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Tonis Torpremiere

Mit langem Anlauf zum ersten Treffer

Ausgerechnet bei seinem ersten Champions-League-Tor musste er auf sein Markenzeichen, den typischen „Ohrschrauber“, verzichten. Als Luca Toni in der 61. Minute der Partie gegen Steaua Bukarest den Ball per Flugkopfball ins Tor des rumänischen Rekordmeisters verlängerte, landete er so unglücklich, dass er verletzt im Strafraum liegen blieb und anschließend behandelt werden musste.

„Klar hätte ich das Tor lieber erzielt, ohne mich zu verletzten“, scherzte der 31 Jahre alte Angreifer, als er am Mittwoch zum Pressegespräch an der Säbener Straße erschien, „aber lieber so, als gar kein Tor.“ Ein Tapeverband an der linken Hand und eine lädierte rechte Schulter zeugten auch am Tag nach dem klaren 3:0-Erfolg gegen Steaua vom Einsatzwillen des italienischen Weltmeisters, der mit langem Anlauf seinen ersten Treffer in der „Königsklasse“ erzielte.

Denn wie schon im letzten Bundesligaheimspiel gegen Cottbus ließ der Torschützenkönig der vergangenen Saison vor allem in der Anfangsphase beste Chancen ungenutzt. „Ich wusste, es ist nur ein Frage der Zeit, bis er reingeht“, berichtete Toni, zu keinem Zeitpunkt der Partie Zweifel an seiner Treffsicherheit gehabt zu haben. „Schlecht wird es erst, wenn man keine Chancen hat. Solange ich immer wieder Chancen bekomme, ist das ein gutes Zeichen und spornt mich an.“

Das sah auch Miroslav Klose so, der Tonis Premierentor im erst vierten Champions-League-Spiel mit einer mustergültigen Vorlage erst ermöglichte. „Sicherlich haben der Luca und ich das eine oder andere Ding versiebt. Aber es ist wichtig, dass wir uns die Chancen herausarbeiten. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir treffen.“ In der ersten Halbzeit habe noch etwas „die Leichtigkeit“ gefehlt, so Klose, „wir wollten das Tor erzwingen. Wenn man das will, dann klappt es natürlich nicht, man muss schon ein bisschen locker bleiben.“

So locker wie Toni, der nicht nur wegen seines ersten Tores „sehr zufrieden“ war. „Es läuft gut und in der Gruppe passt alles. Das macht richtig Spaß momentan.“ Spaß hatte auch Trainer Jürgen Klinsmann, der als ehemaliger Weltklassestürmer an der Außenlinie wohl am besten mit seinem Angreifer mitfühlen kann. „Luca ist einer, der, wenn er ein paar versiebt, hungrig bleibt. So sind Torjäger von seinem Kaliber gemacht.“

Schon vor dem Anpfiff und in der Halbzeit habe er seinem Spieler Nummer neun gesagt „du wirst dein erstes Tor machen in der Champions League“. Er solle nur „hartnäckig bleiben, hungrig bleiben“, berichtete ein hoch zufriedener Cheftrainer nach der Partie, die ihn in seiner Einschätzung bestätigte. „Deswegen sind wir ja auch froh, dass er bei uns ist.“

In den verbleibenden vier Spielen bis zur Winterpause (Toni: „Das sind wichtige, entscheidende Spiele“) möchte der Angreifer seinen „Lauf“ von vier Toren in den letzten vier Pflichtspielen gerne fortsetzen. Nur beim Torjubel, dem für ihn typischen „Ohrschrauber“, wird er möglicherweise improvisieren müssen. „Links geht’s nicht, weil mir die Hand weh tut und rechts geht’s nicht, weil mir die Schulter weh tut. Da muss ich mir was anderes ausdenken.“

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