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'Total unnötig'

FCB trauert verlorenen Punkten hinterher

Das Oktoberfest 2008 - es blieb deutlich hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Nasskaltes Herbstwetter vermieste so manchem Besucher den Wiesn-Ausflug, viele blieben stattdessen lieber gleich zuhause. Auch beim FC Bayern verlief die traditionell erfolgreiche Wiesn-Zeit nicht nach Wunsch: Nach dem 3:3 (2:1)-Unentschieden gegen den VfL Bochum stand am Ende lediglich ein Punkt aus den drei Bundesligabegegnungen während des Oktoberfests auf der Habenseite.

„Die Ergebnisse der letzten drei Spiele sind aus unserer Sicht definitiv unbefriedigend“, sagte ein enttäuschter Jürgen Klinsmann nach der Partie am Samstag in der ausverkauften Allianz Arena. Bis sieben Minuten vor dem Ende führte seine Mannschaft noch mit 3:1, ehe die Gäste aus Bochum mit einem furiosen Schlussspurt dem Rekordmeister den sicher geglaubten Sieg nahmen.

„Man darf sich so ein 3:1 nicht aus der Hand nehmen lassen, das geht einfach nicht“, so Klinsmann. „Das war total unnötig. Wir haben uns den Sieg durch Unaufmerksamkeiten vom Tablett nehmen lassen“, machte der 44-Jährige keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit. „Es brodelt in jedem von uns, ob Trainer oder Spieler. Es ist nicht so, wie wir uns das vorstellen. Der FC Bayern gehört in der Bundesliga-Tabelle ganz woanders hin als da, wo er jetzt steht."

Dabei sah es lange danach aus, als ob der Double-Gewinner der vergangenen Saison sich mit einem Dreier in die Länderspielpause verabschieden würde. Nach der frühen Führung durch Daniel van Buyten (15. Minute) und dem zwischenzeitlichen Ausglich von Sinan Kaloglu (29.) war es der überragende Zé Roberto (Klinsmann: „Er hat sensationell gespielt“), der den FCB mit seinem Doppelpack (45./68.) Richtung dritten Saisonsieg brachte.

Doch Christoph Dabrowski (83.) und Dennis Grote (85.) nutzten in der Schlussphase „eklatante Fehler in der Defensive“, wie Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge bemerkte, zum Punktgewinn für die Gäste. „Wir haben das Spiel total kontrolliert - beim Stand von 3:1 gab es überhaupt keine Anzeichen dafür, dass ein Gegentor fällt. Zumal wir die Chance zum vierten oder fünften Tor hatten", analysierte ein ratloser Uli Hoeneß.

Neben den „Unaufmerksamkeiten“ in der Abwehr ärgerte den früheren Weltklassestürmer Klinsmann vor allem die mangelhafte Chancenauswertung vor dem gegnerischen Tor. 24 Schüsse gaben Luca Toni & Co. Richtung Bochumer Gehäuse ab, aber nur drei fanden ihr Ziel. „Es hätte 5:1, 6:1 stehen können, wir haben Chancen gehabt für drei oder vier Bundesligaspiele.“

„Wir haben einige Fehler gemacht, ich habe das 4:1 verpasst“, gab sich Toni selbstkritisch. Allein sieben Mal zielte der Torschützenkönig der vergangenen Saison aufs Tor, doch ihm klebt das Pech derzeit besonders am Stiefel. „Wir müssen versuchen, die Fehler zu beheben, damit wir bald wieder siegen“, gab sich der italienische Weltmeister kämpferisch.

Nach sieben Spieltagen rangiert der FCB auf dem ungewohnten elften Platz, Grund, die Situation zu dramatisieren, sieht Bastian Schweinsteiger indes nicht. „Es gibt Phasen im Leben, da läuft es gut, und welche, da läuft es schlecht. Und im Moment läuft es in der Bundesliga nicht so, wie wir uns das vorstellen.“ Das soll sich nach der Länderspielpause in zwei Wochen beim Karlsruher SC ändern. Karl-Heinz Rummenigge jedenfalls forderte: „Wir müssen schnell in die Erfolgsspur zurück.“

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