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'Wie aus einem Guss'

Bayern kommen dem Soll immer näher

Jürgen Klinsmann sprach von einem „Geduldsspiel“, doch für Manager Uli Hoeneß war es gar ein „Spektakel“ - der 3:1 (1:1)-Erfolg des FC Bayern gegen Arminia Bielefeld hatte für jeden der 69.000 Zuschauer in der zum insgesamt 75. Mal ausverkauften Allianz Arena etwas zu bieten, nur eines nicht: Langeweile. Denn was der Rekordmeister seinen Fans beim sechsten Saisonsieg phasenweise darbot, war, um es mit Hoeneß' Worten zu sagen, „ein Sturmlauf, wie ich ihn lange nicht gesehen habe.“

37:2 Torschüsse, 20:0 Eckbälle und 65 Prozent Ballbesitz – nur selten dürfte eine Bayern-Mannschaft einen Gegner im eigenen Stadion ähnlich klar dominiert haben, wie die Klinsmann-Elf am Samstag den Tabellen-15. aus Ostwestfalen. Mit 46 Ballkontakten hatte Arminia-Torwart Dennis Eilhoff den Bestwert seiner Mannschaft vorzuweisen, und hatte dabei nicht einmal halb so viel wie FCB-Kapitän Mark van Bommel (98).

Umso bitterer war es aus Münchner Sicht, dass die „total defensiv“ (Hoeneß) ausgerichteten Gäste durch Artur Wichniareks verwandelten Foulelfmeter (30. Minute) mit ihrem zweiten Torschuss den Führungstreffer von Miroslav Klose (25.) ausglichen. „In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan, auch weil wir uns wieder selbst einen eingeschenkt haben“, meinte Hoeneß nach dem Spiel.

Doch seine Mannschaft ließ sich auch durch die Bielefelder Beton-Taktik nicht aus der Ruhe bringen. „Die Mannschaft hat nie aufgegeben. Auch nach der 98. vergebenen Torchance hat sie die nächste und die übernächste gesucht. Irgendwann war es dann eben soweit. Ich habe selten ein Spiel gesehen, wo eine Mannschaft in 45 Minuten so viele 100-prozentige Torchancen herausgespielt hat. Das war toll“, schwärmte Hoeneß.

Vor allem Franck Ribéry drückte der Partie wieder seinen Stempel auf und erzielte in der 76. Minute den wichtigen Treffer zum vorentscheidenden 2:1. Für Ribéry war es nach den Toren gegen Wolfsburg und in Frankfurt bereits der dritte Torerfolg hintereinander. „Meine Beine, mein Antritt - das fühlt sich immer besser an“, freute sich der 25-Jährige über seine erneute Formverbesserung.

Ribéry war es auch, der in der Schlussphase noch einen Foulelfmeter herausholte, den der eingewechselte Lukas Podolski (84.) sicher zum 3:1-Endstand verwandelte. „Die Mannschaft hat wie aus einem Guss gespielt, das war super Offensiv-Fußball. Da hatten wir ja zehn hundertprozentige Torchancen. Der Sieg war hochverdient, es hätte auch 5:1 oder 6:1 ausgehen können“, resümierte Hoeneß. „Mit der zweiten Halbzeit konnten wir heute extrem zufrieden sein.“

Das sah auch Klinsmann so. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann das 2:1 erzwungen. 20:0 Ecken spiegeln den Druck wieder, den wir gemacht haben. Wir sind zufrieden, dass drei Punkte für uns zu Buche stehen und wir die Serie fortsetzen konnten“, sagte der Chef-Trainer, der sich im Hinblick auf das nächste Spiel in Florenz für eine neue taktische Formation entscheiden hatte: „Wir wollten sehen, wie ein 4-2-3-1 funktioniert. Das ist eine interessante Variante.“

„Das ist gut für das Selbstvertrauen für Mittwoch. Mit einem Sieg im Rücken und mit Tuchfühlung auf die Tabellenspitze ist es natürlich einfacher, nach Florenz zu fahren“, wusste auch Uli Hoeneß, der nach dem vierten Bundesligasieg in Folge und der Verbesserung auf Rang drei noch nicht ganz zufrieden war: „Im Soll sind wir erst, wenn wir auf Platz eins sind. Aber wir sind auf einem guten Wege, dem Soll nahe zu kommen.“

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