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Doppeltorschütze Schweinsteiger

Rückkehr ins Lieblingsstadion

Der Weg von München nach Stuttgart ist mitunter lang, vor allem per Bus. Zeit genug also für die Spieler des FC Bayern, sich im Vorfeld des Pokalspiels beim VfB Stuttgart auf die Partie einzustimmen. Manch einer spielte mit den Kollegen Schafkopf, andere lasen ein Buch oder hörten Musik. Bastian Schweinsteiger könnte die gut zweieinhalbstündige Fahrt damit verbracht haben, eine Motivations-DVD zu schauen. Inhalt: Das Spiel um Platz drei bei der WM 2006.

Beim 3:1-Erfolg über Portugal in Stuttgart machte der 24-Jährige eines der besten seiner inzwischen 62 Länderspiele, erzielte zwei Tore selbst und war maßgeblich am dritten Treffer beteiligt. Und auch wenn das deutsche „Sommermärchen“ mittlerweile zweieinhalb Jahre zurückliegt, so sind die Erinnerungen an dieses eine Spiel noch bei fast jedem präsent - spätestens wieder seit Dienstagabend.

Denn Schweinsteigers Auftritt beim überraschend deutlichen 5:1-Sieg im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen einen überforderten VfB erinnerte stark an seine Gala-Vorstellung vom 8. Juli 2006. Lauf-, spiel- und zweikampfstark präsentierte sich der Nationalspieler gegen die Schwaben und sorgte auf der rechten Außenbahn für viel Druck nach vorne.

„Wir haben ihm vor dem Spiel gesagt, dass es unserer Ansicht nach über seine Seite Möglichkeiten gibt, dass sich da Räume auftun“, verriet FCB-Trainer Jürgen Klinsmann nach dem Schlusspfiff die taktischen Vorgaben für den Mittelfeldspieler, der entweder den Weg zur Grundlinie oder direkt zum Tor suchen sollte.

Im Paket gut drauf

So geschehen in der zehnten Spielminute, als er Martin Demichelis eine perfekte Flanke servierte, der Argentinier die sich bietende Chance aber ausließ. Sechs Minute später versuchte es Schweinsteiger dann selbst, mit mehr Erfolg. Nach einem Fehlpass von Stuttgarts Linksverteidiger Boka drang er in den Strafraum rein und erzielte mit einem wuchtigen Schuss ins lange Eck den wichtigen 1:0-Führungstreffer.

„Normalerweise flankt man da. Aber es stand keiner in Position und die Ecke war noch frei. Ich habe in Mainz schon einmal so ein Tor geschossen - und da habe ich mir gedacht, das traust du dir jetzt zu“, erklärte Schweinsteiger hinterher seinen Treffer und lobte die Gesamtleistung der Mannschaft. „Im Paket haben wir sehr gut gespielt und gleich mal gezeigt, wie wir drauf sind.“

Erste Tore seit 2003

In der zweiten Halbzeit setzte Schweinsteiger noch einen drauf und verwandelte einen Foulelfmeter souverän zum 4:0. Nachdem Franck Ribéry im ersten Durchgang per Strafstoß an VfB-Torhüter Jens Lehmann gescheitert war, hatte Klinsmann seinen Spieler mit der Nummer 31 als Schützen auserkoren. „Da habe ich drauf bestanden“, erklärte Klinsmann und unterstrich damit auch seine große Wertschätzung für das Münchner Eigengewächs.

Am Ende standen für Schweinsteiger, der kurz vor der Winterpause seinen Vertrag beim FCB bis 2012 verlängert hatte, neben einer sehr starken Leistung auch seine ersten beiden Pokaltore seit 22 Spielen zu Buche. Zuletzt war ihm dies im Viertelfinale der Saison 2002/03 beim 8:0 gegen den 1. FC Köln gelungen. „Hier in dem Stadion treffe ich ja ganz gerne“, scherzte der Doppeltorschütze mit Verweis auf das kleine WM-Finale.

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