präsentiert von
Menü
Ziel UEFA-Cup

Munteanu freut sich über Rückkehr

Dorinel Munteanus Erinnerungen an den FC Bayern sind keine sonderlich guten. 14 Mal trat der frühere rumänische Nationalspieler mit seinen Bundesligaklubs 1. FC Köln und VfL Wolfsburg gegen den Rekordmeister an, die magere Ausbeute: Zwei Siege, drei Remis und neun Niederlagen. Am Dienstag nun versucht der inzwischen 40-Jährige diese Bilanz etwas aufzupolieren - als Trainer des rumänischen Rekordmeisters Steaua Bukarest.

„Das wird eine sehr schwere Aufgabe für uns“, berichtete Munteanu am Montag, einen Tag vor dem Rückspiel in der Champions-League-Gruppenphase. „Ich hoffe, dass wir ein gutes Spiel machen werden. Meine Spieler sind sehr konzentriert und sehr gut vorbereitet. Ich glaube, dass es ein Hammerspiel wird. Wir haben großen Respekt vor Bayern München, aber keine Angst.“

Seit zwölf Spielen sieglos

Seit gut vier Wochen hat Munteanu das sportliche Sagen bei Steaua. Vorgänger Marius Lacatus hatte nach der 3:5-Heimniederlage gegen Olympique Lyon hingeworfen, fünf Tage später trat Munteanu dessen Nachfolge an. Doch der erhoffte Aufschwung beim „FC Bayern Rumäniens“ (Munteanu) blieb bislang aus. Seit zwölf Pflichtspielen wartet Steaua auf einen Sieg. „Meine Spieler machen eine schwere Zeit durch, das ist alles nicht so einfach“, berichtete Munteanu.

In der heimischen Liga belegt Steaua derzeit Platz fünf mit acht Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze, immerhin hat die Mannschaft seit Munteanus Amtsantritt noch nicht verloren. Vier Mal trennte sich Steaua unter dem 134-maligen Rekordnationalspieler unentschieden, da kommt das Duell mit dem FC Bayern nicht ganz ungelegen. „Warum sollten wir nicht im 13. Spiel aus unserer Situation rauskommen?“, gab sich Munteanu zuversichtlich.

Spieler mit Presseboykott

Wie ernst die Lage bei Steaua derzeit ist, beweist der Presseboykott, den die Spieler gegenüber einheimischen Medien mindestens bis zum nächsten Liga-Spiel am 1. Dezember gegen Spitzenreiter Unirea Urziceni ausgerufen haben. Sie begründen dies mit den ständigen Angriffen in der rumänischen Sportpresse und damit, dass ihre Aussagen meistens verfälscht würden.

Umso gesprächiger gab sich dafür Munteanu, der den dritten Gruppenplatz und damit die UEFA-Cup-Qualifikation im Visier hat. „Unser Ziel ist der UEFA-Cup, aber wir wissen, dass es schwer wird.“ Dazu bedarf es allerdings zweier Siege in den letzten beiden Gruppenspielen gegen den FCB und den AC Florenz, was angesichts von 15 sieglosen Spielen in der Champions League - der letzte Erfolg datiert vom September 2006 - fast aussichtslos erscheint.

Der Deutsche

„Meine Spieler sollen nicht soviel Respekt vor Bayern haben. Sie sollen alles geben und 90 Minuten kämpfen“, so Munteanu, der auf Individualisten wie Bayerns Franck Ribéry („Er ist einer der besten der Welt“) verzichten muss. „Entscheidend ist die Mannschaft“, meinte der 198-malige Bundesligaspieler, der in seiner Heimat „der Deutsche“ genannt wird und seinen Spielern Tugenden wie Disziplin und Ordnung vermitteln möchte. „Meine Philosophie ist nicht so weit weg von dem, was ich in der Bundesliga gelernt habe.“

Überhaupt freut sich Munteanu auf die Rückkehr in seine „zweite Heimat. Es ist ein schönes Gefühl, ich komme immer gerne nach Deutschland“, sagte Steauas Chefcoach, dessen Familie noch in Deutschland lebt und der während seiner Trainerausbildung unter anderem bei Christoph Daum in Köln hospitiert hat („Ich habe viel von Herrn Daum gelernt“). Nur an den FC Bayern hat er keine all zu guten Erinnerungen. „Ich habe gute und schlechte Spiele gegen Bayern gemacht. An die Ergebnisse kann ich mich aber nicht erinnern“ Dabei musste er ein bisschen grinsen.

Weitere Inhalte