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Duell der Ballermänner

Toni-Klose-Ribéry vs. Ibisevic-Ba-Obasi

Luca Toni sprach gerade von einem „big match“, das er am Freitagabend in der Allianz Arena erwarte - da ging die Tür auf. „Luca, hast du Angst?“, fragte Franck Ribéry auf Deutsch und hielt seinem Teamkameraden einen großen Aufkleber mit dem Wappen der TSG Hoffenheim vor die Nase. Ribéry und Toni grinsten, die versammelte Journalistenrunde lachte. Einen Tag vor dem vielleicht entscheidenden Spiel um die Herbstmeisterschaft war die Stimmung bei zwei der drei Aushängeschilder der FCB-Offensive bestens.

Warum auch nicht? Nach starken Auftritten in den letzten Wochen kann das um Miroslav Klose erweiterte Angriffstrio des Rekordmeisters selbstbewusst in das Duell mit dem aktuell besten Angriff der Liga (40 Tore) gehen. Seit zwei Monaten ist der FCB unbesiegt, hat in dieser Zeitspanne 23 Bundesliga-Tore erzielt, an 21 davon waren Toni, Klose und Ribéry entweder als Torschützen (15) oder Vorbereiter (6) beteiligt.

'Ein schönes Dreieck'

„Die letzten Wochen waren sehr gut, die Laufwege passen. Wir finden immer mehr zueinander, jeder hat seine Form erreicht“, sagte Toni und bezeichnete das Zusammenspiel mit seinen beiden Kollegen als „ein schönes Dreieck“, auch wenn die Verständigung innerhalb des deutsch-französisch-italienischen Trios nicht immer 100-prozentig klappe. Das sei aber das Erfolgsgeheimnis, schmunzelte Toni und betonte: „Mit meisterlichen Spielern muss man nicht reden, mit denen muss man einfach spielen.“

Seitdem Ribéry seinen Syndesmosebandriss auskuriert hat sowie Toni und Klose nach der Europameisterschaft fit wurden, kommt die Bayern-Offensive immer besser in Schwung und der FCB hat kein Spiel mehr verloren. Die Statistiken sprechen für sich: Klose ist aktuell Bayerns Topscorer (6 Tore, 6 Vorlagen) und war in den letzten zehn Pflichtspielen an zwölf Toren beteiligt; Toni ist Bayerns Toptorjäger (7 Treffer), war in den letzten elf Ligaspielen an zehn Treffern beteiligt und traf in den letzten vier Ligaspielen in Serie; Ribéry verzeichnet im Schnitt die meisten Ballkontakte aller Bundesligaspieler pro Spiel (95), war in zehn Ligaspielen an neun Toren (6 Treffer, 3 Vorlagen) beteiligt und erzielte in sechs der letzten sieben Ligapartien je ein Tor.

„Wenn Franck morgen in Form ist, dürfte es keine Probleme geben“, ist Toni überzeugt, dass der FCB das Duell mit Hoffenheim am Freitag für sich entscheiden wird. Respekt haben die Bayern aber auch vor der Offensivstärke der Gäste, die mit dem besten Angriff der Liga (31 Stürmertore) nach München reisen und mit Vedad Ibisevic (17 Tore/im Bild) den Führenden der Torschützenliste in ihren Reihen haben.

„Kompliment an ihn. Er ist ein kompletter Stürmer“, sagte Franz Beckenbauer über Ibisevic, legte ihm aber gleichzeitig für Freitag „eine schöpferische Pause“ ans Herz. „Danach kann er wieder Tore schießen.“ Aber auch die beiden Partner des Bosniers im Hoffenheimer Dreiersturm, Demba Ba (7 Tore) und Chinedu Obasi (6 Tore), haben ihre Gefährlichkeit in der bisherigen Saison schon unter Beweis gestellt.

Aufholjagd in der Torschützenliste

Am Freitag soll das Hoffenheimer Trio jedoch leer ausgehen, ganz im Gegensatz zu Bayerns Dreierbande. „Das ist eine Gelegenheit für unsere beiden Stürmer, in der Torschützenliste Boden gutzumachen“, meinte Jürgen Klinsmann vor dem Duell der beiden Angriffsreihen. „Noch hat er ein bisschen Vorsprung. Wir geben uns Mühe, bis zum Saisonende näher an ihn ranzukommen“, sagte Klose mit Blick auf Ibisevic.

Doch der Vergleich mit der Hoffenheimer Offensive sei eigentlich gar nicht so wichtig, betonte Klose. „Wichtig ist, dass wir am Saisonende etwas in den Händen halten.“ Das soll die Meisterschale sein - drei Heimpunkte gegen die TSG wären ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Deswegen könnte Toni sogar damit leben, am Freitag weniger Tore zu erzielen als Ibisevic. „Wenn wir gewinnen, stört es mich nicht.“

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