präsentiert von
Menü
Timos Tagebuch, Kapitel 1

26 Stunden bis Kalkutta

Out of Rosenheim - was in den 80er Jahren der Titel eines Kinofilms war, steht auch über dem Leben von Timo Heinze. Der 22 Jahre alte Rechtsverteidiger aus Rosenheim spielt bereits seine elfte Saison im FCB-Trikot. Mit der zweiten Mannschaft ist er vom 15. bis 23. Januar unterwegs in Indien, gut 7.000 Kilometer entfernt von München, und Rosenheim natürlich. Seine Erlebnisse schildert er exklusiv in einem Tagebuch auf fcbayern.de.

Timos Tagebuch, Kapitel 1

Naja, so kann man sich täuschen.
Da denkt man, das Wetter kommt einem in Indien in dieser Jahreszeit entgegen. Raus aus dem Kühlschrank Deutschland mit rekordverdächtigen Minusgraden, rauf auf den indischen Subkontinent mit seinen sonnigen Temperaturen. Und dann das…

Aufgrund eines Wetterumschwungs herrschte laut Aussage des Piloten nur noch eine neblige Sicht von 0 bis 50 Metern. Leider eindeutig zu wenig zum Landen. Seine „rettende“ Idee, die bei uns in der Mannschaft nicht wirklich große Begeisterungsstürme hervor rief: Kurswechsel kurz vor dem eigentlichen Ziel Kalkutta auf das etwa 2 Stunden entfernte Hyderabad, Flieger auftanken, 3 Stunden auf den Sonnenaufgang warten, wieder zurück nach Kalkutta und hoffen, dass dann die Wetterlage klarer ist. Was dann auch irgendwann mal der Fall war.

Allerdings wurde dadurch aus dem ohnehin schon achteinhalbstündigen Flug von Frankfurt mal eben die doppelte Flugzeit. Die jeweiligen Busfahrten dazugerechnet waren wir bei unserer Ankunft im Hotel gegen Donnerstagmittag stolze 26 Stunden unterwegs gewesen ab der heimischen Säbener Straße.

Der Start unserer Reise war also eine wirklich schwere Geburt. Doch nach ein paar Stunden Schlaf im Hotel merkt man der FCB-Delegation doch deutlich an, dass sie sehr neugierig ist. Auf das, was da noch kommen mag. Hoffentlich viele unvergessliche und sicher auch prägende Erlebnisse in dieser uns so fremden Kultur. Denn dieses Trainingslager wird sicher nicht nur dazu dienen, uns fit für die anstehenden Aufgaben in der Rückrunde zu machen. Sondern vor allem auch eine außergewöhnliche Möglichkeit sein, um uns menschlich weiterzubringen.

Nun heißt es aber in einer knappen Stunde zunächst einmal, die Müdigkeit zu verdrängen und die erste Trainingseinheit in Kalkutta zu absolvieren. Aus der vertrauten bayerischen Heimat sind uns noch die schneebedeckten und knochenharten Trainingsplätze in lebhafter Erinnerung. Da kann man schon darauf hoffen, dass wir es hier besser haben werden. Und uns das Wetter vielleicht doch noch in die Karten spielt…

Weitere Inhalte