präsentiert von
Menü
Der nächste Schritt

Schweinsteiger 'setzt sich oben fest'

Na klar, kann er sich erinnern. Wer würde auch schon sein erstes Bundesligator vergessen? „Linksschuss, flach rechts unten rein zum 1:1“, erzählte Bastian Schweinsteiger fcbayern.de. Am 13. September 2003 war das, beim 2:3 in Wolfsburg. „Simon Jentzsch war im Tor“, blickte der Mittelfeldspieler zurück.

Fünf Jahre später heißt der Gegner erneut Wolfsburg, Schweinsteiger freut sich auf die Partie am kommenden Samstag. „Ich spiele überhaupt gern gegen Wolfsburg, da habe ich immer gute Spiele gemacht“, sagte er. Mit dem Bastian von vor fünf Jahren ist der heute 24-Jährige aber kaum mehr zu vergleichen. „Es ist viel passiert seitdem. Ich habe mich natürlich weiterentwickelt“, meinte er selbst.

'Das ist bemerkenswert'

Der junge Wilde von damals ist zu einem Leistungsträger beim FC Bayern und in der deutschen Nationalmannschaft geworden. Gerade in den letzten Wochen wurde dies deutlich. Mitreißend kämpfte er auf dem Platz - die Boulevardpresse taufte ihn „Kampfschweini“ -, spielentscheidend waren seine Aktionen. Zwei Tore und vier Vorlagen gehen in seinen bislang sieben Bundesliga-Einsätzen dieser Saison auf sein Konto, letzten Dienstag steuerte er einen sehenswerten Treffer zum 3:0-Sieg gegen den AC Florenz bei.

„Wir haben Bastian zum Beginn der Saison gesagt, dass jetzt der nächste Schritt in seiner Karriere kommt - und der heißt Konstanz“, berichtete Jürgen Klinsmann. Nach gut der Hälfte der Hinrunde kann der FCB-Trainer sehr zufrieden mit Schweinsteigers Entwicklung sein. „Wir wissen, dass er auf einem sehr hohen Niveau spielen kann, jetzt setzt er sich da oben fest. Das ist bemerkenswert.“

Aufstieg in der Hierarchie

Schweinsteiger selbst stellt schon seit längerem einen Aufwärtstrend bei sich fest. „Ich spiele eigentlich schon das ganze Jahr über konstant gut, also bereits in der Rückrunde der letzten Saison“, erzählte er. Als Grund dafür, warum er gerade jetzt so gut wie vielleicht noch nie zuvor ist, sieht er zum einen seinen körperlichen Zustand. „Ich fühle mich gut und war nicht verletzt. Obwohl wir viele Spiele hintereinander haben, habe ich noch Kraft.“

Zum anderen hat sich aber auch im Umfeld des Nationalspielers etwas getan. „Ich habe einiges verändert: Wohnsitz, Freundin, Berater. Seitdem läuft es viel besser“, sagte er. Die positiven Auswirkungen sind Woche für Woche nicht nur auf dem Rasen zu sehen, sondern auch außerhalb des Platzes. „Er wird immer mehr zu einem Wortführer innerhalb der Mannschaft, ähnlich wie Philipp Lahm. Beide arbeiten sich in der Hierarchie nach oben“, berichtete Klinsmann.

Vertragsgespräche mit dem FCB

Das ist kein Wunder. Schließlich hat Schweinsteiger mit 24 Jahren, zwei Monaten und 22 Tagen schon 160 Bundesligaspiele auf dem Buckel - FCB-Rekordhalter Sepp Maier (473 Bundesligaspiele) hatte in diesem Alter 98 Ligaspiele auf dem Konto -, für die Nationalmannschaft kommt er aktuell auf 61 Länderspiele und damit auf fast doppelt so viele wie Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (33) zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere.

Geht es nach dem FC Bayern, dann wird Schweinsteiger diese bemerkenswerten Zahlen im FCB-Trikot weiter ausbauen. Zum Saisonende läuft sein Vertrag in München aus, aber Karl-Heinz Rummenigge betonte am Donnerstag: „Wir sind sehr interessiert, dass er bei uns bleibt.“ Erste Vertragsgespräche zwischen Schweinsteiger und Uli Hoeneß laufen. „Wir sind optimistisch, eine Lösung zu finden“, meinte Rummenigge.

'FCB ist erster Ansprechpartner'

Schweinsteiger selbst bezeichnete den FCB als „ersten Ansprechpartner“, was seine Zukunft angeht. Denn das Eigengewächs des FC Bayern fühlt sich wohl in München, auch weil er seit Jahresbeginn wieder mit seinem Bruder Tobias vereint ist. Im Januar wechselte dieser vom VfB Lübeck zur SpVgg Unterhaching. Vielleicht ist das der entscheidende Grund für seine positive Entwicklung, scherzte der 24-Jährige: „Seitdem er in der Nähe ist, läuft es.“

Weitere Inhalte