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Pokalduelle gegen den Club

'Turban' und 'Titan' lassen Nürnberg verzweifeln

Duelle im Pokal mit dem 1. FC Nürnberg zählen für die Bayern stets zu den Höhepunkten. Oftmals erlebten die Zuschauer einen wahren Krimi, bis der Sieger zwischen dem FCB und dem FCN feststand. Bereits zum achten Mal treffen die beiden bayerischen Traditionsvereine in diesem Wettbewerb aufeinander, bis auf einmal kam der Sieger immer aus München. Ein gutes Omen also für den Rekord-Pokalsieger.

In den 60er und 70er Jahren wurde die Partie Bayern gegen Nürnberg gleich viermal ausgelost. 1966 siegten die Bayern im Halbfinale in Nürnberg durch ein Tor von Hans Nowak in der Verlängerung 2:1, gewannen danach auch das Endspiel in Frankfurt gegen Duisburg 4:2. 1968 folgte im Viertelfinale ein 2:1 für die Bayern, 1969 ein 2:0 mit dem späteren Finalsieg in Frankfurt gegen Schalke.

Nur eine Bayern-Niederlage

Nur 1970 mussten sich die Münchner dem Club in Nürnberg 0:2 geschlagen geben, was bis heute die einzige Pokalschlappe gegen die Franken bedeutet. Denn auch das Achtelfinale 1988 mit 3:1 und das bis heute unvergessene Finale 1982 gewannen die Bayern. Vor allem über das Endspiel 1982 in Frankfurt wird heute noch oft diskutiert, dieses Finale zählt zu den spannendsten der deutschen Pokal-Geschichte.

Zur Pause lagen die Bayern 0:2 zurück, Hintermaier aus 35 Metern und Dressel nach einem tollen Solo hatten die Nürnberger in Führung gebracht. Zudem musste Bertram Beierlorzer mit einem Achillessehnenriss bereits nach 25 Minuten ausgewechselt werden und Dieter Hoeneß konnte nach einem Zusammenprall mit Alois Reinhardt in der 13. Minute nur mit blutverschmiertem „Turban“ weiterspielen.

Matchwinner Hoeneß

Doch gerade an Dieter Hoeneß richtete sich die Mannschaft um Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge auf. „Dieter, du darfst dich jetzt nicht auswechseln lassen“, bekniete Manager Uli Hoeneß seinen Bruder in der Pause, und Trainer Pal Csernai munterte den Mittelstürmer mit den Worten auf „Komm, beiß die Zähne zusammen, wir brauchen dich.“

Und Hoeneß wurde tatsächlich gebraucht. Trotz klaffender Risswunde an der Stirn, die nach dem Spiel genäht wurde, bereitete Dieter Hoeneß zwei Treffer vor, erzielte sogar das alles entscheidende 4:2 per Kopf (!) selbst und avancierte so zum gefeierten Star vor 61.000 Zuschauern im Frankfurter Waldstadion. „Das war der wichtigste Sieg in meiner Karriere“, erinnert sich der heutige Hertha-Manager noch gerne an das 82er Finale.

Elferkrimi in München

Nicht minder dramatisch verlief das bislang letzte Pokalduell zwischen den Bayern und den Franken. 28. Oktober 2003, Münchner Olympiastadion, 2. Hauptrunde: Nach 90 Minuten stand es 1:1, Vittek für den „Club“ und Roy Makaay für die Bayern hatten die Tore erzielt in einer packenden Partie, die noch zu einem echten Pokal-Krimi avancierte. Da es auch nach 120 Minuten 1:1 stand, musste der Sieger per Elfmeterschießen ermittelt werden.

Als Ballack als zweiter Schütze an FCN-Keeper Schäfer scheiterte, schwand bei vielen Bayern-Fans schon die Hoffnung auf das Erreichen des Achtelfinales. Doch wie schon beim Endspiel der Champions League zwei Jahre zuvor in Mailand gegen Valencia war es Oliver Kahn, der den Bayern erneut im Elfmeterschießen zum Sieg verhalf. Denn der „Titan“ hielt die Elfer von Müller und Nikl - und die Bayern erreichten mit einem 7:6 die nächste Runde.

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