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Klinsmann trifft Babbel

Begegnung zweier Weggefährten

Gemeinsam wurden sie Europameister, UEFA-Cup-Sieger und Deutscher Meister - am Samstag nun treffen die einstigen Weggefährten als Gegner aufeinander. Beim Hinrundenfinale im Gottlieb-Daimler-Stadion begegnen sich FCB-Chefcoach Jürgen Klinsmann und Stuttgarts Teamchef Markus Babbel zum ersten Mal auf den Trainerbänken der beiden Traditionsvereine.

„Da trainiert ein Ex-Stuttgarter den FC Bayern und ein Ex-Bayer den VfB“, blickt Klinsmann ein wenig amüsiert auf die Konstellation für das letzte Spiel vor der Winterpause. 156 Spiele (79 Tore) absolvierte Klinsmann zwischen 1984 und 1989 für den VfB, ehe er über Inter Mailand, AS Monaco und Tottenham Hotspur im Sommer 1995 zum FC Bayern kam.

Klinsmann schickt SMS

Bei Babbel lief es genau andersrum. 16 Jahre lang spielte das „Münchner Kindl“ für den FCB, durchlief alle Jugendmannschaften und kam auf 182 Bundesligaspiele für den Rekordmeister, bevor er nach einem fünfjährigen Gastpiel in der Premier League (FC Liverpool und Blackburn Rovers) 2005 nach Stuttgart wechselte, wo er nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2007 seine Karriere beendete.

Nach der Entlassung von Meistertrainer Armin Veh übernahm Babbel vor wenigen Wochen den kriselnden VfB und brachte die Schwaben mit bayrischer Siegermentalität wieder zurück in die Erfolgsspur. Einer der ersten Gratulanten nach seiner Beförderung zum Teamchef war: Klinsmann. „Er hat mir eine SMS geschickt, als ich als Teamchef angefangen habe, und hat mir dazu gratuliert“, verriet Babbel, der einen „guten Draht“ zu Klinsmann hat.

Tolle Erinnerungen

„Ich freue mich riesig, dass er diese Möglichkeit beim VfB bekommt“, sagte Klinsmann über sein Gegenüber auf der VfB-Bank. „Wir haben jahrelang in der Nationalmannschaft und beim FC Bayern zusammengespielt. Er ist ein toller Charakter, ein Kerl, der mit beiden Füßen auf dem Boden steht“, so Klinsmann weiter. „Ich drücke ihm wirklich die Daumen, dass es gut geht beim VfB - mit Ausnahme am Samstag.“

Auch bei Babbel wird die Freundschaft für 90 Minuten ruhen. „Es ist zwar ein besonderes Spiel, aber es geht wieder nur um drei Punkte“, machte der 36-Jährige deutlich. So ganz kann und will der 51-malige Nationalspieler seine Vergangenheit aber nicht abschütteln. „Bayern ist ein Klasseverein. Ich habe tolle Erinnerungen und eine tiefe persönliche Bindung“, so Babbel. „Höhepunkte waren natürlich die deutschen Meisterschaften mit Ottmar Hitzfeld, die Pokalsiege, das Champions-League-Finale, das wir leider verloren haben.“

Baldiges Wiedersehen

Aber auch für Klinsmann wird die Rückkehr in „meine Heimat“ keine Begegnung wie jede andere. „Sicher ist das ist ein besonderes Spiel, weil dort die Familie lebt. Und in diesem Stadion habe ich die emotionalsten Spiele meines Lebens erlebt: mein Abschiedsspiel 1999 und das Spiel um Platz drei bei der WM 2006“, erinnert sich der frühere Bundestrainer, der Babbel 2005 sogar kurzzeitig in den Kreis der DFB-Auswahl zurückgeholt hatte.

„Ich freue mich auf das Wiedersehen“, meinte Klinsmann, der Babbel als „guten Typ“ bezeichnete. „Er ist in dieser aufgeregten Fußball-Welt mit seiner Ruhe und seinen Ansichten positiv aufgefallen.“ Spätestens in sechs Wochen werden sich beide erneut wiedersehen. Denn schon am 27. Januar muss der FCB wieder beim VfB ran, diesmal im Achtelfinale des DFB-Pokals.

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