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Tanz mit Knalleffekt

'Das sind die schönsten Siege'

Mannschaft und Trainer tanzten vor der Fankurve, mit einer weihnachtlichen Licht-Show und einem Feuerwerk verabschiedete sich der FC Bayern von seinen Fans - es herrschte eine ausgelassene Stimmung in der Allianz Arena nach dem letzten Heimspiel des Jahres, dank Luca Toni. Der Italiener hatte wenige Augenblicke zuvor in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer gegen die TSG 1899 Hoffenheim erzielt.

„Das sind die schönsten Siege“, freute sich Mark van Bommel, nachdem der FCB in der Tabelle nach Punkten zu Hoffenheim aufgeschlossen hatte. Nur die um vier Tore schlechtere Tordifferenz trennt die Münchner noch von der Tabellenspitze. „Wir wollten gewinnen und punktgleich mit Hoffenheim in das letzte Spiel gehen. Das haben wir geschafft“, war Karl-Heinz Rummenigge „glücklich“.

Zum Abschluss der Hinrunde liefern sich beide Klubs nun am kommenden Wochenende ein Fernduell um den Halbzeittitel. Der FCB tritt am Samstag in Stuttgart an, Hoffenheim empfängt am Sonntag Schalke. „Beide haben kein einfaches Spiel“, meinte Rummenigge. Van Bommel blickt diesem Winterfinale entspannt entgegen. Die Herbstmeisterschaft „wäre schön“, meinte der Holländer, „aber am wichtigsten ist es, am 34. Spieltag die Schale in die Luft halten zu können.“

Diesem Ziel sind die Bayern am Freitagabend wieder einen Schritt näher gekommen. Viel war vor der Partie zwischen dem Tabellenersten und dem -zweiten geredet und geschrieben worden, auf dem Platz hielt die Partie, was sie versprochen hatte. Tempo, Spannung, rassige Zweikämpfe, Torszenen auf beiden Seiten und schließlich der Knalleffekt in der Nachspielzeit - „es war ein Klassespiel von zwei Klassemannschaften. Das Spiel hat die Erwartungen übererfüllt“, war Rummenigge begeistert.

Ihren Beitrag zu einem „echten Spitzenspiel“ (Van Bommel) lieferten auch die Hoffenheimer, die bewiesen, dass sie nicht zu unrecht so weit oben in der Tabelle stehen. „Imponierend“ fand Jürgen Klinsmann den couragierten Auftritt des Aufsteigers, „chapeau, Hoffenheim“, sagte Franck Ribéry und Rummenigge meinte: „Hoffenheim war in der Hinrunde der stärkste Gegner, der in der Arena gespielt hat. Sie haben uns alles abverlangt.“

Nach der Führung durch Vedad Ibisevic (49.) schnupperten die Gäste sogar am Sieg. „Nach dem 0:1 hat es zwischenzeitlich nicht gut ausgesehen“, sagte Rummenigge, „aber unsere Mannschaft hat noch mal ein fulminantes Comeback gefeiert.“ Philipp Lahm (60.) und eben Toni (90.+2) sorgten für einen „etwas glücklichen“ (Rummenigge) Sieg des FCB. Fünf Minuten vor dem Siegtreffer hatte Rensing gegen Sejad Salihovic mit einer Glanzparade die Vorentscheidung zugunsten Hoffenheims verhindert.

TSG-Trainer Ralf Rangnick, der ebenso wie Klinsmann während fast der kompletten 90 Minuten stehend am Spielfeldrand mitfieberte, war verständlicherweise nach dem Schlusspfiff „brutal“ enttäuscht. „Das Ergebnis ist extrem bitter, wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, sagte er, „vor zwei Jahren haben wir im Grünwalder Stadion gegen die Bayern-Amateure deutlich zurechter verloren als heute.“

Auf der anderen Seite war der Rekordmeister „hochzufrieden“ (Rummenigge). „Wir haben enorm aufgeholt und nach den ersten paar Stolpersteinen Fahrt aufgenommen“, sagte Klinsmann, dessen Mannschaft nun seit zehn Ligaspielen ohne Niederlage ist. „Was die Mannschaft in den letzten Monaten gezeigt hat, war extraklasse“, meinte Rummenigge. Klinsmann findet es sogar „ein bisschen schade, dass jetzt die Winterpause kommt.“

Die Aufholjagd, die auf Platz elf begann, ist nämlich noch nicht ganz am Ziel angekommen. „Wir werden weiter hart arbeiten müssen, um uns am Ende gegen Hoffenheim durchzusetzen“, betonte Rummenigge. Der FCB-Vorstandschef ist überzeugt: „Diese Mannschaft wird uns im Kampf um die Meisterschaft paroli bieten.“ Ähnlich sieht dies Van Bommel: „Das war heute ein echtes Spitzenspiel mit zwei gleich guten Mannschaften. Wer am Ende die bessere ist, sehen wir am Saisonende.“

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