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'Das wirft uns nicht um'

Auftaktniederlage für FCB kein Beinbruch

Der Gala von Stuttgart folgte die Enttäuschung von Hamburg. Drei Tage nach dem rauschenden Pokalauftritt beim Süd-Rivalen erlebte der FC Bayern am Freitagabend beim Hamburger SV einen missglückten Start in die Bundesliga-Rückrunde. Durch die knappe 0:1 (0:1)-Niederlage verpasste der Rekordmeister nicht nur den Sprung an die Tabellenspitze, sondern musste zugleich das Ende seiner Serie von 17 ungeschlagenen Pflichtspielen hinnehmen.

„Im ersten Moment ist man enttäuscht und sauer, denn wir haben uns schon etwas versprochen hier“, sagte Trainer Jürgen Klinsmann nach dem Schlusspfiff in der mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Nordbank-Arena zu Hamburg. Ein Treffer von Mladen Petric (44. Minute) kurz vor der Halbzeitpause besiegelte die „vermeidbare Niederlage“ (Karl-Heinz Rummenigge) des FCB, der in der Tabelle nicht nur von den Hanseaten, sondern am Samstag auch von Hertha BSC Berlin überholt wurde.

Anders als die vor Ehrfurcht erstarrten Stuttgarter zeigten die aktiveren und aggressiveren Hamburger wenig Respekt vor den Bayern, die vor allem in den ersten 30 Minuten nicht an die starke Leistung aus dem Pokalspiel anknüpfen konnten. „Die erste halbe Stunde haben wir verpennt. Da waren wir zu weit weg von den Leuten, haben keinen Druck ausgeübt und haben den HSV spielen lassen. Die ganze Mannschaft war nicht präsent“, kritisierte Klinsmann.

„Wenn man zu weit weg ist vom Ball, kommt man nicht in die Zweikämpfe“, bemängelte auch Kapitän Mark van Bommel die Anfangsphase. „Vielleicht haben wir nach dem guten Spiel in Stuttgart geglaubt, wir könnten mit halber Kraft spielen. Aber das kann man gegen keine Mannschaft, erst recht nicht gegen den HSV“, sagte Vorstandschef Rummenigge und warf den Spielern speziell in der ersten halben Stunde „zu wenig Aggressivität“ vor.

Erst Mitte der ersten Halbzeit fanden die Bayern besser ins Spiel und wer weiß, wie die Partie letztlich gelaufen wäre, hätte Schiedsrichter Knut Kircher den Führungstreffer von Luca Toni (28.) nicht wegen eines vermeintlichen Foulspiels des Italieners aberkannt. „Ein astreines Tor“, kommentierte der frühere Weltklassestürmer Klinsmann die Aktion, um den Unparteiischen sogleich in Schutz zu nehmen: „Am Schiedsrichter hat es nicht gelegen, dass wir mit leeren Händen heimfahren.“

Neben der „viel zu passiven ersten Halbzeit ohne Leidenschaft“ (Michael Rensing) mussten sich die Bayern vor allem den fahrlässigen Umgang mit den im zweiten Durchgang zahlreich herausgespielten Torchancen vorwerfen lassen. Miroslav Klose (48., 66., 82.), Luca Toni (55., 69.) und auch der eingewechselte Tim Borowski (78.) ließen die gewohnte Treffsicherheit vermissen. „Wir hatten genügend Chancen, das Tor der Hamburger zu korrigieren, aber der Ball wollte irgendwie nicht rein“, meinte Klinsmann.

Fünf Hundertprozentige

„In der zweiten Halbzeit haben wir wirklich gut gespielt, aber beste Torchancen nicht genutzt. Es wäre mindestens ein Unentschieden, vielleicht sogar ein Sieg drin gewesen“, wusste auch Rummenigge, dass die dritte Saisonniederlage des FCB mehr als unnötig war. „Wir hatten selbst fünf Hundertprozentige. Wenn man nicht in der Lage ist, einen der Bälle rein zu machen, dann kann man keinen Punkt holen“, brachte es Rensing auf den Punkt.

Und so richtete sich der Blick der Münchner schon kurz nach dem Schlusspfiff auf die nächste Partie am kommenden Sonntag gegen Borussia Dortmund. „Wenn wir jetzt gegen Dortmund gewinnen, haben wir einen Punkt mehr als in der Hinrunde“, rechnete Van Bommel vor. Damals startete der FCB mit zwei Unentschieden in die Saison. „Das war ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit“, gewann Klinsmann der Niederlage Positives ab und kündigte an: „Wir werden uns die Punkte in den anderen Spielen holen.“

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