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Ottl im Interview

'Wir sind wieder da, wo wir hingehören'

Mark van Bommel, Zé Roberto, Tim Borowski oder gar Hamit Altintop - viele Namen wurden vor Saisonbeginn für die Position des zentralen Spielers vor der Abwehr gehandelt. Gespielt hat dort aber meist einer, den die wenigsten auf der Rechnung hatten: Andreas Ottl. In drei von vier Bundesligaspielen bekleidete der 23-Jährige die Rolle als „Sechser“ und machte seine Sache dabei außerordentlich gut.

„Mit Andreas Ottl sind wir super, super zufrieden“, lobte auch Trainer Jürgen Klinsmann das Münchner Eigengewächs und hob dabei vor allem hervor, „wie er seine Rolle ausfüllt und sich immer stärker positioniert in der Mannschaft. Wie er sich die ersten zweieinhalb Monate bei uns präsentiert hat, ist Topklasse.“ Vor dem Champions-League-Auftakt bei Steaua Bukarest sprach fcbayern.de mit dem Mittelfeldspieler.

Das Interview mit Andreas Ottl

fcbayern.de: Andi, endlich wieder Champions League! Wie groß ist die Vorfreude auf das erste Spiel in der „Königsklasse“ seit 17 Monaten?
Andreas Ottl: „Die Freude ist groß, endlich sind wir wieder da, wo der FC Bayern hingehört. Große Spiele, große Vereine, große Stadien, die Champions-League-Hymne vor dem Spiel - das freut jeden Spieler. Und ich glaube, nach einem Jahr Abstinenz sind wir auch froh, dass wir wieder da sind, wo wir hingehören.“

fcbayern.de: Zum Auftakt geht es gegen den rumänischen Rekordmeister Steaua Bukarest. Wie schätzt Du die Mannschaft ein?
Ottl: „Das ist kein einfacher Gegner. Sie spielen zuhause im eigenen Stadion sehr aggressiv. Das ist ein reines Fußballstadion mit einer hitzigen Atmosphäre, viel Stimmung. Und es ist eine spielstarke Mannschaft mit Spielern, die immer gerne den Ball haben und das Dribbling suchen. Deswegen wird es sicher keine einfache Aufgabe für uns in Bukarest.“

fcbayern.de: Neben Bukarest trefft Ihr auch auf Lyon und Florenz, wie schätzt Du die Gruppe insgesamt ein?
Ottl: „Auf den ersten Blick und von den Namen her könnte man meinen, dass das eine einfache Gruppe ist. Aber ganz im Gegenteil, ich glaube, das ist eine schwierige Gruppe. Wenn man auswärts in Bukarest, Florenz oder Lyon, die in den letzten Jahren immer eine gute Rolle gespielt haben, ran muss - das sind sicher keine einfachen Aufgaben. Aber wir fahren jetzt mit breiter Brust nach Bukarest und wollen da einen guten Start in die Gruppenphase hinlegen.“

fcbayern.de: Vor der Saison wurden viele Namen gehandelt für die Sechser-Position, gespielt hast aber meistens Du. Wie beurteilst Du Deine Situation?
Ottl: „Klar wurden viele Namen gehandelt, aber das war mir von vorneherein klar. Ich habe mir in der Vorbereitung vorgenommen, Gas zu geben, mich aufzudrängen, mich in jedem Testspiel in den Vordergrund zu spielen und dem Trainer anzubieten. Und ich habe zugesehen, dass ich körperlich in einer Topverfassung bin, damit ich meine Leistung abrufen kann, wenn ich gebraucht werde.“

fcbayern.de: Dennoch waren viele Außenstehende etwas verwundert, dass Du angesichts der großen Konkurrenz Deinen Vertrag verlängert hast. Warst Du Dir sicher, dass Du Dich in München durchsetzen würdest?
Ottl: „Es war für mich nie ein Gedanke, den Verein zu wechseln. Ich bin ein Spieler, der immer die Herausforderung sucht. Beim FC Bayern kann ich mich jeden Tag mit den Besten messen, kann jedes Jahr um Titel mitspielen und habe ein super Umfeld, in dem ich mich zu der Sechs entwickeln kann, die ich darstellen möchte. Von allen Spielern interpretiere ich die Sechs am defensivsten und darin sehe ich auch meine Chance, mich über Jahre hinweg auf dieser Position zu etablieren.“

fcbayern.de: Auch Jürgen Klinsmann war von Deinen bisherigen Leistungen beeindruckt. Hat er Dir das auch schon persönlich mitgeteilt?
Ottl: „Der Trainer hat mir auch eine sehr gute Vorbereitung attestiert. Ich denke, bisher waren meine Leistungen in Ordnung, das Feedback des Trainers ist sehr gut, er ist zufrieden mit mir. Deswegen versuche ich, weiter an mir zu arbeiten. Um mich dann aufzudrängen, wenn ich spiele.“

Das Interview führte: Carsten Zimmermann

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