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Zehn Tage Indien

Die 'kleinen' Bayern auf großer Fahrt

In Deutschland hat sich die zweite Mannschaft des FC Bayern längst einen Namen als Aushängeschild der Nachwuchsarbeit des deutschen Rekordmeisters gemacht, jetzt vertreten die „kleinen“ Bayern sogar im fernen Asien die Fahnen des FCB. Am frühen Mittwochmorgen bricht der FCB II zu einer zehntägigen Indien-Reise auf (14.-23. Januar). „Das ist eine tolle Geschichte“, freute sich junior-team-Leiter Werner Kern auf dieses Abenteuer.

Wie vor drei Jahren (im Dezember 2005), als sie vor Ort ein traditionsreiches Fußballturnier (IFA Shield) gewinnen konnte, reist die U23-Mannschaft des FCB zunächst nach Kolkata (ehemals Kalkutta) in den Nordosten Indiens. Hier verbringen die Münchner den Großteil ihres Aufenthalts, bevor es am 20. Januar ins rund 600 Kilometer nördlich gelegene Siliguri geht, eine gut 500.000 Einwohner große Stadt am Fuß des Himalayas.

Training und Testspiele

Mit ihrer Reise verfolgen die Münchner gleich mehrere Ziele. Zuerst einmal nutzt Trainer Hermann Gerland den Ausflug in wärmere Gefilde als Trainingslager im Rahmen der Rückrundenvorbereitung. „Da kann die Mannschaft gut arbeiten und sich die nötige Fitness holen“, sagte Kern. Anstelle der gefrorenen Münchner Böden erwarten den FCB II in Indien gute Rasenbedingungen sowie konstante 28 Grad Celsius.

Auch drei Testspiele werden die Bayern in Indien austragen: zunächst gegen die Kolkata Police Comissioners XI, eine Polizei-Auswahlmannschaft (18. Januar), die zu großen Teilen der indischen Nationalmannschaft entspricht, dann gegen den East Bengal Club (19. Januar), einen der zwei großen Fußballvereine Kolkatas, sowie zum Abschluss gegen eine Lord Mayor's XI (21. Januar), eine Stadtauswahl von Siliguri.

Alle Spiele werden live im indischen Fernsehen übertragen, viel Presse hat sich auch zu den Trainingseinheiten des FCB II angekündigt. Diese Öffentlichkeit dient einem zweiten Ziel der Indien-Reise. Das Gerland-Team ist als Botschafter für die Marke FC Bayern unterwegs. „Das ist auch eine imagebildende Geschichte“, betonte Kern, „wir wollen den FC Bayern auf sympathische und gute Art und Weise präsentieren.“

Das betrifft das Auftreten auf und außerhalb des Spielfelds. Auch Assistenztrainer und Fußballlegende Gerd Müller wird in Indien für Schlagzeilen sorgen. Außerdem sollen die Kontakte mit dem indischen Fußballverband in Gesprächen vertieft werden. Dabei wird es auch um die FC Bayern Fußballschule gehen, die 150 Kilometer entfernt von Kolkata in Burdwan entsteht.

FCB als Partner Indiens

Im vergangenen November führte Karl-Heinz Rummenigge persönlich den Spatenstich für dieses Projekt aus. „Die Tatsache, dass wir dort einen Vertrag über eine Fußballschule unterzeichnet haben, zeigt, mit welcher Ernsthaftigkeit sich der FC Bayern dem größten Markt der Zukunft nähert“, sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters.

Als verlässlicher und seriöser Partner wollen sich die Münchner in Indien präsentieren und die Entwicklung des Fußballs vor Ort unterstützen. Auch das bezweckt der FCB II mit seiner Reise, in deren Rahmen auch einige Charity-Aktionen durchgeführt werden. Zu guter Letzt soll Indien aber auch einfach nur ein Erlebnis sein. „Die Jungs sollen dort auch was sehen vom Land. Wir werden da im Training nicht unheimlich Gas geben“, kündigte Gerland an.

Vorfreude auf Land und Leute

Auch Kern betonte, dass die jungen Spieler „Land und Leuten“ kennen lernen sollen. „Die Jungs werden mit großartigen Erfahrungen und Eindrücken nach München zurückkehren“, ist er sich sicher, „unser Anspruch ist es ja, nicht nur fußballerisch auszubilden, sondern auch charakterlich.“ Indien, das sind sich alle Beteiligten sicher, ist eine Reise wert.

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