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Neue Herausforderung

Donovan: 'Ich möchte in Europa spielen'

Das Datenblatt von Landon Donovan kann sich wahrlich sehen lassen. Als einziger Profi weltweit hat der 26-Jährige schon fünf Mal die Wahl zum US-Fußballer des Jahres gewonnen, er hat 105 Länderspiele bestritten, führt die ewige Torschützen- und Torvorbereiterliste der US-Nationalmannschaft an, ist amtierender Torschützenkönig der Major League Soccer - doch als Donovan zum ersten Mal beim FC Bayern trainierte, war er „ein bisschen nervös“, wie er am Donnerstag, nach seinem dritten Training an der Säbener Straße, erzählte. Der deutsche Rekordmeister ist auch für „DEN Ausnahmespieler von Nordamerika inklusive Mexiko“ (Jürgen Klinsmann) etwas Besonderes.

„Das ist eine große Gelegenheit für mich, zu sehen, wie hier Fußball gespielt wird“, sagte Donovan, der schon nach den ersten Tagen in München große Unterschiede zum US-Soccer festgestellt hat. Er spricht in diesem Zusammenhang von Geschichte und Professionalität, aber vor allem vom fußballerischen Niveau. „Hier sind alle Spieler, von Nummer 1 bis 22, besser. In Amerika gibt es in jeder Mannschaft nur ein, zwei gute Spieler.“

Seine sportliche Zukunft sieht Donovan daher außerhalb der USA, wo er fast alles erreicht hat. Er sucht eine neue Herausforderung. „Ich möchte gerne in Europa spielen“, betonte er. Klinsmann, der den 26-Jährigen vom MLS-Klub Los Angeles Galaxy kennt, sagte: „Landon weiß, dass die Musik im Fußball in Europa gespielt wird. Und er bringt alle Qualitäten mit, um in Europa zu bestehen.“

Diese Qualitäten will Donovan jetzt zehn Tage lang als Trainingsgast beim FC Bayern zeigen. „Ich will sehen, wie ich zurechtkomme“, sagte er, wohlwissend, dass seine ersten Gehversuche in der Bundesliga einst scheiterten. Als hochtalentierter 16-Jähriger wechselte er 1999 in die Jugend von Bayer 04 Leverkusen, schaffte bei den Profis aber nicht den Durchbruch. „In Leverkusen war ich jung und hatte nicht die nötige Reife. Ich war noch nicht bereit“, blickte er zurück, „jetzt bin ich eine andere Person, ein anderer Spieler.“

„Er ist ein hervorragender Fußballer mit vielen Qualitäten und er ist erst 26. Ich denke schon, dass er in der Bundesliga zurechtkommen würde“, sagte Miroslav Klose nach den ersten Trainingseindrücken über Donovan. Auch Uli Hoeneß, der den Amerikaner am Dienstag bei einem internen Trainingsspiel ganz genau beobachtete, meinte: „Kicken kann er, keine Frage.“

Ob denn der Offensivspieler, der variabel im Sturm oder im Mittelfeld einsetzbar ist, auch eine Option für den FC Bayern sei, wurde der FCB-Manager gefragt. „Er wird jetzt mal zehn Tage mittrainieren, dann schauen wir weiter“, antwortete Hoeneß. Donovan selbst betonte, dass er ohne Erwartungen zum FC Bayern gekommen sei. Auf jeden Fall steht er vor einem wichtigen Schritt in seiner Karriere. Da ist es gut, dass seine Nervosität beim FCB jeden Tag mehr abflaut und er sich immer wohler fühlt. „Es macht mir Spaß, hier zu spielen.“

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