präsentiert von
Menü
'Voll im Plan'

Hamit Altintop schuftet fürs Comeback

Es ist fast jeden Tag das gleiche Bild. Noch bevor die Mannschaftskollegen morgens das Leistungszentrum des FC Bayern betreten, ist Hamit Altintop schon lange da. Der türkische Nationalspieler ist meistens der Erste, der seinen Dienst an der Säbener Straße beginnt - und das, obwohl er seit mehreren Wochen verletzt zuschauen muss. Altintop arbeitet mit Hochdruck an seiner Rückkehr auf den grünen Rasen, auch wenn diese noch etwas dauern wird.

„Mir geht es gut, es läuft alles nach Plan“, sagte der 25-Jährige im Gespräch mit FCB.tv. Nach einem Mittelfußbruch Ende März, der darauffolgenden Reha und einer herausragenden Europameisterschaft mit der Türkei zwingt eine Stressreaktion des lädierten Mittelfußknochens Altintop seit Ende August zur Pause. Vor vier Wochen wurde er erneut operiert und befindet sich seitdem wieder im Aufbautraining.

„Es ist absolut ärgerlich“, so der 25-Jährige, der in der vergangenen Saison zu den großen Überraschungen im runderneuerten Kader des Rekordmeisters gehörte. „Voll motiviert“ sei er von der EM nach München gekommen, wo er unter einem neuen Trainerteam und einem neu geschaffenen Umfeld an seine Leistungen von der Euro 2008 anknüpfen wollte. „Und dann geht’s nicht, das ist schon ärgerlich.“

Doch Altintop, der seit seiner letzten OP einen Vollbart trägt („Ich find‘s gut“) ist keiner, der sich hängen lässt, im Gegenteil. „Ich bin voll motiviert, das kann hier auch jeder bestätigen“, meinte der frühere Schalker. Gemeinsam mit Thomas Wilhelmi („Er ist voll auf mich konzentriert, mit ihm bespreche ich alles von A bis Z“) arbeitet er täglich bis zu acht Stunden an seiner Fitness.

Und die ersten Erfolge haben sich inzwischen eingestellt. „Ich kann schon wieder einiges für die Beine und den Oberkörper machen, damit ich, wenn ich wieder laufen kann, nicht mehr so viele Defizite habe“, so Altintop. Seit kurzem trägt er einen Spezialschuh und kann die Belastungen so allmählich steigern. „Es geht bergauf und ich bin auf einem guten Weg.“

Zuspruch hat der schussgewaltige Mittelfeldallrounder in den letzten Wochen vor allem von seiner Familie und Freunden erfahren. „Entscheidend ist aber, was sich bei mir selbst im Kopf abspielt“, betonte Altintop. Wer in diesem Geschäft tätig ist „und seinen Körper jeden Tag quält“, der müsse auch damit zurechtkommen, wenn er mal verletzt ist. „Das ist dann ein Zeichen vom Körper: Das war zu viel, du brauchst wieder eine Pause. Aber ich versuche, das Beste draus zu machen.“

Doch auch wenn er derzeit zum Zuschauen verdammt ist, so ist Altintop umso eifriger, was die Pflege des Betriebsklimas angeht. „Ich verfolge ja alles mit, bin jeden Tag hier und sehe meine Mitspieler und die Trainer und kann als Außenstehender den einen oder andren Tipp geben.“ Dass es in der Bundesliga noch nicht nach Wunsch läuft, will Altintop nicht überbewerten. „Man hat immer wieder solche Phasen, aber wir sind stark genug. Und wenn wir zusammenhalten kommen wir da auch wieder raus.“

Wann Altintop wieder aktiv ins Geschehen eingreifen kann, ist noch offen. Nach Rücksprache mit den Ärzten und Trainern will er Schritt für Schritt, „von Woche zu Woche schauen.“ Entscheidend sei, dass er zum Zeitpunkt seines Comebacks „voll da ist und nicht immer wieder Pausen einlegen muss.“ Auf jeden Fall versprach ein hochmotivierter Altintop für seine Rückkehr: „Dann geht’s mal richtig rund.“

Weitere Inhalte