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Die Aufholjäger

Mit 'super Moral' erneut ein Spiel gedreht

Sechs Pflichtspiele nicht verloren, vier Siege in Serie - der FC Bayern greift wieder an. „Jetzt nehmen wir unseren Rhythmus mehr und mehr auf. Wir wollen an die Tabellenspitze, mit jedem Sieg kommen wir dem näher.“, sagte Trainier Jürgen Klinsmann nach dem 2:1-Erfolg am Mittwochabend bei Eintracht Frankfurt. In der Tabelle verbesserte sich der deutsche Rekordmeister damit auf Rang vier. „Die Bayern sind wieder da", meinte Premiere-Experte Stefan Effenberg nach dem Spiel.

Wie schon vier Tage zuvor gegen VfL Wolfsburg lag der Rekordmeister auch bei den Hessen zunächst in Rückstand ehe Franck Ribéry und Co. am Ende doch noch einen verdienten Sieg erkämpften. Vor allem die Tatsache, dass der FC Bayern erneut einen Rückstand wettmachen konnte, spricht für die tolle Moral und mentale Stärke der Klinsmann-Elf. „Sowohl beim Spiel gegen Wolfsburg als auch gestern hat die Mannschaft gezeigt, dass sie an sich glaubt, dass sie nach wie vor einen unglaublich staken Willen hat“, lobte Manager Uli Hoeneß und ergänzte: „Diese Spiele zu biegen ist ja keine Selbstverständlichkeit.“

Und bestimmt auch kein Zufall. In der Champions League hat es sich gegen Olympique Lyon bereits angedeutet, als man mit 0:1 ins Hintertreffen geriet und letztlich 1:1 spielte. Gegen den VfL Wolfsburg verwandelte das Klinsmann-Team einen 0:2 Rückstand in einer wilden Aufholjagd noch in einen 4:2-Erfolg. Erstmals seit 20 Jahren verwandelte der FCB dabei einen Zwei-Tore-Rückstand noch in einen Sieg. Und jetzt eben Frankfurt. Nach einem durchwachsenen Saisonstart melden sich die Aufholjäger eindrucksvoll zurück.

„Wir waren nicht beunruhigt, als zu Beginn einige Dinge daneben gegangen sind. Unsere Vorbereitung war durch die Europameisterschaft sehr kompliziert. Die momentanen Leistungen sind die logische Konsequenz unserer Arbeit in den vergangenen drei Monaten“, sieht sich Klinsmann durch die jüngsten Ergebnisse auf seinem Weg bestätigt. Die Statistik des Frankfurt-Spiels gibt ihm recht. 58 Prozent Ballbesitz und 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe belegen die Überlegenheit der Bayern.

Nach dem überraschenden Rückstand durch das Eigentor von Martin Demichelis (55.) reagierte der FC Bayern im Stile eines Champions und verwandelte durch die Treffer von Miroslav Klose (65.) und Ribéry (70.) den Rückstand innerhalb von fünf Minuten in einen Sieg. „Ich hatte ein gutes Gefühl, weil ich gesehen habe wie die Mannschaft das Eigentor aufgenommen hat“, gab Klinsmann nach dem Spiel Einblick in sein Seelenleben. „Die positive Körpersprache war da. Da wusste ich, jetzt schalten wir noch mal einen Gang höher und drehen das Ding um.“

Tim Borowski sieht dies ähnlich wie sein Trainer. „Natürlich war das Eigentor nicht gerade hilfreich. Aber viel wichtiger war die Reaktion, die wir anschließend gezeigt haben“, sagte der 28-Jährige: „Wir sind ein richtiges Team und haben eine super Moral an den Tag gelegt.“ Ohne diesen außerordentlichen Mannschaftsgeist und dem kollektiven Willen zum Erfolg wäre ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen. Schließlich sind Auswärtsspiele in Frankfurt für den FC Bayern immer eine heiße Kiste. „Mir war klar, dass wir das Spiel noch drehen“, brachte Bastian Schweinsteiger das neue Selbstvertrauen kurz und knackig auf den Punkt.

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