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Landon Donovan:

'Ich bin jetzt reif für die Bundesliga'

Die Erwartungen an Landon Donovan sind groß. „Wir halten große Stücke auf ihn“, sagte Jürgen Klinsmann fcbayern.de. Der 26 Jahre alte US-Amerikaner trat am Freitag seinen Dienst in München an. Bis 15. März hat der FC Bayern den Angreifer von Los Angeles Galaxy vorerst ausgeliehen, dann wird entschieden, ob es vielleicht ein längerfristiges Engagement geben wird.

Im November konnte sich Donovan, der beim FCB die Rückennummer 13 erhält, bereits zehn Tage lang als Trainingsgast präsentieren. „Da hat er schon gezeigt, dass er mithalten kann“, meinte Klinsmann. Der FCB-Cheftrainer glaubt, dass der US-Nationalstürmer zu einer „zusätzlichen Waffe“ für den FCB werden könnte. „Der Junge ist heiß, er will sich hier beweisen.“

Diesen Eindruck erweckte Donovan, der als Nachwuchsspieler in Leverkusen den Durchbruch nicht geschafft hat, auch im Gespräch mit fcbayern.de. Schon kurz nach seiner Ankunft an der Säbener Straße stand der fünfmalige US-Fußballer des Jahres in einem Interview Rede und Antwort.

Das Interview:

fcbayern.de: Hallo Landon. Neues Jahr, neues Glück, sagt man in Deutschland. Was hast Du Dir für Deine Zeit beim FC Bayern vorgenommen?
Donovan: „Ich bin erst einmal froh und gleichzeitig aufgeregt, hier beim FC Bayern zu sein. Mein Ziel ist es jetzt, möglichst schnell Teil der Mannschaft zu werden. Ich bin zuversichtlich, dass das klappt. Denn schon im November wurde es mir leicht gemacht hier beim FC Bayern. Ich wurde mit offenen Armen empfangen.“

fcbayern.de: Als Du im November von München nach Kalifornien zurückgekehrt bist, welche Eindrücke hast Du da vom FC Bayern mitgenommen?
Donovan: „Trainer, Spieler, medizinische Abteilung, Leistungszentrum, Trainingsbedingungen, der ganze Verein, die Stadt - alles war wundervoll. Ich freue mich, jetzt hier zu sein.“

fcbayern.de: Wie hat Deine Frau reagiert, als Du ihr gesagt hast, Du möchtest zum FC Bayern zurückkehren?
Donovan: „Sie hat sich sehr für mich gefreut. Natürlich ist es ein bisschen traurig, dass wir jetzt für eine gewisse Zeit getrennt sind. Aber sie weiß, dass dies für mich eine riesige Gelegenheit ist, in einer großen Mannschaft zu spielen.“

fcbayern.de: Du hast früher in Leverkusen gespielt, hast schon zehn Tage beim FC Bayern mittrainiert. Welche Unterschiede hast Du zum Fußball in der Major League Soccer (MLS) festgestellt?
Donovan: „Die Leute in Deutschland haben eine viel größere Leidenschaft für den Fußball, sie haben den Fußball im Blut, denn der Fußball hat in Deutschland eine lange Geschichte - die MLS hingegen gibt es erst seit 13 Jahren. Dann sind natürlich die Spieler in der Bundesliga sehr gut, gerade bei einem Klub wie dem FCB besitzt jeder Spieler Klasse - in Amerika ist das anders. Auch der Spielstil ist unterschiedlich. In der Bundesliga gibt es viel mehr Eins-gegen-Eins-Duelle, die Spieler sind technisch sehr versiert und können mit dem Ball sehr geschickt umgehen - in der MLS ist das Spiel körperlicher, schneller.“

fcbayern.de: Deine direkten Konkurrenten im FCB-Sturm sind Luca Toni, Miroslav Klose und Lukas Podolski. Welche Chancen rechnest Du Dir da aus?
Donovan: „Als ich im November hier war, war es traumhaft, mit ihnen trainieren zu dürfen. Wenn man mit solchen Klasseleuten zusammenspielt, macht das einen selbst besser. Ich kann viel von ihnen lernen. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass ich eigene Qualitäten in die Mannschaft einbringen kann. Ich bin ein anderer Spieler als Luca, Miro und Lukas. Ich laufe viel ohne Ball und in hohem Tempo.“

fcbayern.de: Dein Vertrag in München läuft bis 15. März, es ist aber durchaus möglich, dass Dich der FC Bayern weiter behalten will. Übt diese Situation besonderen Druck auf Dich aus?
Donovan: „Natürlich gibt es Druck, aber ich mag das. Druck macht mich besser. Schon als ich im November hierher kam, stand ich unter Beobachtung. Wenn man nicht damit zurechtkommt, dass man im Training beobachtet wird, dann kommt man auch in einem großen Stadion nicht zurecht. Als Fußballer ist man immer unter Druck, das gehört dazu.“

fcbayern.de: Dein Ziel ist es also, über den 15. März hinaus beim FCB zu spielen?
Donovan: „Ja, ich würde gerne länger bleiben.“

fcbayern.de: Welche Rolle hat Jürgen Klinsmann bei Deiner Verpflichtung gespielt?
Donovan: „Jürgen hat mich sehr unterstützt. Es war Glück für mich, dass er lange in Los Angeles gelebt hat und mich dort hat spielen sehen. Er kennt meine Qualitäten. Ich weiß aber auch, dass mir beim FC Bayern nichts geschenkt wird. Ich muss mir alles hart erarbeiten. Doch darauf freue ich mich.“

fcbayern.de: Als junger Spieler bist Du aus Leverkusen in Deine Heimat zurückgekehrt. Wie unterscheidet sich der damalige Landon Donovan vom heutigen?
Donovan: „Ich bin jetzt älter, besonders im Kopf. Ich bin erfahrener und mental stärker, ich weiß, was mich hier erwartet. Damals in Leverkusen war ich noch nicht bereit für Deutschland und die Bundesliga. Über den Entschluss zurückzukehren, habe ich viele Monate nachgedacht und mit verschiedenen Leuten darüber gesprochen. Ich weiß, dass ich jetzt reif bin.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl

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