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Unvergessliche Reise

FCB II tief beeindruckt von Indien

„Unglaublich! Das war ein Blumenmeer!“ Gerd Müller deutet mit der Hand an sein Kinn. So tief wäre er in der bunten Pracht gestanden, hätte man alle Blumen auf einen Haufen geworfen, die dem „Bomber der Nation“ in Indien überreicht wurden. Neun Tage lang war er mit der zweiten Mannschaft des FCB zu Gast in Kolkata und Siliguri im Nordosten Indiens, vergangenen Freitag kehrten die Münchner zurück in die Heimat - mit einem Strauß bunter Eindrücke.

„Es war beeindruckend, wie hoch der FC Bayern dort im Kurs steht. Wir sind überall wie Staatsgäste empfangen worden“, berichtete junior-team-Leiter Werner Kern fcbayern.de von der Begeisterung, die dem deutschen Rekordmeister 7.000 Kilometer entfernt von München entgegenschwappte.

Es müllert in Indien

Besonders Müller stand im Mittelpunkt des Interesses. Autogramme, Fotos, Interviews, Ehrungen, Geschenke - der 63-Jährige wurde auf Schritt und Tritt gefeiert. „Er ist überall erkannt, verehrt und geehrt worden. Es war ein unglaublicher Hype um ihn“, erzählte Kern, „gut 30 Jahre nach Beendigung seiner Karriere ist er in Indien immer noch eine lebende Legende.“

Lebhaft in Erinnerung bleiben werden aber auch die Eindrücke, die der Rest der FCB-Reisegruppe mit zurück nach München nahm. „Es war bewegend und traurig, aber wir haben auch die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Leute gesehen“, berichtete Trainer Hermann Gerland von der Not auf den Straßen. „Da denkt man nach, welch Glück jeder Einzelne von uns hat, im Westen geboren worden zu sein.“

Das Elend auf den Straßen

Besuche im Mutter-Theresa-Haus, in einem Straßenkinderheim, auf einer Teeplantage, eine Bootsfahrt auf einem Mündungsarm des Ganges oder auch nur die Busfahrten durch die Straßen haben tiefen Eindruck bei den „kleinen“ Bayern hinterlassen. „Wir haben das ganze Elend gesehen, in welchem Dreck die Leute ihre Wäsche waschen und sich die Zähne putzen müssen“, sagte Kern, „die leben auf der Straße, in Slums, die unzumutbar sind.“

Und Möglichkeiten, aus den ärmlichen Verhältnissen herauszukommen, gibt es praktisch nicht. „In Indien gibt es hunderte von Millionen von Menschen, die keinerlei Aussicht auf Bildung und Entwicklung haben“, meinte Kern, „wir haben gelernt, dass wir großes Glück haben, in Deutschland leben und arbeiten zu können. Wir haben hier alle die Chance, uns zu bilden.“

Training und Testspiele

Angesichts solcher Erkenntnisse rückte der sportliche Wert der Reise in den Hintergrund. „Wenn man solche Eindrücke mitnimmt, kann man ruhig mal etwas weniger trainieren“, erzählte Gerland, der die angenehmen Temperaturen vor Ort aber dennoch zu meist zwei Trainingseinheiten pro Trag nutzte. Immerhin steht bereits Anfang Februar der Rückrundenstart in der Dritten Liga auf dem Programm.

Auch drei Testspiele wurden in Indien ausgetragen, die allesamt gewonnen wurden. „Wir waren sehr großzügig mit unseren Torchancen. Jedes Spiel hätte auch zweistellig ausgehen können“, sagte Gerland, Kern stellte fest: „Unsere Mannschaft ist wesentlich besser als der indische Topfußball.“

'Kompliment an die Mannschaft'

Auf und außerhalb des Platzes waren die Betreuer mit dem Auftreten der „kleinen“ Bayern sehr zufrieden. „Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Sie hat sich phantastisch präsentiert“, zog Kern ein sehr zufriedenes Fazit nach neun Tagen Indien. Auch Gerlands Bilanz fällt positiv aus: „Ich denke, jeder meiner Jungs ist ein bisschen weitergekommen.“ Vor allem menschlich.

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