präsentiert von
Menü
Hoeneß im Interview

'Man spürt, ob die Chemie stimmt'

Auch wenn das Umfeld in Dubai ein wenig Urlaubsatmosphäre aufkommen lässt, so steht für Verantwortliche und Spieler des FC Bayern im Emirat am Persischen Golf eines im Vordergrund: Die Vorbereitung auf die Rückrunde und damit viel Schweiß treibende Arbeit. Auch für Manager Uli Hoeneß, der wie immer ganz nah an der Mannschaft dran ist, sind die Tage in Dubai mit viel Arbeit verbunden.

„Ich habe viele Gespräche zu führen“, verriet Hoeneß im Gespräch mit FCB.tv, „es gibt viele kleine Baustellen“, die er während des Aufenthalts in Dubai schließen möchte. Am Tag nach seinem 57. Geburtstag, den er am Montagabend im Kreis seiner Bayern-Familie ein wenig feierte, sprach Hoeneß mit FCB.tv über die Stimmung innerhalb der Mannschaft, die Gründe für die Wahl Dubais als Trainingslagerstandort, die Personalien Mark van Bommel und Lukas Podolski sowie sein letztes Jahr als FCB-Manager.

Bayern-Manager Uli Hoeneß über…

… den Teamgeist im Trainingslager:
„Man spürt ja, ob eine Mannschaft zusammenpasst, ob die Chemie stimmt. Und ich glaube, wenn man hier dabei ist, dann merkt man, dass hier eine sehr, sehr gute Gemeinschaft entstanden ist in den letzten sechs Monaten, dass die Spieler sehr zusammengewachsen sind. Die Leistungen haben auch entsprechend gepasst und das lässt doch einiges erwarten für die nächsten drei bis vier Monate.“

… die Zusammenarbeit des Teams mit Jürgen Klinsmann:
„Man merkt ganz deutlich, dass alle Teile zusammengewachsen sind. Da war doch eine gewisse Skepsis da, viel Unruhe, die Neugierde, was kommt da auf uns zu. Der Rhythmus im Training und im Alltag hat sich ja total verändert. Das hat seine Zeit gedauert. Jetzt hat man das Gefühl, dass das schon sehr gut eingespielt ist und dass es immer schon so gewesen wäre.“

… eine Vertragsverlängerung von Kapitän Mark van Bommel:
„Mark hat unser Angebot, offensichtlich hätte er gerne einen längerfristigen Vertrag angeboten bekommen, das sehen wir im Moment als nicht möglich. Ich persönlich glaube, wenn er hier gut spielt, was er zurzeit wirklich sehr gut macht, dann kann aus einem kurzfristigen Vertrag auch jedes Mal ein, zwei, drei, vier oder fünf Jahre werden. Das kann also immer wieder verlängert werden. Warten wir mal ab, wir sind da ziemlich entspannt. Er weiß ganz genau, was er am FC Bayern hat, und ich glaube, deshalb fällt es ihm auch sehr schwer, sich gegen den FC Bayern zu entscheiden, obwohl er vielleicht ein bisserl sauer ist. Aber ich denke, am Ende wird er sich schon für uns entscheiden.“

… einen möglichen Tausch Podolski/Olic in der Winterpause:
„Das Gerücht ist aufgekommen, weil der Trainer vom HSV, Martin Jol, das in einer Pressekonferenz angesprochen hat. Von unserer Seite aus können wir da gar nichts sagen, weil wir da überhaupt keine Aktivität entwickeln. Wenn der HSV mit dem Lukas Podolski eine Lösung hinbrächte, und gleichzeitig der HSV Ivica Olic schon im Winter abgeben würde, und gleichzeitig die Vereine sich finanziell einigen würden, dann wäre das ein Thema. Ich persönlich betrachte die Chance unter ein Prozent.“

… Dubai als Trainingslagerstandort:
„Wir haben wir hier ja immer wieder hervorragende Bedingungen gehabt, und zweitens mussten auch nach dem Geld schauen. In Marbella hatten wir ein Trainingslager, das wir komplett bezahlt haben, also reine Kosten hatten und deswegen mussten wir schauen, wo wir ein bisschen Geld in die Kassen kriegen. Die Finanzkrise wird auch vor uns nicht Halt machen. Und deshalb haben wir uns für Dubai entschieden. Erstens haben wir hier Superbedingungen, zweitens haben wir die Freundschaftsspiele in Abu Dhabi und in Jeddah, so dass am Ende unter dem Strich stehen wird: Sehr gute Bedingungen und Geld in die Kassen. Karl Hopfner wird sich freuen.“

…sein letztes Jahr als Bayern-Manager:
„Ich muss sagen, da denke ich jetzt gar nicht daran. Wir sind voll konzentriert auf das, was jetzt vor uns liegt, extrem wichtige Zeiten. Wir sind noch in drei Wettbewerben, wir haben eine Mannschaft, die sich entwickeln kann. Ich möchte das Thema in den nächsten Wochen und Monaten auch gar nicht weiter vertiefen, weil ich werde weder pensioniert noch werde ich das Land verlassen. Ich werde möglicherweise von einem aktiven, täglich erscheinenden Manager zu einem hoffentlich sehr oft erscheinenden Präsidenten, der weiterhin sehr eng an der Mannschaft sein wird. Insofern sehe ich da keinen so großen Break für mich.“

… die rasante Entwicklung in Dubai:
„Es ist fast beängstigend, wie hier ein kleines Manhattan aus dem Boden gestampft wird. Man kann den Beteiligten nur wünschen, dass das alles gut geht und sich die ehrgeizigen Projekte rechnen.“

Weitere Inhalte