präsentiert von
Menü
Enttäuschte Bayern

'Müssen jetzt schnell die Kurve kriegen'

Zumeist wortlos und mit hängenden Köpfen verließen die Spieler des FC Bayern am Samstagabend die Katakomben der Allianz Arena. Zu groß war die Enttäuschung nach der überraschenden und unnötigen 1:2 (0:2)-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln - der dritten im vierten Rückrundenspiel - und dem dadurch verpassten Sprung an die Spitze der Bundesligatabelle.

„Wir sind enttäuscht. Mit einem Sieg hätten wir heute Tabellenführer werden können“, trauerte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge der zum wiederholten Mal vergebenen Gelegenheit nach, sich endlich an die Tabellenspitze zu setzen. Gleichzeitig freute sich Rummenigge über das „Glück, dass die Konkurrenten in der Meisterschaft nur knapp vor uns liegen. Das liegt alles im Schlagbereich eines Spiels.“

Vier Zähler beträgt der Rückstand des Rekordmeisters auf den neuen Spitzenreiter Hamburger SV, der am Sonntag mit 2:1 in Leverkusen gewann. „Das ist sehr ärgerlich“, sagte auch Trainer Jürgen Klinsmann, der nach der insgesamt fünften Saisonniederlage konstatierte: „Natürlich haben wir Frust. Wir haben schlecht gespielt und stehen jetzt ein bisschen dumm da.“ Vier Tage vor dem Achtelfinalhinspiel in der Champions League bei Sporting Lissabon hat seine Mannschaft versäumt, Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben zu sammeln.

Dabei hatte die Partie gegen die aggressiveren und gut organisierten Kölner in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena gar nicht schlecht begonnen. Miroslav Klose hatte sein Team in der 13. Minute in Führung gebracht, doch das Schiedsrichtergespann entschied zu Unrecht auf eine Abseitsposition und erkannte damit ein „absolut korrektes Tor“ (Rummenigge) nicht an.

„Wir kriegen zum zweiten Mal ein klares Tor nicht“, beklagte Manager Uli Hoeneß hinterher und spielte auf den ebenfalls nicht anerkannten Treffer von Luca Toni beim Rückrundenstart in Hamburg an. „Dann hätte es 1:0 für uns gestanden und das Spiel wäre möglicherweise anders verlaufen“, ergänzte Rummenigge. Stattdessen nutzten die Gäste kurz darauf zwei Konterchancen durch Fabrice Ehret (22.) und Daniel Brosinski (34.) zur 2:0-Führung.

„Wenn man gegen einen Gegner spielt, der mit zehn Mann hinten drinsteht, ist es schon ein Unterschied, ob man 1:0 führt oder 0:2 hinten liegt“, analysierte Manager Uli Hoeneß und mahnte an, nach zwei Niederlagen in Folge die Ruhe zu bewahren. „Es macht keinen Sinn, Schuldzuweisungen zu machen.“ Allerdings verwies Hoeneß auch darauf, dass die Lage allmählich ernst sei. „Es gibt nichts mehr zu beschönigen.“

Klinsmann kritisierte vor allem, dass seine Mannschaft nach dem Rückstand „nicht mit dem richtigen Kampf, Fight und Aggressivität reagiert hat. Die Mannschaft wollte es nur spielerisch lösen, aber das geht nicht. Da muss man mehr Feuer in den Zweikämpfen haben, muss dem Gegner den Schneid abkaufen. So etwas können wir uns nicht mehr erlauben. Wir müssen uns sputen, wieder in die Spur zu kommen.“

Gelegenheit dazu gibt es schon Mitte kommender Woche in Lissabon. „Jeder muss bei sich anfangen und fragen, was mache ich richtig, was mache ich falsch“, forderte Miroslav Klose. Rummenigge bewertete es gar als „positiv, dass wir am Mittwoch wieder spielen“, und appellierte nach zwei Niederlagen in Folge: „Jetzt müssen wir schnell die Kurve kriegen. Damit müssen wir am Mittwoch in Lissabon beginnen.“

Weitere Inhalte