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Werner Kern:

'Einige sind auf dem Weg in die Bundesliga'

Die zweite Mannschaft des FC Bayern beendete das Jahr in der neuen 3. Liga auf einem guten achten Platz, die A- und B-Junioren wurden in ihren Bundesligastaffeln jeweils Herbstmeister - junior-team-Chef Werner Kern kann also ein positives Fazit unter die erste Saisonhälfte ziehen. „Ich denke, wir alle haben allen Grund dazu“, sagte Kern im Interview. Mit fcbayern.de sprach er aber nicht nur über erfreuliche Ergebnisse und hoffnungsvolle Talente, sondern auch über seinen prominentesten Nachwuchstrainer: Mehmet Scholl. „Er ist eine Bereicherung für unser junior team“, unterstrich Kern.

Das Interview mit Werner Kern

fcbayern.de: Herr Kern, Sie müssten allen Grund haben, zufrieden in den Weihnachtsurlaub zu gehen.
Werner Kern: „Ich denke, wir alle haben allen Grund dazu. Unsere zweite Mannschaft hat bisher eine gute Rolle in der neuen 3. Liga gespielt und auch was sich im A- und B-Junioren-Bereich getan hat, ist äußerst erfreulich.“

fcbayern.de: Fangen wir mit der zweiten Mannschaft an. Wie fällt da Ihr Fazit aus?
Kern: „Das war bisher sehr gut. Wir haben mit dem Thema Abstieg nichts zu tun. Letztes Jahr haben wir um die gleiche Zeit um die Qualifikation für die 3. Liga gezittert. Ich muss sagen, dass sich unsere Mannschaft mit nur zwei Niederlagen wunderbar aus der Affäre gezogen hat. Wir sind damit alle sehr zufrieden.“

fcbayern.de: Noch wichtiger als der gute Tabellenplatz dürfte aber sein, dass sich einige Spieler sehr positiv entwickelt haben.
Kern: „Ja, das stimmt. Ich denke da an unseren Kapitän Georg Niedermaier, an Holger Badstuber, an Thomas Müller oder an Deniz Yilmaz. Gerade die Jungen haben in dem Umfeld 3.Liga einen Schritt nach vorne gemacht. Diese Liga ist für unseren Nachwuchs eine ganz andere Herausforderung als die Regionalliga. Wir haben einige Spieler, die in den nächsten Jahren ihren Weg in die Bundesliga machen werden, vielleicht auch beim FC Bayern. Das macht uns zuversichtlich für die Zukunft.“

fcbayern.de: Planen Sie bei der zweiten Mannschaft personelle Änderungen für die Rückrunde?
Kern: „Ich denke, wir bleiben in etwa so zusammen, wie wir jetzt sind. Vielleicht gibt es einen oder zwei Abgänge, aber nur von Spielern, die nicht im ersten Glied stehen. Ansonsten sehen wir momentan keinen Handlungsbedarf. Unsere Mannschaft ist gefestigt und schneidet in der Rückrunde fast immer besser ab als in der Vorrunde. Für die kommende Saison suchen wir einen erfahrenen Spieler, der für unsere jungen Spieler die Vorbildfunktion übernehmen kann. Aber das wird nicht einfach.“

fcbayern.de: Ein astreine Hinrunde haben die A-Junioren gespielt.
Kern: „Ja, sie sind ungeschlagen Herbstmeister geworden. Dabei ist die Mannschaft fast schon von einer unheimlichen Verletzungsmisere heimgesucht worden. Im ersten Spiel hat sich Kapitän Taygun Kuru einen komplizierten Kreuzbandriss zugezogen, der ihn wahrscheinlich die ganze Saison außer Gefecht setzt. Es hat Operationen gegeben bei Diego Pizarro, Vincent Bönig, Gianluca Simari, Manuel Ring, Dejan Radonjic und Nikola Trkulja - alle sind für einen längeren Zeitraum ausgefallen. Deswegen ist es enorm, was da in den letzten Monaten geleistet wurde. Man kann vor der Mannschaft nur den Hut ziehen, wie souverän sie die Liga bestimmt hat. Und ich bin mir sicher, dass der eine oder andere gute Spieler im nächsten Jahr bei der zweiten Mannschaft zu sehen ist. Diego Contento hat jetzt schon bewiesen, dass er da mithalten kann.“

fcbayern.de: Mit etwas Anlauf sind die B-Junioren an die Tabellenspitze marschiert.
Kern: „Diese Mannschaft ist personell sehr gut besetzt und hat es auch verkraftet, dass die beiden Leistungsträger David Alaba und Oscar Lewicki schon seit einigen Wochen bei der U19 aushelfen mussten. Auch hier gibt es eine Reihe von sehr guten und entwicklungsfähigen Spielern.“

fcbayern.de: Inwiefern profitiert das junior team von dem Konzept der Vereinspartnerschaften?
Kern: „Wir haben einen Erziehungsauftrag und eine Verpflichtung der Basis gegenüber, denn wo bekommen wir denn unsere Spieler in der Regel her? Deswegen machen wir das. Es kann nicht sein, dass zum Beispiel ein 12-Jähriger hunderte von Kilometern in der Woche zurücklegen muss, um zum Training zu kommen. Es ist wichtig für Kinder, dass sie familienorientiert aufwachsen. Dafür haben wir die Partnervereine, wo sie ordentlich trainiert und gefordert werden, bei der Familie aufwachsen und auch die schulischen Aufgaben nicht vernachlässigt werden. Wir haben noch nie Spieler geholt, die unter 15 sind und von weiter weg kommen - auch wenn das mal zu Lasten der Qualität unserer Mannschaften im unteren Bereich geht. Aber das ist uns egal. Mit unseren nun schon 15 Partnervereinen sind wir in Bayern flächendeckend sehr gut aufgestellt.“

fcbayern.de: Seit Oktober trainiert Ex-Profi Mehmet Scholl die U13. Sind Sie zufrieden mit seiner Arbeit?
Kern: „Es ist toll, dass Mehmet das macht. Er hat eine unheimliche Vorbildfunktion als Spieler und auch als Mensch. Wenn ein 13-Jähriger nicht begeistert ist, von einem Mehmet Scholl trainiert zu werden, dann weiß ich nicht, wer begeistert sein soll. Er mag Kinder, er versteht Kinder und ist eine Bereicherung für unser junior team. Ich bin sehr glücklich, dass er bei uns ist. Wir haben noch nicht über die Länge seines Engagements gesprochen, aber für ihn ist hier immer ein Weg offen.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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