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Sechs Feldspieler, drei Keeper

So arbeitet Klinsmann ohne Nationalspieler

Von wegen Herbst-Tristesse beim FC Bayern. Als Jürgen Klinsmann am Dienstagmorgen - seinem 100. Tag als Trainer des Rekordmeisters - mit seinen Spielern den neuen Trainingsplatz hinter dem ServiceCenter an der Säbener Straße betrat, lachte die Sonne vom strahlendblauen Himmel. Manchem der knapp 600 Zuschauer bei dieser öffentlichen Einheit trieb es ob der milden Temperaturen sogar die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn. Die Stimmung sowohl auf dem grünen Rasen als auch hinter den Absperrgittern war bestens.

Drei Tage nach dem 3:3 im Heimspiel gegen den VfL Bochum hatte der Bayern-Coach seinen Kader zum ersten Training der Woche gebeten. „Wir nutzen die Tage jetzt zum einen, um die Köpfe freizubekommen nach der Enttäuschung gegen Bochum und zum anderen, um ein bisschen Spielfreude zu entwickeln“, erklärte Klinsmann im Gespräch mit FCB.tv. So standen in der knapp 90minütigen Einheit „Spielformen mit freien Kontakten und ohne taktische Zwänge“ im Mittelpunkt.

Aufgrund der vielen Länderspielabstellungen stehen Klinsmann bis Mitte der nächsten Woche allerdings lediglich sechs fitte Feldspieler und die etatmäßigen drei Keeper zur Verfügung. Die Rekonvaleszenten Hamit Altintop und Willy Sagnol arbeiten für sich alleine im Leistungszentrum. Christian Lell konnte nach seinem Muskelfaserriss vor zehn Tagen beim 0:1 in Hannover immerhin schon wieder leichtes Lauftraining absolvieren.

Wie auch schon seine Vorgänger in solchen Situation verstärkte Klinsmann seine Trainingsgruppe mit einigen Spielern aus dem Amateure-Kader, wie zum Beispiel Thomas Müller und Mehmet Ekici. Beide Youngsters waren bereits zu Beginn der Sommervorbereitung bei den Profis dabei gewesen und hatten einen positiven Eindruck hinterlassen.

Klinsmann will das Beste aus dieser Situation machen. „Zum einen hat man die Möglichkeit, sich intensiver mit dem Einzelnen beschäftigen. Zum anderen kann man ein paar Spieler aus dem Kader der Amateure hochziehen und sie ein bisschen beobachten“, berichtete der 44-Jährige. Um trotz der Länderspielpause den Rhythmus hochzuhalten, wurde extra für Donnerstag das Testspiel bei Zweitligaaufsteiger Ingolstadt vereinbart. „Da können sich die Spieler ein bisschen austoben“, so Klinsmann.

Die gezielte Vorbereitung auf das nächste Bundesligaspiel am 18. Oktober in Karlsruhe beginnt aber erst zwei Tage vorher, wenn die ersten Nationalspieler in München zurück erwartet werden. „Teilweise sind die Spieler dann auch müde und erschöpft von den Reisen. Das ist enorm schwierig und schmerzhaft für uns. Wir müssen uns in der Bundesliga nach oben arbeiten und Ergebnisse einfahren“, sagte Klinsmann, der aber auch weiß: „Diese Konstellation hat es beim FC Bayern schon immer gegeben.“ Der Bayern-Coach ist sich sicher: „Wir werden diese Konstellation meistern und die Spieler so frisch machen, um in Karlsruhe drei Punkte anzustreben."

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