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'Positive Entwicklung'

Rensing wächst zur Nummer eins

Hätten Sie gewusst, dass Michael Rensing mit dem FC Bayern bereits drei Mal das nationale Double gewonnen hat? Wahrscheinlich nicht, was auch nicht weiter verwunderlich wäre. Denn bei diesen Titeln stand der 24-Jährige meist im Hintergrund.

Fünf Jahre lang war er Stellvertreter von Oliver Kahn im Bayern-Tor. Als dieser vergangenen Sommer seine Karriere beendete, wurde Rensing befördert. „Es macht Spaß und ist ein schönes Gefühl, die Nummer eins zu sein“, sagte er am Montag in Dubai.

Ein halbes Jahr nun steht Rensing bei jedem Spiel der Bayern zwischen den Pfosten. Es waren bewegende sechs Monate, in denen er viele Erfahrungen gesammelt hat - positive wie auch negative. „Die ersten Monate lief es noch nicht rund in der Defensive, auch bei mir. Zuletzt wurde es aber immer besser, die letzten zwei Monate liefen sogar super“, meinte der ehemalige U21-Nationaltorwart.

'Er ist gewachsen'

War ihm zu Saisonbeginn in der einen oder anderen Situation die mangelnde Spielpraxis noch anzumerken, entwickelte sich Rensing in den letzten Wochen in allen drei Wettbewerben zu einem sicheren Rückhalt und bewahrte seine Mannschaft mit einigen tollen Paraden vor Gegentoren. Rensing sagt: „Durch die Spielpraxis habe ich meinen Rhythmus gefunden.“

„Wir sehen seine Entwicklung sehr positiv“, sagte Jürgen Klinsmann jetzt in Dubai. Rensing habe es nicht einfach gehabt, in die großen Fußstapfen von Oliver Kahn zu treten, einem der besten Torhüter aller Zeiten. „Wir haben intern oft besprochen, dass man ihm da einfach Zeit geben muss. Man muss ihm Fehler zugestehen und dass er damit wachsen muss. Und für uns ist er gewachsen“, hielt der Bayern-Coach fest, „er ist als Persönlichkeit und Torwart einen Riesenschritt weitergekommen.“

Lernwilliger Rensing

„Es ist schön zu hören, wenn man gelobt wird“, sagte Rensing, der gerade in den Anfangswochen der Saison so manche mediale Kritik über sich ergehen lassen musste. Doch selbst sein Vorgänger Kahn hat dann in Interviews immer wieder darauf verwiesen, dass man mit jungen Torhütern Geduld haben müsse. Auch der „Titan“ war in seiner Anfangszeit beim FC Bayern nicht fehlerfrei geblieben. „Meine erste Saison war eine Katastrophe. Da war bei mir längst nicht alles Gold, ganz im Gegenteil", sagte Kahn kürzlich.

„Michael muss jetzt Konstanz aufbauen, aber gerade bei einem Torwart dauert das länger als bei einem Feldspieler“, erklärte Klinsmann, der Rensings Entwicklung als „positiv und bemerkenswert“ einschätzt: „Für uns macht er seine Sache sehr gut und wir machen uns da auch keinen großen Kopf, wenn mal ein Ball reingeht, den er vielleicht hätte halten können.“ Rensing gibt sich jedenfalls weiter lernwillig. „Ich schau immer, wo ich mich verbessern kann, auch in meinen Stärken.“

Zu viele Gegentore in der Hinrunde

Mit konstruktiver Kritik kann Rensing umgehen, nur der ständige Vergleich mit letzter Saison nervt ihn. Mit nur 21 Gegentoren stellten die Bayern da einen neuen Bundesligarekord auf. „Da habe ich übrigens auch bei zehn Spielen im Tor gestanden, sieben Mal haben wir zu Null gespielt.“ Man könne nicht jedes Jahr einen neuen Rekord aufstellen, sagte Rensing, der aber auch zugab. „Natürlich waren es insgesamt zu viele Gegentore.“ 24 waren es nach dem Ende der Hinrunde, nur drei Mal spielten die Bayern zu Null.

In den letzten zwei Monaten entwickelte die Abwehr aber immer mehr an Stabilität. „Wir müssen in der Defensive noch besser arbeiten, noch kompakter stehen“, forderte Rensing. „Wenn wir allerdings Meister werden, wären mir auch 50 Gegentore Wurscht.“ Es wäre dann seine vierte Deutsche Meisterschaft, aber seine erste als Nummer eins. Für Rensing wäre es bestimmt ein ganz besonderer Titel.

Für fcbayern.de in Dubai: Dirk Hauser

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