präsentiert von
Menü
'Sein bestes Spiel'

Rensing hält den Sieg fest

Anfang der Woche hatte sich Michael Rensing beschwert über die Art und Weise der Berichterstattung seiner bisherigen Leistungen in dieser Saison. „Bei Bayern wird alles doppelt und dreifach bewertet. Es wurde viel gesucht und übertrieben. Ein Tor gegen Bremen, das nehme ich auf meine Kappe, doch ansonsten wüsste ich nicht…“, sagte der 24-Jährige, der sich aber sicher war: „Irgendwann wird das alles verstummen.“

Nun, spätestens seit dem 3:2-Erfolg der Bayern am Mittwochabend bei Olympique Lyon dürften in der Tat eine Vielzahl der Rensing-Kritiker verstummt sein. Mit mehreren erstklassigen Paraden - speziell im zweiten Abschnitt - leistete die neue Nummer eins des Rekordmeisters einen wesentlichen Beitrag dazu, dass seine Mannschaft den Sieg über die Runden brachte. In den Münchner Gazetten erhielt er dafür überwiegend eine 2 als Note, im Fachmagazin „kicker“ bekam Rensing eine 1,5 und von der „tz“ sogar eine glatte 1.

„Michael Rensing hat ohne Frage sein bestes Spiel gemacht, seit er die Nummer eins ist“, stand für Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Spiel fest. Und auch Jürgen Klinsmann fand ausschließlich lobende Worte für seinen Keeper. „Heute hat er ein paar Dinger extraklasse herausgeholt. Michael hat das Resultat für uns festgehalten.“

Schon am letzten Freitag beim Last-Minute-Sieg gegen Hoffenheim hatte Rensing gezeigt, dass er immer mehr zum sicherern Rückhalt für die Mannschaft wird. Kurz vor Schluss verhinderte er gegen den völlig freien Sehad Salihovic den möglichen Siegtreffer für den Spitzenreiter (im Bild). „Wir sagen immer, ein Torhüter des FC Bayern muss auch mal ein Spiel entscheiden - und wenn ich an die Chance von Salihovic denke, muss ich sagen: Rensing hat das im Alleingang geschafft“, sagte Manager Uli Hoeneß am Sonntag im DSF.

Beim FC Bayern ist man zufrieden mit Rensings Auftreten in den letzten Spielen. „In den letzten vier bis sechs Wochen hat er eine deutlich positive Entwicklung genommen“, betonte Hoeneß. „Er wird ruhiger, er wird sachlicher, er wird klarer in seinem ganzen Spiel. Er wird immer konstanter in seinen Leistungen. Wir sind sehr, sehr zufrieden mit seiner Entwicklung“, sagte Klinsmann.

'Die Zeit war nicht leicht für mich'

Der Bayern-Coach sieht Rensing in einem Prozess. „Er ist auf dem Weg, immer mehr seine eigene Rolle zu finden, was nach Oliver Kahn, der 14 Jahren beim FC Bayern im Tor stand, natürlich unheimlich schwer ist.“ Klinsmann hatte immer wieder betont, dass es keine leichte Aufgabe sei, die Nachfolge von einem weltklasse Keeper wie „Titan“ Kahn anzutreten.

„Die Leute waren natürlich skeptisch, was nach 14 Jahren Olli Kahn kommen würde. Die Zeit war nicht leicht für mich“, gab Rensing jetzt in einem Interview für den „kicker“ zu. In den letzten zwei Monaten habe er sich aber deutlich gesteigert, sagte der ehemalige U21-Nationaltorhüter weiter. „Ich komme langsam in meinen Rhythmus, habe mehr Selbstvertrauen, mehr Sicherheit. Ich habe gezeigt, dass ich zu Recht die Nummer 1 bei Bayern bin.“

Die CL-Serie hält

Für „Premiere“ ist er sogar noch mehr. Der Pay-Sender nominierte den Bayern-Schlussmann als Keeper für die Top-Elf der Champions-League-Vorrunde. „Der 24-Jährige spielte in der Vorrunde insgesamt drei Mal zu Null und war in allen Spielen ein sicherer Rückhalt für sein Team. Beim 1:1 in Florenz rettete Rensing den Bayern einen Punkt, in Lyon sicherte er sogar deren drei dank seiner überragenden Reflexe auf der Linie“, lautet Rensings Beurteilung.

Der ist übrigens nun auch nach dem achten Spiel in der „Königsklasse weiterhin ungeschlagen. Und das soll auch lange noch so bleiben. „Chelsea wäre geil“, sagte Rensing am Mittwoch in Lyon auf die Frage nach seinem Wunschgegner fürs Achtelfinale. „Aber ich wäre auch zufrieden, wenn wir gegen die erst im Finale spielen würden.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

Weitere Inhalte