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Punktgleich mit Hoffenheim

Ideale Ausgangslage für die Rückrunde

Als am frühen Sonntagabend Spitzenreiter TSG Hoffenheim den FC Schalke 04 zum Bundesliga-Hinrundenfinale empfing, war ein Großteil der Bayern-Mannschaft samt Trainern irgendwo am Tegernsee versammelt. „Wir haben morgen Weihnachtsfeier, da haben wir etwas Besseres zu tun“, sagte Manager Uli Hoeneß am Samstag auf die Frage, ob er sich dieses Spiel am Fernsehen anschauen werde. „Ich werde mir das Spiel nicht anschauen, denn ab heute ist Urlaub angesagt“, sagte auch Philipp Lahm am Samstag nach dem knapp verpassten Sieg beim 2:2 in Stuttgart.

Falls Hoeneß, Lahm und Co. diese Begegnung wirklich nicht live am Bildschirm mitverfolgt haben, werden sie trotzdem mit Wohlwollen das Ergebnis aus Mannheim aufgenommen haben. Nach einer spannenden Partie trennte sich dort die TSG von S04 mit 1:1, wodurch sich das Hoffenheimer Überraschungsteam zwar den Herbstmeistertitel sicherte, aber das nur dank der leicht besseren Tordifferenz gegenüber den punktgleichen Münchnern.

Nur ein Punkt weniger als letzte Saison

Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann hatte schon zuvor ein positives Halbserienfazit gezogen. „Die Mannschaft hat die letzten Monate beeindruckend gespielt und wir haben uns eine ideale Ausgangslage für die Rückrunde verschafft - egal wie das Spiel in Hoffenheim ausgeht", so der Chefcoach, der anschließend betonte: „Wir sind genau da, wo wir sein wollten."

Nach „anfänglichen Problemen" (Klinsmann) in dieser Saison blieben die Bayern zuletzt in 16 Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage und erspielten in der Bundesliga insgesamt 35 Punkte - nur einen weniger als in der Vorsaison, als man punktgleich mit Werder Bremen als Herbstmeister in die Winterpause ging. „Wir haben am Ende phantastische Leistungen geboten. Die Mannschaft ist topfit, hat unglaublichen Willen und der Teamgeist stimmt. Deshalb gehen wir mit einem positiven Gefühl in die Winterpause“, erklärte Hoeneß am Samstag.

Klinsmann: Verdienter Punkt für den VfB

„Wir waren schon mehr Punkte zurück. Jetzt haben wir 16 Spiele in Folge nicht verloren - ich glaube, wir sind gut drauf", betonte Mark van Bommel. Von Platz elf aus starten die Bayern vor zweieinhalb Monaten ihre Aufholjagd. „Wenn wir so weitermachen und kein Spiel verlieren, kann uns keiner stoppen“, schickte der Kapitän eine kleine Kampfansage an die Konkurrenz hinterher:

In Stuttgart wurden die Bayern nur durch ein Tor in der letzten Minute gestoppt. „Wenn man einen Ausgleich so kurz vor Schluss bekommt, dann wurmt das. Aber wenn man das Spiel mit einem Tag Abstand betrachtet, dann hat der VfB den Punkt auch verdient gehabt", sagte ein entspannter Jürgen Klinsmann am Morgen danach im Interview mit FCB.tv (wird am Montag gesendet!).

Weniger der Last-Minute-Ausgleich als vielmehr zwei Entscheidungen des Schiedsrichters erregten die Gemüter der Münchner. Zum einen war es der Platzverweis gegen Massimo Oddo in der 85. Minute. „Er hätte niemals die Rote Karte sehen dürfen. Das war keine Absicht“, verteidigte Hoeneß den zweifellos harten Einsatz des Italieners gegen den Stuttgarter Träsch. „Eine fatale Entscheidung, er war für uns absolut nicht nachvollziehbar. Er geht klar zum Ball und sieht den Gegenspieler überhaupt nicht ankommen. Da eine Rote Karte zu geben ist ein Fehler, das hat das Spiel gekippt“, sagte Klinsmann.

Und dann war da noch die Szene direkt vor dem Ausgleichstreffer, als der aufgerückte Jens Lehmann am Fünfmeterraum gegen Michael Rensing starke körperliche Präsenz zeigte. „Vor dem 2:2 ist Rensing von Lehmann gefoult worden, nachdem er den Ball weggefaustet hatte. Aber ich möchte mich nicht beklagen, der Schiedsrichter hat es offenbar nicht gesehen", sagte Hoeneß „Spätestens nach der zweiten Aktion, als ich am Trikot gezogen werde, hätte man pfeifen müssen“, bemängelte Rensing.

Die Pfeife von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer blieb aber stumm und Khedira traf per Volleyabnahme genau unter die Latte. „Den Ball haut man entweder ins Tor oder in den Neckar“, kommentierte der U21-Nationalspieler seinen Kunstschuss. Khedira hatte bereits in der ersten Hälfte in der Nachspielzeit das 1:0 erzielt. Tim Borowski (48.) und Luca Toni (66.) hatten die Bayern vermeintlich auf die Siegerstraße gebracht. „Das war eine tolle Energieleistung der Mannschaft nach dem schweren Spiel am Mittwoch in Lyon“, lobte Klinsmann.

„Wir hätten aufgrund der zweiten Halbzeit einen Sieg verdient gehabt, aber man muss das Ergebnis akzeptieren. Fertig, Ende, Aus“, sagte Rummenigge - und zog damit den Schlussstrich unter einer alles in allem äußerst erfolgreichen Hinrunde. „Wir sind auf einem guten Weg und haben allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen“, sagte der FCB-Boss und betonte: „Unsere Gegner werden es schwer haben mit uns.“ National und auch international wie Klinsmann unterstrich: „Wir sind in allen drei Wettbewerben dabei und haben noch Großes vor."

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