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'Ein guter Jahrgang'

Lahm, Rensing und Co. auf großen Spuren

Wenn man Philipp Lahm oder Andreas Ottl sucht, dann findet man sie meistens im Tischtennisraum. Fast jede Minute ihrer spärlichen Freizeit während des Trainingslagers in Dubai verbringen die beiden mit dem kleinen Schläger in der Hand, duellieren sich oder treten gemeinsam im Doppel gegen Christian Nerlinger und Phlipp Laux an. Ein paar Meter weiter steht dann Michael Rensing beim Billardspielen, auch Christian Lell und Bastian Schweinsteiger sind immer wieder mal an einem der beiden Tische zu finden.

Lahm (Jahrgang 83), Ottl (85), Rensing (84), Schweinsteiger (84) und Lell (84) verbindet aber nicht nur ähnliche Hobbies. „Wir verstehen uns sehr gut, machen viel zusammen und sehen uns manchmal öfters als unsere Frauen oder Freundinnen“, berichtet Rensing über das gute Verhältnis untereinander. Teilweise seit der Jugend spielen die fünf schon zusammen beim FC Bayern, gewannen gemeinsam 2002 die deutsche A-Jugend-Meisterschaft - und gehören jetzt auch gemeinsam zum Bundesliga-Kader des FCB.

Hoeneß lobt Nachwuchsarbeit

„Es gibt so gute Jahrgänge, die dann auch konsequent weitergeführt werden“, sagt Uli Hoeneß im Gespräch mit fcbayern.de. Der Manager lobte die gute Nachwuchsarbeit beim Rekordmeister: „Wir haben eine sehr professionelle Trainersituation, ein sehr professionelles Umfeld. Und wir haben mit Hermann Gerland einen Amateurtrainer, der die jungen Spieler weiterfördert, wenn sie aus der Jugend kommen, um sie an die Profiabteilung heranzuführen. Insofern funktioniert das gut.“

Dass aber gleich fünf Spieler des nahezu selben Jahrgangs - und bis auf Rensing alles auch waschechte Münchner bzw. Bayern - bei einer Spitzenmannschaft wie dem FC Bayern zusammenspielen, ist „schon außergewöhnlich“ wie Rensing meinte. „Ich glaube nicht, dass das auf dem Topniveau, auf dem der FC Bayern sich befindet, schon oft der Fall war“, ist sich der Kahn-Nachfolger sicher.

Wie einst ManU

In der Tat: Eine ähnliche Ansammlung von gleichaltrigen Eigengewächsen im (europäischen) Spitzenfußball ist spätestens nach dem Bosmann-Urteil 1995 absolut selten geworden. Um die Jahrtausendwende spielte ein gewisser David Beckham (Jahrgang 75) gemeinsam mit den Neville-Brüdern Gary (75) und Phil (77), Nicky Butt (75) und Paul Scholes (74) bei Manchester United. Mehrere englische Meisterschaften feierten sie zusammen in diesem Klub und gewannen 1999 als Krönung in einem dramatischen Finale gegen die Bayern die Champions League. Alle fünf entstammten ManUs Jugendakademie.

Beim FC Bayern gab es eine ähnliche Konstellation zuletzt Mitte der 90er Jahre, als Markus Babbel (Jahrgang 72), Christian Ziege (72), Dieter Frey (72), Dietmar Hamann (73) und der heutige Teammanager Christian Nerliner (73) den UEFA-Cup gewannen. Auch sie wurden größtenteils in der Jugend des FC Bayern an den Profikader herangezogen.

Ein ständiger Spagat

„Junge Spieler haben oft Anlaufschwierigkeiten, man muss Geduld haben. Das ist etwas, was wir in unserer heutigen Zeit oft nicht haben“, gab Hoeneß zu bedenken. „Einerseits will man den jungen Leuten eine Chance geben. Anderseits müssen wir jedes Wochenende die Spiele gewinnen. Deswegen ist das ein ständiger Spagat.“ Ein Spagat, den der FC Bayern bei diesem Jahrgang schon jetzt ganz hervorragend hinbekommen hat.

Für fcbayern.de in Dubai: Dirk Hauser

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