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'Ein Geschenk des Fußballs'

Demichelis und Sosa treffen Maradona

Inspirierender hätte die Vorbereitung auf das Topspiel beim FC Schalke 04 für Martin Demichelis und José Ernesto Sosa wohl nicht beginnen können. Drei Tage vor dem Duell mit dem direkten Verfolger aus Gelsenkirchen trafen sich die beiden Bayern-Profis am Donnerstagabend mit ihrem neuen Nationaltrainer Diego Armando Maradona in einem Münchner Hotel zu einem informellen Gespräch.

„Er wollte ein persönliches Verhältnis zu uns aufbauen und uns seine Vorstellungen mitteilen“, berichtete Demichelis am Freitag nach dem Training von dem Treffen mit dem „größten Fußball-Idol in Argentinien“. In Begleitung seines Teammanagers Dr. Carlos Bilardo läutete der neue Auswahltrainer der „Albiceleste“ das „WM-Projekt 2010“ ein, indem er seine in Europa tätigen Nationalspieler besuchte und seine Ideen präsentierte.

Zeichen der Wertschätzung

„Er war hier und macht das, was ich vor vier Jahren gemacht habe“, erinnerte sich Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann, der bei seinem Amtsantritt als Bundestrainer ebenfalls den raschen Kontakt zu seinen Spielern gesucht hatte. Dass Maradona eigens für Demichelis und Sosa nach München gereist sei, wertete er als Zeichen der Wertschätzung. „Wir würden uns freuen, wenn er hier und da mal vorbeischaut bei den Spielen“, sagte Klinsmann.

Darüber würden sich auch „Micho“ und José Sosa freuen, die eine gute Dreiviertelstunde mit Maradona und Bilardo plauderten. Zeit genug, um die seit Kindesbeinen an für Maradona schwärmenden Profis noch mehr für ihr Vorbild zu begeistern. „Wenn das größte argentinische Fußball-Idol und der letzte Weltmeister-Trainer nach München kommen, um José und mich zu besuchen, mehr kann man nicht verlangen“, meinte Demichelis.

Ein Geschenk des Fußballs

Er habe bei anderen Gelegenheiten schon die Bekanntschaft von Maradona gemacht, doch am Donnerstag erstmals länger mit ihm gesprochen. „Das war ein Geschenk des Fußballs, diesen Moment werde ich nie vergessen“, sagte der 27 Jahre alte Demichelis und unterstrich damit erneut, wie groß die Verehrung für Maradona in seinem Land ist.

„Allein seine Präsenz übt eine unheimliche Motivation auf alle Spieler aus“, sagte Demichelis. Er hoffe, dass „Diego“ der Mannschaft lange erhalten bleibe. Schon als Kind habe er wie alle anderen auch Maradona „vergöttert“, meinte Demichelis und verwies sogar auf Sammelalben und Poster in seinem Kinderzimmer.

Rückkehr nach Hampden Park

Bei dem ersten Treffen machte „die Hand Gottes“, wie Maradona nach seinem Treffer gegen England bei der WM 1986 genannt wurde, aber auch deutlich, dass es unter ihm keine Erbhöfe im Team des zweimaligen Weltmeisters geben wird. „In Europa sind rund 80 Spieler aus Argentinien auf höchstem Niveau bei ihren Klubs erfolgreich“, berichtete Demichelis. „Wir könnten drei, vier starke Mannschaften stellen. Es ist unglaublich schwer, in Argentinien für die Nationalmannschaft zu spielen.“

Der beste Innenverteidiger der vergangenen Saison ist aber fest davon überzeugt, bei konstant guten Leistungen für den deutschen Rekordmeister auch unter Maradona eine wichtige Rolle zu spielen. „Ich träume davon, 2010 dabei zu sein“, sagte der kurz vor der WM 2006 in Deutschland ausgemusterte Demichelis, der wie Sosa für Maradonas Debüt-Spiel am 19. November gegen Schotland nominiert ist. Die Partie steigt im Hampden Park von Glasgow - dem Ort, an dem Maradona 1979 sein erstes Länderspieltor erzielte. Inspirierender könnte die Vorbereitung auf ein Spiel wohl kaum sein…

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