präsentiert von
Menü
'Einfach beeindruckend'

Zé Roberto ist im besten Fußballalter

Das konnte Zé Roberto nicht auf sich sitzen lassen. Da machte ihn ein Reporter doch tatsächlich um ein ganzes Jahr älter. „Ich bin 34, erst im Sommer werde ich 35“, stellte der Brasilianer schnell klar. Doch die blanken Zahlen werden ihm ohnehin nicht gerecht, wie man beim Pokalspiel in Stuttgart wieder feststellen musste: Der älteste Feldspieler im Kader des FC Bayern ist im besten Fußballalter.

Während andere mit Anfang/Mitte 30 ihre Karriere beenden, blüht Zé Roberto mit 34 Jahren erst so richtig auf. Wettbewerbsübergreifend war er in dieser Saison an 13 Treffern beteiligt (5 Tore, 8 Vorlagen), seine FCB-Bestmarke (17) aus seinem ersten Jahr in München (2002/03) - damals war er 28 - dürfte er locker überflügeln.

„Zé ist einfach beeindruckend“, staunt auch Jürgen Klinsmann über das Leistungsvermögen des Mittelfeldspielers. „Er trainiert und spielt auf allerhöchstem Niveau.“ Zé Roberto selbst weiß, dass er eine Ausnahmeerscheinung ist. „In meinem Alter sehe ich momentan nur ganz wenige Spieler, die das Gleiche leisten“, sagte er, „ich bin also ganz gut dabei.“

Und das hat mehrere Gründe. „Nach den Spielen gönne ich mir die Ruhe, die ich brauche“, erzählte Zé Roberto, der vor allem bei seiner Familie Kraft für die Aufgaben beim FC Bayern schöpft. „Er ist ein Familienmensch“, weiß auch Klinsmann, der überzeugt ist, dass der Brasilianer auch von seinem Rücktritt aus der Seleção profitiert. „Es tut ihm gut, dass er nicht mehr mit der Nationalmannschaft quer durch die Welt fliegen muss.“

Falls nötig bekommt Zé Roberto zudem Verschnaufpausen im Training. „Wir haben das Fitnessprogramm individuell auf ihn abgestimmt“, sagte Klinsmann. Die Folge: Zé Roberto ist topfit. In der Hinrunde stand er nur in drei Spielen nicht auf dem Platz. „Das beste Fitnesstraining ist mein neunjähriger Sohn“, meinte der 34-Jährige und erzählte von schweißtreibenden Wrestling-Duellen mit seinem Sprössling.

Spaß mit Ribéry

Und dass er mit Spaß bei der Sache ist, beflügelt den Samba-Kicker zusätzlich. In Franck Ribéry hat er einen kongenialen Partner auf der linken Seite gefunden. Das blinde Verständnis mit dem Franzosen erinnere ihn an das Zusammenspiel in der brasilianischen Nationalmannschaft „mit Kaká, Ronaldo und Ronaldinho“, erzählte er.

Zé Roberto fühlt sich also rundum wohl in München. „Ich mag den FC Bayern.“
Die Frage ist nur: Bleiben der Brasilianer und der deutsche Rekordmeister auch über das Saisonende hinaus ein Paar? Dann nämlich endet der Vertrag des Mittelfeldspielers. Eine Entscheidung über seine Zukunft sei noch nicht gefallen, berichtete Zé Roberto am Donnerstag. Mitte Februar gebe es Gespräche mit Uli Hoeneß.

'Er kennt unsere Wertschätzung'

Mannschaft und Trainer jedenfalls würden ihren „Senior“ gerne länger behalten. „Er kennt unsere Wertschätzung für ihn“, sagte Klinsmann, „wir haben ihm gesagt, dass wir uns freuen würden, wenn er seinen Vertrag um ein Jahr verlängert.“ Wer weiß, welche Gipfel ein Zé Roberto mit 36 noch erreichen könnte. Oh, pardon, 35.

Weitere Inhalte