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Souverän ins Achtelfinale

Die Rädchen greifen ineinander

Es gibt Szenen in einem Fußballspiel, über die man sich noch Wochen später gerne in geselliger Runde für begeistern kann. Was die 64.000 Zuschauer in der fast ausverkauften Allianz Arena am Dienstagabend beim Spiel des FC Bayern gegen Steaua Bukarest in der 71. Minute von ihrer Mannschaft zu sehen bekamen, gehört sicherlich dazu. Es war ein Spielzug als Gesamtkunstwerk, der alleine schon das Eintrittsgeld wert war.

Es begann kurz vor der eigenen Torauslinie, wo Zé Roberto mit der für ihn so typischen Eleganz und Grazie seinem Gegenspieler den Ball vom Fuß klaute und aus der gleichen Bewegung heraus den Konter startete. 15, 20 Meter lief er mit dem Spielgerät eng am Fuß, um dann durch zwei Rumänen hindurch einen Pass genau auf Franck Ribéry zu spielen. Der umkurvte kurz vor der Mittelinie seinen heranfliegenden Gegenspieler mit einer Körpertäuschung, zündete anschließend den Turbo und stürmte unaufhaltsam dem gegnerischen Strafraum entgegen, um dann Miroslav Klose perfekt frei zu spielen. Und der wiederum krönte diesen blitzsauberen Angriff und traf mit dem Außenrist vorbei an Schlussmann Zapata zum 3:0-Endstand.

„Der Rhythmus ist da, das Selbstvertrauen kommt zurück und die Automatismen passen. Zudem sind die Tore schön herausgespielt. Deswegen können wir heute sehr zufrieden sein“, sagte ein fröhlicher Manager Uli Hoeneß nach dem glanzvollen Sieg, der den vorzeitigen Einzug des FC Bayern ins Achtelfinale der Champions League bedeutete. „Die Tore waren die logische Konsequenz der Spielweise der Mannschaft. Es hat Spaß gemacht und man konnte sich zum Schluss ein bisschen zurücklehnen“, lautete das Fazit des zufriedenen Jürgen Klinsmann.

Schon einen Spieltag vor Ende der Vorrunde hat seine Mannschaft in der Gruppe F souverän den Sprung in die K.o.-Runde klargemacht. Im letzten Spiel am 10. Dezember bei Olympique Lyon wollen die Bayern nun auch den Gruppensieg einfahren. Jedes Remis außer einem 0:0 würde dazu schon reichen. „Wir müssen schauen, dass wir Erster werden. Dann haben wir im Achtelfinale zuerst ein Auswärtsspiel gegen einen vielleicht nicht so starken Gruppenzweiten“, sagte Hoeneß.

Mit einer ähnlich guten Leistung wie gegen Bukarest ist den Bayern der Gruppensieg allemal zuzutrauen. „Wir haben das Spiel komplett kontrolliert“, freute sich Klinsmann. Von Anfang an bestimmte der Rekordmeister das Geschehen und präsentierte sich immer wieder angetrieben von Wirbelwind Ribéry in bester Spiellaune. „Wir kommen immer besser in Schwung“, stellte Klose fest. „Es macht Laune zu sehen, wie die Mannschaft schnell kombiniert und die Rädchen ineinandergreifen. Es reift“, meinte auch Klinsmann. „Die ganze Mannschaft hat sich so langsam gefunden. Unser Offensivspiel ist genauso besser geworden wie unsere Defensivarbeit“, betonte Philipp Lahm.

Einzig die Chancenauswertung - vor allem in der ersten Hälfte - war an diesem äußerst unterhaltsamen Auftritt der Klinsmann-Truppe zu bemängeln. „Wir müssen die Chancen besser in Tore ummünzen. In den großen Spielen der Champions League bekommt man nicht so viele“, sagte Klose. Der Nationalstürmer konnte mit seiner Trefferquote indes zufrieden sein. Das 1:0 (57.) und 3:0 (71.) machte er selbst, zum 2:0 von Luca Toni (61.) leistete er die Vorlage. „Wir sind ein Traum-Trio“, schwärmte Toni über das Zusammenspiel mit seinem Sturm-Partner Klose und Ausnahmekönner Ribéry, der an allen drei Toren beteiligt war. „Franck ist einer der drei besten Spieler der Welt“, ist Toni überzeugt.

In der Champions League hat der FC Bayern das erste Etappenziel erreicht, jetzt soll der Angriff in der Bundesliga fortgesetzt werden. „Wir wollen langsam dahin, wo wir hingehören - auf Platz eins der Bundesliga“, sagte Klinsmann vor den beiden Richtung weisenden Spielen gegen Bayer Leverkusen am Samstag und eine Woche darauf zuhause gegen Spitzenreiter Hoffenheim. „Das sind zwei sehr wichtige und entscheidenden Spiele“, sagte Toni. Lahm sieht die Mannschaft für diese Aufgaben aber „gut vorbereitet. Wir wollen bis zur Winterpause ganz oben stehen.“

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