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'Freude, Freude, Freude'

Bayern auf dem Weg nach oben

Es war einer jener seltenen verschlafenen Sonntage an der Säbener Straße. Nur ein paar Jugendspiele fanden um die Mittagszeit statt, ansonsten war das Fallen des Herbstlaubs die einzige Bewegung auf dem FCB-Gelände. Jürgen Klinsmann hatte seiner Mannschaft nach dem 4:2 (1:2)-Sieg gegen Wolfsburg trainingsfrei gegeben. Denn nach dem dritten Sieg innerhalb von acht Tagen war bei Bayern Durchschnaufen und Entspannung angesagt.

In der Champions League steht die Tür zum Achtelfinale weit offen, in der Bundesliga machte der FCB einen Sprung vom elften auf den fünften Rang. „Wir können sehr, sehr zufrieden aus dieser Woche herausgehen. Die Tabelle schaut schon wieder ganz anders aus“, meinte Uli Hoeneß nach dem abschließenden Dreier gegen Wolfsburg. „Heute heißt es: Freude, Freude, Freude.“

Der Jubel beim FC Bayern fiel auch deswegen gleich dreifach aus, weil die Mannschaft nach emotionalen Siegen gegen Karlsruhe und Florenz auch gegen Wolfsburg wieder eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit einem „hochverdienten“ (Hoeneß) Sieg abschloss. 0:2 lag der Rekordmeister nach Gegentreffern von Grafite (31./Foulelfmeter) und Edin Dzeko (33.) schon zurück - und die Herbstmeisterschaft, die Hoeneß wenige Tage zuvor als Ziel ausgegeben hatte, schien „ziemlich weit weg“ und „hinter den Alpen. Ich habe gedacht, so werden wir höchstens Hausmeister“, sagte der FCB-Manager.

Knackpunkte der Partie waren Franck Ribérys Anschlusstreffer (41.) kurz vor der Pause (Bastian Schweinsteiger: „Das hat uns einen Schub gegeben.“) und eine Verschwörung in der Halbzeitpause. „Die Mannschaft hat sich mit dem Trainer zusammen hochgepuscht“, berichtete Hoeneß, Klinsmann betonte, dass es „kein Donnerwetter“ gegeben habe und Christian Lell meinte: „Wir haben ein Spiel umgedreht - das schafft man nur, wenn man eine Mannschaft ist, wenn man sich in die Augen schaut und sagt: Jetzt erst recht. Das haben wir in der Kabine gemacht.“

Die Folge: In den zweiten 45 Minuten sahen die 69.000 Zuschauer in der Allianz Arena einen anderen FC Bayern. Jetzt stimmten Aggressivität und Laufbereitschaft, zudem griffen Klinsmanns Umstellungen in der Mannschaft. „Die Mannschaft hat von der 46. Minute an grandios gespielt, gefightet und all das gezeigt, was man in der ersten Halbzeit nicht gesehen hat“, sagte Hoeneß. Für die nötigen Tore zum Sieg sorgten schließlich Mark van Bommel (54.), der eingewechselte Tim Borowski (63.) und Schweinsteiger (80.).

„Es war kein Spiel für schwache Nerven“, atmete Klinsmann nach dem Schlusspfiff auf. Der FCB-Trainer verteilte „Komplimente“ und lobte die „Super-Moral“ seiner Mannschaft, gleichzeitig weiß er aber auch, dass es nach wie vor in der Defensive nicht stimmt. „Wir sind im Moment einfach nicht in der Lage, als kompakte Mannschaft in der Rückwärtsbewegung zu arbeiten“, analysierte er. „Sicherlich müssen wir uns Gedanken machen, wie das sein kann, dass ein Gegner bei uns wieder zwei Tore macht. Das muss verbessert werden“, bemängelte auch Hoeneß.

In Frankfurt (Mittwoch) und gegen Bielefeld (Samstag) haben die Bayern in der kommenden Woche gleich zweimal die Möglichkeit, sich weiter zu verbessern. Dann geht es auch in der Tabelle weiter „Schritt für Schritt nach oben“, ist Klinsmann überzeugt. „Wenn wir diese zwei Spiele gewinnen, sind wir sicherlich unter den ersten Drei“, meinte Hoeneß. Doch auch dies könne „nur eine Zwischenstation“, betonte Hoeneß. Platz eins ist und bleibt das Ziel des Rekordmeisters.

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