der italienischen Nationalmannschaft spielte Oddo meist als rechter Verteidiger. Sein neuer Coach kann sich den Champions-League-Sieger von 2007 aber auch gut im rechten Mittelfeld vorstellen. „Durch die italienische Grundausbildung ist er taktisch sehr gut geschult und kann von seiner Spielanlage und Spielintelligenz her beides spielen“, erklärte Klinsmann. Oddos Platz in der Mannschaft dürfte auch davon abhängen, welches System Klinsmann wählt: Ob mit Viererkette oder wie zuletzt gegen Hertha BSC mit einer Dreier-Abwehr. „Für uns ist es wichtig, mehrere Alternativen zu haben“, betonte Klinsmann.

Zunächst für eine Saison haben sich beide Seiten auf eine Zusammenarbeit festgelegt. Danach besitzt der FCB eine Kaufoption für Oddo, der ein Hotelzimmer bezogen hat und auch dort vorerst wohnen möchte. Seine schwangere Frau und Sohn Davide bleiben zunächst in Italien. Schon bald möchte er mit einem Deutschkurs starten, weil es wichtig sei, „die Sprache zu sprechen.“ Bis dahin werden sicherlich Landsmann Toni und die fließend Italienisch sprechenden Klinsmann und Rummenigge seine ersten Ansprechpartner sein. „Wir hoffen, dass er sich hier wohlfühlt und einfach Spaß hat“, sagte Klinsmann.

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