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Pokalhit der Frauen

Rech: 'Duisburg ist auf Revanche aus'

In der Bundesliga überwintern sie auf Platz eins, bevor es in die Winterpause geht, steht für die FCB-Frauen aber noch ein Knaller auf dem Programm. Am Sonntag empfangen die Münchnerinnen im Viertelfinale des DFB-Pokals den FCR 2001 Duisburg. Anstoß im Sportpark Aschheim ist um 14 Uhr. Das Team von Trainer Günther Wörle ist noch ungeschlagen, die Duisburgerinnen rangieren in der Liga mit zwei Spielen weniger in Lauerstellung auf Platz vier.

Vor dem Duell der beiden Topteams hat fcbayern.de mit FCB-Abwehrspielerin Bianca Rech gesprochen. Die 27-Jährige stand mit dem 1. FFC Frankfurt bereits vier Mal im Pokalfinale und hat den Cup drei Mal gewonnen. Jetzt visiert sie mit dem FC Bayern erste Titel an.

Das Interview:

fcbayern.de: Bianca, das Fußballjahr ist fast zu Ende, aber ein Highlight wartet noch auf Euch. Was ist größer vor dem DFB-Pokal-Hit am Sonntag: die Spannung vor dem Spiel oder die Vorfreude auf die Winterpause?
Rech: „Die Spannung vor dem Spiel ist enorm groß. In der Liga überwintern wir auf Platz eins, jetzt wollen wir unbedingt auch im Pokal eine Runde weiterkommen. Nach dem Spiel freuen wir uns dann auf die Winterpause.“

fcbayern.de: Wer ist Favorit am Sonntag?
Rech: „Gute Frage. Wir haben in dieser Saison ja noch nicht gegen Duisburg gespielt. In der Bundesliga sind wir zwar Tabellenführer, aber dennoch glaube ich, dass Duisburg die stärkste Mannschaft der Liga ist. Es wird ein offenes Spiel werden.“

fcbayern.de: Vor einem Jahr kam es im Pokal-Viertelfinale schon einmal zum Duell mit Duisburg. Damals ward Ihr im Elfmeterschießen das glücklichere Team.
Rech: „Da haben wir enormes Glück gehabt. Das Spiel war fast genau vor einem Jahr, ich kann mich noch gut erinnern: Wir lagen 0:2 zurück, dann kam Vanessa Bürki ins Spiel und hat die Partie mit zwei Toren gedreht. Im Elfmeterschießen war unsere Torhüterin dann die Heldin. Duisburg ist jetzt sicherlich auf Revanche aus, was dem Spiel eine gewisse Brisanz verleiht.“

fcbayern.de: Du hältst die Duisburgerinnen für das stärkste Team der Liga. Was macht sie so stark?
Rech: „Die Mischung macht’s in Duisburg. Dort gibt es einerseits, wie bei uns, eine starke Jugendarbeit, andererseits haben sie viele erfahrene Nationalspielerinnen in ihren Reihen, Linda Bresonik, Sonja Fuss und Annike Krahn zum Beispiel. Mit diesem Mix haben sie schon in den letzten Jahren in der Liga oben angeklopft und immer wieder für Überraschungen gesorgt. Ich glaube, dass Duisburg jetzt reif ist für ganz oben.“

fcbayern.de: Am Sonntag fallen mit Simone Laudehr, Inka Grings und Lira Bajramaj einige etablierte Spielerinnen bei Duisburg aus.
Rech: „Das könnte ein Vorteil für uns sein. Dennoch: Wir sollten uns darauf nicht verlassen. Wir müssen unser Spiel machen und unsere Stärken ausspielen.“

fcbayern.de: Was sind denn Eure Stärken?
Rech: „Zum einen die Abwehrarbeit. Wir haben in der Liga erst neun Gegentore kassiert. Zum anderen kann sich auch unsere Offensive sehen lassen. Wir wissen, dass wir immer ein Tor schießen können, aber auch, dass wir hinten sehr gut stehen.“

fcbayern.de: Viele neue Spielerinnen habt Ihr im Sommer nicht dazubekommen, trotzdem seid Ihr das Überraschungsteam der Liga. Was macht den Unterschied aus zur letzten Saison?
Rech: „Stimmt, viele neue Spielerinnen sind im Sommer nicht zu uns gekommen, aber die Verstärkungen, die wir bekommen haben, saßen perfekt. Melanie Behringer und Tanja Wörle sind mit ausschlaggebend für unseren Erfolg und Ivana Rudelic ist unsere junge Geheimwaffe. Aber diese Drei sind nicht der einzige Grund für unseren Erfolg. Unsere jungen Spielerinnen haben in den letzten Jahren auch viel Erfahrung gesammelt und sich wieder ein Stückchen weiterentwickelt. Wir spielen jetzt schon die dritte Saison zusammen, das macht auch den Erfolg aus. All diese kleinen Mosaiksteinchen passen einfach super zusammen.“

fcbayern.de: Welchen Anteil hat der neue Trainer Günther Wörle am Erfolg?
Rech: „Günther Wörle tut der Mannschaft unheimlich gut. Er profitiert aber auch von der sehr guten Arbeit seiner Vorgängerin Sissy Raith. Sie hat die Mannschaft in den letzten Jahren sehr weit gebracht. Aber irgendwann war einfach Zeit für einen Wechsel.“

fcbayern.de: Duisburg hat eine junge Mannschaft, Ihr habt eine junge Mannschaft - kann man von einem Generationswechsel im deutschen Frauenfußball sprechen?
Rech: „Vielleicht ein bisschen. Immer mehr ältere Spielerinnen hören auf und sehr, sehr viele junge Spielerinnen rücken nach. Die Spielerinnen in den einzelnen Bundesligateams werden immer jünger. Die U17- und U20-WMs haben ja gezeigt, welch Potenzial es in Deutschland gibt.“

fcbayern.de: Zurück zum Pokal-Endspiel. Du hast den DFB-Pokal schon drei Mal gewonnen. Was macht den Reiz des Endspiels in Berlin aus?
Rech: „Es ist etwas ganz Besonderes, dort zu spielen, in diesem großen Stadion, vor so vielen Zuschauern. Reizvoll ist auch die Nähe zu den beiden Herrenmannschaften, die im Finale stehen. Soweit ich weiß, wird das Frauen-Finale in dieser Saison außerdem zum letzten Mal in Berlin stattfinden - umso größer ist der Reiz, dabei sein zu wollen.“

fcbayern.de: Was ist in dieser Saison „einfacher“ zu gewinnen: die Meisterschaft oder der DFB-Pokal?
Rech: „Beides ist nicht einfach zu gewinnen. Wir sind zwar im Moment Erster in der Liga, aber der Weg ist noch sehr lang. Mannschaften wie Frankfurt und Potsdam darf man nicht abschreiben, und auch Duisburg muss man natürlich auf der Rechnung haben. Wir müssen jetzt versuchen, die Euphorie ins nächste Jahr mitzunehmen. Dann ist alles möglich. Es wäre für uns schon unfassbar, wenn wir am Ende nur einen der beiden Titel gewinnen würden.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl

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