präsentiert von
Menü
Der 'andere' Klose

'Bin noch nicht bei hundert Prozent'

Die Statistiker hatten wieder einmal ganz genau nachgerechnet: Seit über 14 Stunden war Miroslav Klose ohne Torerfolg in der Champions League, sein letzter Treffer in der „Königsklasse“ datierte vom 14. Dezember 2005 beim 5:1-Sieg Werder Bremens über Panathinaikos Athen. Doch beim 3:0-Erfolg des FC Bayern im Gruppenspiel gegen den AC Florenz am Dienstagabend beendete der Nationalstürmer seine Torflaute und ebnete mit seinem frühen Treffer den Weg zum zweiten Sieg im dritten Spiel.

„Das ist ein anderer Klose, den wir heute gesehen haben als in den Wochen zuvor“, lobte Vereinspräsident Franz Beckenbauer den 30 Jahre alten Angreifer, der den Rekordmeister in Klassemanier bereits nach vier Minuten in Führung brachte. Nach Kopfballvorlage von Luca Toni setzte sich Klose energisch im Laufduell gegen Florenz‘ peruanischen Verteidiger Vargas durch und schob den Ball vorbei an Torhüter Frey ins Tor.

„Er startet im richtigen Moment, setzt seinen Körper ein, so dass der Verteidiger überhaupt keine Chance hat, hinzukommen“, schwärmte Beckenbauer weiter. „Er hat eine ganz andere Körpersprache als sonst, ist nicht mehr so vorsichtig und zurückhaltend.“ Für Klose war es das sechste Tor im 24. Champions-League-Spiel, zugleich war es nach dem Siegtreffer am vergangenen Wochenende in Karlsruhe sein zweiter Treffer innerhalb von vier Tagen.

Kein Wunder also, dass sich auch der frühere Weltklassestürmer und heutige Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann ganz „besonders“ über Kloses wiedergewonnene Treffsicherheit freute: „Bei Miro ist es offensichtlich, dass er immer mehr kommt, dass er immer mehr die Fitness bekommt, die er für sein Spiel braucht. Der Antritt kommt jetzt wieder, dann kann er sich vor dem Gegenspieler positionieren und dann hält einen Miro Klose nur noch ganz wenig.“

Noch Steigerungspotenzial

Für den Torschützen selbst waren seine zwei letzten Treffer das Resultat harter Arbeit in den vergangenen Wochen. „Wer mich kennt weiß, dass ich, wenn es nicht so läuft, noch mehr an mir arbeite, noch härter trainiere und versuche, mir die Sicherheit im Training zu holen.“ Es sei dann nur eine „Frage der Zeit“, bis er „das Selbstvertrauen und die Leichtigkeit, die man sich im Training erarbeitet“, auf dem Platz umsetzen könne.

Auch in den letzten Wochen habe er „nicht immer schlecht gespielt“, wie er beteuerte, „ich habe nur nicht getroffen.“ Doch das hat sich inzwischen ja wieder geändert. „Jetzt ist wichtig, dass ich wieder meine Tore und meine Leistung bringe. Ich fühle mich gut. Wichtig ist, dass die ganze Mannschaft funktioniert, dann kann ich auch meinen Teil dazu beitragen.“ Allerdings sieht Klose noch immer Steigerungspotenzial. „Ich bin noch nicht bei hundert Prozent.“

Jetzt Serie starten

Gleiches gelte aber auch für die Mannschaftsleistung, wie Klose weiter betonte. „Sicherlich sieht so ein 3:0 souverän aus, aber wir wissen selbst, dass es in der Abstimmung noch nicht so funktioniert“, sagte der Nationalstürmer. „Wir müssen noch mehr miteinander reden, kompakter stehen und konzentrierter sein.“ Dass der AC Florenz gegen den FCB 23 Torschüsse abgeben konnte sei „für Champions League viel zu viel“ gewesen.

Das soll sich nach Möglichkeit bereits am kommenden Wochenende im Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg ändern. „Wir müssen jetzt in der Bundesliga nachlegen. Wenn wir keine Punkte gegen Wolfsburg holen, dann war das Spiel gegen den KSC nutzlos. Wir müssen jetzt eine kleine Serie starten, es wird höchste Zeit.“ Klose hat seine (Tor-)Serie bereits gestartet, weitere 14 Stunden wird er sicherlich nicht auf seinen nächsten Treffer in der Champions League warten müssen.

Weitere Inhalte